Jänner 2026 markiert historischen Tiefstand bei der Laufwassereinspeisung

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Stromverbrauch in Österreich
Foto: APG
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Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien
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Strom-Import/Export in Österreich
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13 Mär 19:00 2026 von OTS Print This Article

APG-Factbox: Dunkelflaute macht Österreich im Jänner 2026 zum Importland.

Ein witterungsbedingt hoher Stromverbrauch und ein deutlicher Rückgang der erneuerbaren Erzeugung prägten die ersten fünf Wochen 2026. Nur durch hohe Stromimporte, den Einsatz aller verfügbaren Gaskraftwerke und die Nutzung der Pumpspeicherkraftwerke konnte der hohe Stromverbrauch im Jänner gedeckt werden.

17,1 Prozent weniger Strom aus erneuerbaren Energiequellen

Vor dem Hintergrund der ausgesprochenen Trockenheit und Kälte erreichte die Erzeugung aus Laufwasserkraft am 25. Jänner mit 27,7 GWh ein historisches Tagesminimum. Im Vergleich zum Jänner des Vorjahres ist die Stromproduktion aus Wasserkraft mit 2.280 GWh um 7,2 Prozent gesunken. Photovoltaik-Anlagen lieferten aufgrund der langanhaltenden Nebeldecke im Osten Österreichs und der um 59,8 Prozent geringen Sonneneinstrahlung deutlich weniger Strom als im Jänner des Vorjahres. Lediglich die Windkraft entwickelte sich positiv: Vor allem die hohe Windverfügbarkeit in den ersten beiden Jänner-Wochen führte zu einer Steigerung der Windstromerzeugung um 29,2 Prozent gegenüber Jänner 2025.

„Im Jänner konnten wir die Versorgungssicherheit nur durch Gaskraftwerke und Importe gewährleisten. Wind und Sonne spielten bei der Deckung des Strombedarfs nur eine untergeordnete Rolle. Das zeigt, wie wichtig es ist, ein gut ausgebautes Übertragungsnetz für den Stromimport verfügbar zu haben. Aber auch die Gaskraftwerke sind auf Hochtouren gefahren und haben einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit geleistet. Diese hohe Import-Abhängigkeit Österreichs von bis zu 5.300 MW trotz gleichzeitig hohem Einsatz aller kalorischen Kraftwerke (3.500 MW) belegt einmal mehr die hohe Bedeutung eines leistungsfähigen Stromsystems. Umso wichtiger ist es, das Stromnetz in Abstimmung mit einer gut geplanten Kraftwerks- und Speicherstrategie koordiniert auszubauen“, sagt Gerhard Christiner, Vorstandssprecher von Austrian Power Grid (APG).

Import-Notwendigkeit zur Sicherstellung der Versorgung

Angesichts der geringeren erneuerbaren Produktion und des hohen Stromverbrauchs (dieser lag 8,7 Prozent über dem Vorjahreswert; auf Basis der aktuellen Daten wurden im Jänner in Österreich 7.130 GWh Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen*) war Österreich im Jänner erneut mit umfassenden Stromimporten konfrontiert. Das Übertragungsnetz der APG wurde dabei bis an den Grenzbereich ausgenutzt.

Redispatch-Bedarf etwa auf Vorjahresniveau

Um Überlastungen von Leitungen zu verhindern, wurden auch Gaskraftwerke aus der Netzreserve zum Engpassmanagement bzw. Redispatch eingesetzt. Dabei werden Gaskraftwerke in Österreich hochgefahren und im gleichen Umfang Erzeugungseinheiten in Deutschland zurückgefahren. Dies reduziert gezielt den Stromfluss auf überlasteten Leitungen.

Aufgrund dieser gezielten und kontrollierten Einsätze von Kraftwerken mit der Zielsetzung, Überlastungen im Stromnetz abzufangen, entstanden im Jänner Kosten in der Höhe von 3,8 Millionen Euro (Vergleich: 4,3 Millionen Euro im Jänner 2025). Insgesamt waren diese Notfallmaßnahmen im Jänner an 26 Tagen (und somit beinahe tagtäglich) nötig (Vergleich: 21 Tage im Jänner 2025). Dieser Redispatch-Bedarf unterstreicht einmal mehr das dringende Erfordernis einer kapazitätsstarken Strominfrastruktur.


* Dies ist der Strombezug aus dem öffentlichen Netz (inkl. Netzverluste, ohne Pumpstrom) in der Regelzone APG. Darin ist der Verbrauch, der durch eigenproduzierten PV-Strom gedeckt wird, nicht enthalten.



Über Austrian Power Grid (APG)

Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber verantwortet Austrian Power Grid (APG) die sichere Stromversorgung Österreichs. Mit unserer leistungsstarken und digitalen Strominfrastruktur, sowie der Anwendung von State-of-the-art-Technologien integrieren wir die erneuerbaren Energien und reduzieren somit die Importabhängigkeit, sind Plattform für den Strommarkt, schaffen Zugang zu preisgünstigem Strom und bilden so die Basis für einen versorgungssicheren sowie zukunftsfähigen Wirtschafts- und Lebensstandort. Das APG-Netz erstreckt sich auf einer Trassenlänge von etwa 3.500 km, welches das Unternehmen mit einem Team von rund 1.000 Spezialist:innen betreibt, instand hält und laufend den steigenden Anforderungen der Elektrifizierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie anpasst. Über die Steuerzentrale in Wien wird ein Großteil der insgesamt 67 Umspannwerke, die in ganz Österreich verteilt sind, remote betrieben. Auch 2025 lag die Versorgungssicherheit, dank der engagierten Mitarbeiter:innen, bei 99,99 Prozent und somit im weltweiten Spitzenfeld. Unsere Investitionen in Höhe von 680 Millionen Euro 2026 (2025:595 Mio., 2024: 440 Mio., 2023: 490 Mio. Euro) sind Wirtschaftsmotor und wesentlicher Baustein für die Erreichung der Energieziele Österreichs. Insgesamt wird APG bis 2034 rund 9 Milliarden Euro in den Netzaus- und Umbau investieren.


Quelle: OTS



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