Niederösterreich: Girls‘ Day findet heuer erstmals virtuell statt

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Frauen- und Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Vera Sares (Vorsitzende Frau in der Wirtschaft), Landesgeschäftsführer Sven Hergovich (AMS NÖ), Geschäftsführerin Michaela Roither (IV NÖ) bei der virtuellen Pressekonferenz „Girls Day 2021“ (v.l.n.r.)
Foto: © NLK Burchhart
21 Apr 20:00 2021 von Redaktion Salzburg Print This Article

LR Teschl-Hofmeister: Rund 560 Schülerinnen können 37 Betriebe online besuchen

Am Girls‘ Day können Schülerinnen im ganzen Land technische und handwerkliche Berufe in niederösterreichischen Betrieben kennenlernen. Aufgrund der aktuellen Beschränkungen wegen Covid öffnen die Betriebe ihre Türen nicht wie gewohnt direkt vor Ort, sondern dieses Mal auf einer virtuellen Plattform. Eine ganze Woche lang, vom 19. bis 24. April, können Schülerinnen die Unternehmen online auf ihrem Messestand besuchen und sich in Live-Chats austauschen. Wie sich dieser „Aktionstag“ konkret gestaltet, war heute Thema einer gemeinsamen Online-Pressekonferenz mit Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, IV NÖ-Geschäftsführerin Michaela Roither, AMS-Landesgeschäftsführer Sven Hergovich und Vera Sares, Vorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“.

„Der Girls‘ Day ist eine wichtige Initiative des Landes Niederösterreich zum Thema Mädchen und Technik“, sagte Landesrätin Teschl-Hofmeister. „Diesmal findet diese Veranstaltung virtuell statt und die Schülerinnen sind mit ihren Lehrerinnen und Lehrern auf einer speziellen Website unterwegs. Die Unternehmen haben virtuelle Stände für den Girls‘ Day eingerichtet und präsentieren sich. Die Mädchen können sich im Unterricht einloggen, Firmen anschauen, Rundgänge machen und sich viel Material downloaden“, hob sie hervor. „Insgesamt ist der Girls‘ Day ein Erfolgsmodell, etwa 26.000 Mädchen haben schon mitgemacht. Heuer können wir 31 Schulen und etwa 560 Mädchen ansprechen, insgesamt sind 37 Unternehmen präsent“, fuhr die Landesrätin fort. „Man verdient in technischen, handwerklichen und naturwissenschaftlichen Bereichen wesentlich mehr, außerdem herrscht Fachkräftemangel, der als Chance genutzt werden kann“, unterstrich Teschl-Hofmeister.

40 Prozent der weiblichen Lehrlinge entscheiden sich für Einzelhandel, Bürokauffrau und Friseurin. „Es gibt aber 200 Lehrberufe und damit eine viel größere Auswahl“, sprach sie einen weiteren Aspekt an. Die Metalltechnik habe in den letzten Jahren an Beliebtheit bei den weiblichen Lehrlingen gewonnen. Dieser Trend werde mit den Berufsorientierungs-Initiativen wie HTL4girls und den TechDatings noch verstärkt. Ein Treiber dieser Entwicklung könne auch sein, Elternabende künftig in Unternehmen abzuhalten, hielt sie fest.

Vera Sares, Vorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“, appellierte an die Jugend, den Girls‘ Day zur Berufsorientierung zu nutzen: „Wir versuchen junge Mädchen mit diesem Angebot bei den weitreichenden Entscheidungen in Bezug auf deren berufliche Laufbahn zu unterstützen. Die Wirtschaftskammer ist stets darum bemüht, die Vielfalt der Lehrberufe erlebbar zu machen. Mutig sein, in andere Richtungen denken und Neues ausprobieren, dafür ist der Girls‘ Day die richtige Plattform.“ Mädchen könnten dadurch über den „Tellerrand“ hinausblicken. Wichtig sei, bei der Berufswahl auf die eigenen Talente und Stärken zu achten, so Sares.

„Viele junge Frauen bringen Talent und Potenzial für zukunftsträchtige Ausbildungen im handwerklich-technischen Bereich mit“, führte Sven Hergovich, Landesgeschäftsführer AMS NÖ, aus. „Oft sind sie sich dessen aber gar nicht bewusst oder sie haben zu wenig Informationen über die Möglichkeiten und Unterstützungsangebote, die es gibt. Am Girls‘ Day haben Schülerinnen die Gelegenheit, spannende Berufe in den niederösterreichischen Unternehmen kennenzulernen. Wir bieten Frauen attraktive Sprungbretter in Berufe, die bislang noch überwiegend von Männern ausgeübt werden“, so der Landesgeschäftsführer. Die Initiative leiste einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Einkommensnachteile von Frauen. Technikerinnen und Handwerkerinnen würden auch in Krisenzeiten dringend benötigt, betonte Hergovich.

Michaela Roither, Geschäftsführerin Industriellenvereinigung NÖ, meinte: „Aus Sicht der Industrie hoffen wir, dass es bald keinen Girls‘ Day mehr braucht, um zu zeigen, dass junge Frauen für technische Berufe geeignet sind. Leider gibt es in manchen HTLs noch immer weniger als zehn Prozent Schülerinnen. Auch bei technischen Lehrberufen oder technischen Studienrichtungen sind junge Frauen immer noch unterrepräsentiert. Dadurch verpassen sie aber wichtige Chancen – schließlich warten gerade im naturwissenschaftlich-technischen Bereich die Arbeitsplätze der Zukunft, die noch dazu überdurchschnittlich gut bezahlt sind. Das vergangene Jahr hat auch gezeigt, dass Industrieberufe vergleichsweise krisensicher sind, weil die Beschäftigten in den Produktionsbetrieben das Land am Laufen gehalten haben.“



Quelle: Land Niederösterreich



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