Österreich: Institut „sicher unterwegs“ präsentiert aktuelle Studie zum Schulwegtraining

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Institut „sicher unterwegs“ präsentiert aktuelle Studie zum Schulwegtraining
Foto: sicher unterwegs
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Institut „sicher unterwegs“ präsentiert aktuelle Studie zum Schulwegtraining
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29 Aug 09:00 2022 von OTS Print This Article

Mehr als 2/3 der Kinder schauten nur reflexartig – Was für Eltern beim Schulwegtraining wichtig ist

  • Nur 29% der untersuchten Vorschulkinder zeigten beim Queren der Fahrbahn die richtige Blickabfolge
  • 69% schauten lediglich reflexartig
  • Studie belegt signifikante Sicherheitsgewinne des frühen Schulwegtrainings.

Das verkehrspsychologische Institut sicher unterwegs führte gemeinsam mit der Universität Wien anlässlich des bevorstehenden Schulbeginns eine empirische Studie zur Sicherheit von Vorschulkindern im Straßenverkehr durch.

Wissen ist nicht gleich Verstehen ist nicht gleich Anwenden

Die Studie wurde mit 69 Kindergarten- bzw. Vorschulkindern im Alter zwischen 5 und 6 Jahren an zwei Kindergärten in Wien durchgeführt. Es zeigte sich, dass die Kinder zwar über ein grundlegendes Verkehrswissen verfügen, dieses Wissen aber noch nicht mit Verstehen und Anwenden gleichzusetzen ist.

In Hinblick auf Verkehrswissen wurde deutlich, dass nahezu 100% der Kinder grundsätzlich zwar wussten, was eine rot oder grün leuchtende Fußgängerampel bedeutet, mehr als ein Fünftel gab aber auf die vertiefende Frage „Darfst du bei grün einfach gehen?“ nicht die korrekte Antwort.

Besonders deutlich wurden Schwächen bei der Umsetzung des Verkehrswissens im Straßenverkehr. So wendeten überhaupt nur zwei Kinder alle 5 Handlungsschritte beim Queren der Fahrbahn richtig an, ganze 44% setzten von 5 lediglich 2 um, der Mittelwert lag bei 2,6 Handlungsschritten.

Vom zufälligen Schauen zum bewussten Wahrnehmen

Die Beobachtung des Blickverhaltens beim Queren ergab ein ähnliches Bild: nur etwa ein Drittel zeigte die richtige Blickabfolge, mehr als zwei Drittel schauten lediglich reflexartig und konnten somit verkehrsrelevante Details nicht wahrnehmen und erkennen. Aus verkehrspsychologischer Sicht wird hier deutlich, dass Kinder vor Schuleintritt bereits grundlegendes Verkehrswissen besitzen und sie dieses auch anwenden wollen. In der Umsetzung werden aber Mängel deutlich, weil ihnen das Verständnis dafür noch fehlt. Sinn und Zweck der gelernten Verkehrsregeln müssen noch erklärt werden, weil Kinder erst ab ca. 12 Jahren selbständig die Folgen einer Handlung vorwegnehmen können. Eltern können ihre Kinder hier unterstützen, indem sie ihnen erklären, wie sich eine Verkehrssituation weiter entwickeln könnte und welche Folgen gewisse Handlungsschritte haben können. Der Weg vom zufälligen oder reflexartigen Schauen zum bewussten Wahrnehmen kann angeleitet werden, indem Eltern die Aufmerksamkeit ihrer Kinder konsequent auf die zu beachtenden Dinge lenken und dies erklären (Siehst du die Ampel? Warum ist es wichtig, auf die Ampel zu achten? …)

Der Übungsbedarf der untersuchten Kinder wurde im Rahmen der Studie schnell deutlich: so konnten die Kinder vor Beginn des Trainings im Mittel lediglich ein bis zwei VerkehrsteilnehmerInnen nennen, auf die sie beim Queren der Fahrbahn achten müssen, danach waren es drei bis vier. Die Teilnahme am Verkehrssicherheitsworkshop zeigte, dass sich in nahezu allen Bereichen das Fakten- und Handlungswissen sowie die Anwendung dieses Wissens statistisch signifikant verbesserte. Und das Erfreulichste: die Kinder erlebten das altersadäquate Erlernen von Verkehrskompetenzen als abwechslungsreich und spannend.

Wir wünschen viel Freude beim Schulwegtraining!

sicher unterwegs – Verkehrspsychologische Untersuchungen GmbH

Das Institut „sicher unterwegs“ bietet neben Verkehrs- und Mobilitätserziehung, verkehrspsychologische Untersuchungen, Nachschulungen, interdisziplinäre Verkehrssicherheitsforschung und -projekte, Vorträge und Seminare an. Es führt österreichweit Schulwegtrainings und Verkehrssicherheitsworkshops für Kinder, Eltern und PädagogInnen durch.


Quelle: OTS



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