Kärnten: Großer Forschungsausbau: Labor für digitale Zwillinge öffnet in Kärnten

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Kärnten

09 Feb 06:00 2023 von Redaktion Salzburg Print This Article

LH Kaiser, LHStv.in Schaunig: Klagenfurt als Forschungsstandort der JOANNEUM RESEARCH wird mit Labor für digitale Zwillinge massiv aufgewertet – Technologie kann heimische Betriebe dabei unterstützen, weiter zukunftsfit zu werden – Land Kärnten investiert in der Startphase eine Million Euro

KLAGENFURT. Sie kommen in der Industrie zum Einsatz, in der Medizin, am Bau, in der Stadtentwicklung oder in Simulationen für autonomes Fahren: Digitale Zwillinge bilden virtuell ab, was in der Realität – oft unsichtbar – geschieht. Sie ersetzen damit Modelle und Prototypen, ermöglichen eine umfassende Nutzung von Daten und liefern Informationen über Eigenschaften oder Verhalten des realen Zwillings. Kärnten wird nun zu einem Hot Spot der Forschung rund um Digitale Zwillinge: An ihrem Standort Klagenfurt baut die Forschungsgesellschaft JOANNEUM RESEARCH ein Digital Twin Lab auf. Das Land Kärnten, das an der JOANNEUM RESEARCH beteiligt ist, finanziert die erste Aufbauphase mit einer Million Euro, wie bei einer Pressekonferenz heute in Klagenfurt bekannt gegeben wurde.
„Die Beteiligung das Landes Kärnten an der JOANNEUM RESEARCH ist eine besonders wichtige Säule der starken und stetig wachsenden Forschungsachse Süd“, betonte Landeshauptmann Peter Kaiser. „Die Forschungseinrichtungen im Land zählen wie die Bildungseinrichtungen zu unseren wichtigsten Ressourcen, denn sie produzieren den Rohstoff der Zukunft: Bildung. In den vergangenen zehn Jahren ist es uns gelungen, unsere bestehenden Forschungseinrichtungen auszubauen und neue Organisationen wie die JOANNEUM RESEARCH höchst erfolgreich anzusiedeln“, so Kaiser.
Diese positive Entwicklung schlage sich auch in Zahlen nieder: „Von 2017 auf 2019 erzielte Kärnten den größten Zuwachs an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie unternehmerischen Ausgaben für Forschung und Entwicklung aller österreichischen Bundesländer. Die Zahl der Beschäftigten ist bei uns um 18 Prozent angewachsen – im Österreich-Schnitt waren es nur elf Prozent. Die Ausgaben stiegen im gleichen Zeitraum sogar um 22 Prozent – mehr als doppelt so stark wie im Bundesdurchschnitt. Durch die Dynamik in den vergangenen zehn Jahren wurde Kärnten zum Hochtechnologieland und befindet sich heuer unter den Top-Forschungsregionen in Europa“, betonte der Landeshauptmann.
„Der Standort der JOANNEUM RESEARCH am Klagenfurter Lakeside Park ist bestens in die lebendige Kärntner Forschungslandschaft integriert. Rund um das Digital Twin Lab gibt es zahlreiche Anknüpfungspunkte mit der Universität Klagenfurt, den Lakeside Labs, der FH Kärnten, dem Wood K Plus, aber auch dem Digital Innovation Hub Süd“, sagte Forschungsreferentin LHStv.in Gaby Schaunig, und weiter: „Mit unseren Forschungsschwerpunkten sind wir in Kärnten in einer ausgezeichneten Ausgangsposition für die beiden Megatrends der Gegenwart, Digitalisierung und Grüne Wende. In beiden Bereichen kooperieren Forschungseinrichtungen und Unternehmen bereits sehr erfolgreich. Wir arbeiten ständig daran, noch mehr Kooperationsmöglichkeiten zu schaffen und investieren rund 20 Millionen Euro jährlich in die Kärntner Forschungsinfrastruktur.“
„Seit 2016 erweitern wir kontinuierlich die Forschungslandschaft in Kärnten. Zu den bereits in Kärnten etablierten Instituten ROBOTICS, LIFE und POLICIES, bringen nun unsere Expertinnen und Experten von DIGITAL ihr Know-how ein. Denn Digitalisierung ist der Schlüssel: In Zukunft werden wir viel mehr Zeit in digitalen Räumen verbringen müssen, um zukunftsfähig zu bleiben und weiter Expertise aufzubauen, um Unternehmen mit Innovationen zu begleiten und resilient zu machen. Mit dem Digital Twin Lab in Kärnten können völlig neue Umsetzungsmöglichkeiten erschlossen werden“, berichtet Heinz Mayer, Geschäftsführer der JOANNEUM RESEARCH.
Matthias Rüther, Direktor am Institut DIGITAL, ist Experte für Bildverarbeitung und hat das Forschungsthema am Institut strategisch weiterentwickelt. Seine Vision für den Standort Klagenfurt: „Wir werden hier das Forschungsthema weiter intensivieren und uns mit den digitalen Zwillingen von Verkehrswegen, Mobilität, Landwirtschaft, Maschinen, Produkten und Dienstleistungen beschäftigen. Damit lassen sich neue Themenfelder in Simulation, Verkehr, Raumplanung, Asset Management, Building Information Modeling und Ausbildung eröffnen.“
Der Aufbau des Labors wird zügig vonstattengehen. In der Ramp-up-Phase bis März 2024 erfolgt die Etablierung eines Projektteams. Der komplette Standort mit zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, 100 Quadratmetern Labor- und 130 Quadratmetern Büroflächen wird bis 2027 fertiggestellt. Anlagen und Forschungsequipment im Wert von 1,3 Millionen Euro wurden bereits an den Standort übersiedelt. Die Mittel, die Kärnten für die Startphase beisteuert, kommen aus dem europäischen Resilienzfonds.
Den Standort Klagenfurt bespielt die JOANNEUM RESEARCH bereits seit 2015. Denn da wurde ROBOTICS, das Institut für Robotik und flexible Produktion, eröffnet. Es folgten die beiden Institute POLICIES und LIFE. Mittlerweile forschen 22 Expertinnen und Experten an aktuellen Fragestellungen und unterstützen damit zahlreiche Unternehmen in Kärnten mit zukunftsfähigen Lösungen.
Die JOANNEUM RESEARCH mit Hauptsitz in Graz ist eine Innovations- und Technologieanbieterin im Bereich der angewandten Forschung. Als Forschungsgesellschaft der Länder und Regionen prägt sie mit ihren Forschungskompetenzen die Entwicklung unserer modernen Gesellschaft und Wirtschaft nachhaltig und menschenzentriert. Als multidisziplinäres Team in flexiblen, innovationsfreundlichen Strukturen lebt sie höchste gesellschaftliche und wissenschaftliche Ansprüche.
Als eine mit öffentlichem Auftrag ausgestattete Forschungseinrichtung übernimmt die JOANNEUM RESEARCH somit eine Rolle bei der Identifikation und Generierung von Lösungen für gesellschaftsrelevante Herausforderungen wie Klimawandel, Energieversorgung, digitale Transformation, Mobilität, zivile und militärische Sicherheit, aber auch von sozialen Veränderungen.



Quelle: Land Kärnten



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