Tirol: Jagdstatistik - Solide Abschusserfüllung im abgeschlossenen Jagdjahr 2025/26

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Tirol

09 Apr 06:00 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

Hohe Zielvorgaben und gemeinsames Engagement prägten das vergangene Jagdjahr

  • Veränderte Rahmenbedingungen stellen Jägerschaft vor Herausforderungen
  • TBC-Bekämpfung bleibt zentrale Zukunftsaufgabe

Mit dem Abschluss des Jagdjahres 2025/2026 liegt nun die endgültige Jagdstatistik für Tirol vor. Die Abschusserfüllung bewegt sich weiterhin auf einem guten und stabilen Niveau und unterstreicht das hohe Engagement der Tiroler Jägerschaft.

„Die Jägerinnen und Jäger in Tirol leisten auch unter zunehmend anspruchsvollen Rahmenbedingungen einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Wälder und den Lebensraum der Wildtiere“, betont LHStv Josef Geisler. „Die neuerlich angehobenen Zielvorgaben zeigen, wie ambitioniert die Aufgabenstellung ist – umso mehr ist das erreichte Ergebnis als solide Leistung einzuordnen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen weiter – wir müssen weiterhin dranbleiben.“

Abschusserfüllung: Verlässliche Entwicklung bei steigenden Anforderungen

11.892 Stück Rotwild wurden im Jagdjahr 2025/2026 als Abgang verzeichnet. Damit liegt die Abschusserfüllung bei knapp 90 Prozent. „Trotz nochmals erhöhter Abschussvorgaben konnte ein insgesamt solides Ergebnis erzielt werden. Für uns Jägerinnen und Jäger war das vergangene Jagdjahr in vielerlei Hinsicht fordernd“, sagt Landesjägermeister Anton Larcher und führt weiter aus: „Wir erleben in der täglichen Revierarbeit sehr unmittelbar, wie sich das Verhalten des Wildes verändert – sei es durch zunehmende Störungen im Lebensraum oder durch witterungsbedingte Verschiebungen. Das verlangt viel Erfahrung, Geduld und ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit. Die Jägerschaft ist bereit, diesen Weg weiterzugehen und ihren Beitrag zu leisten.“

Veränderte Rahmenbedingungen – etwa durch Witterungseinflüsse, Lebensraumveränderungen oder auch eine intensivere Freizeitnutzung der Wälder – erfordern zunehmend flexible und abgestimmte Maßnahmen. Um das Gleichgewicht zwischen Wald und Wild nachhaltig zu sichern, bleibt eine Fortführung und Weiterentwicklung der bisherigen Anstrengungen wesentlich.

TBC-Bekämpfung: Positive Grundlagen, konsequentes Handeln weiterhin entscheidend

Ein zentraler Schwerpunkt bleibt die Bekämpfung der Rotwild-Tuberkulose (TBC). Die seit Jahren etablierten Überwachungs- und Bekämpfungsmaßnahmen bei Wild- und Nutztieren ermöglichen eine frühzeitige Erkennung sowie gezielte Reaktionen, wodurch Infektionen in einem sehr frühen Stadium erkannt und eine Weiterverbreitung weitgehend verhindert werden kann. So werden im Anschluss an den Almabtrieb jeweils im Spätherbst alleine in Tirol jährlich rund 4.000 Rinder in rund 500 Betrieben untersucht. Seit dem Jahr 2016 bis einschließlich 2023 wurden dabei nur vereinzelt Fälle von Rinder-Tuberkulose nachgewiesen. Nachdem im Jahr 2024 bei den Herbstuntersuchungen bei insgesamt fünf Rindern aus fünf Beständen Tuberkulose festgestellt wurde, waren im Jahr 2025 zwei Rinder in zwei Beständen im Bezirk Landeck betroffen. Bei allen betroffenen Tieren handelte es sich um frische Infektionen in einem sehr frühen Stadium, bei denen noch keine Weiterverbreitung stattgefunden hat.

Risiko für TBC-Eintrag in Rinderbestände weiter minimieren

Auch beim Rotwild wird durch ein umfassendes Untersuchungs- und Screeningprogramm in den bekannten Risikogebieten jährlich ein genaues Lagebild geschaffen. Im Jagdjahr 2025/26 wurden im Rahmen dieses Screenings insgesamt 583 Stück Rotwild untersucht, wobei 27 positive Fälle festgestellt wurden (23 im Bezirk Landeck, vier im Bezirk Reutte). Zudem wurden in der bereits bekannten Schwerpunktregion im hinteren Lechtal zehn weitere positive Fälle festgestellt.

„Gerade in einzelnen Regionen macht die Entwicklung deutlich, wie wichtig es ist, die eingeschlagenen Maßnahmen konsequent weiterzuführen und bei Bedarf weiter zu intensivieren“, betont Landesveterinärdirektor Matthias Vill. „Die bisherigen Fortschritte sind das Ergebnis eines engen Zusammenspiels aller Beteiligten. Gleichzeitig ist klar, dass wir diesen Weg auch weitergehen müssen, um die TBC-Situation nachhaltig zu verbessern. Jede Reduktion der Infektionsrate trägt dazu bei, das Risiko eines Eintrags in die Rinderbestände weiter zu minimieren“, so Vill weiter.

Erfolg durch gute Zusammenarbeit, Monitoring und Hygienemaßnahmen

Mit dem Auftreten einzelner Fälle im Zusammenhang mit der Alpung zeigt sich, dass insbesondere in betroffenen Gebieten weiterhin ein erhöhtes Risiko besteht. Die Reduktion der Wilddichte, ein engmaschiges Monitoring sowie gezielte Hygienemaßnahmen – etwa im Bereich von Fütterungen und zur Minimierung von Kontaktmöglichkeiten zwischen Wild- und Nutztieren – bleiben dabei zentrale Bausteine.

„Die gute Zusammenarbeit, insbesondere mit dem Tiroler Jägerverband, ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor und hat sich in den vergangenen Jahren bewährt. Gleichzeitig wissen wir, dass die Herausforderungen nicht kleiner werden. Umso wichtiger ist es, dass wir diesen gemeinsamen Weg weiterhin mit Nachdruck verfolgen und die Kräfte bündeln. Nur so können wir langfristig gesunde Wildbestände sichern, unsere Wälder und unsere Landwirtschaft schützen und damit die Lebensgrundlagen für kommende Generationen erhalten“, betont LHStv Geisler abschließend.


Quelle: Land Tirol



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