Salzburg: Für das Brauchtum zeigen die Gasteiner Perchten vollen Körpereinsatz
Kopfschmuck und Kappen wiegen bis zu 50 Kilogramm / Rund 160 Teilnehmer sind in Bad Hofgastein auf den Beinen
(LK) Frau Perchta, der Vorteufel, der Silberkrug, die Rosenkappe, der Zwiebelturm oder der Schneider. Das sind nur sechs Beispiele von rund 160 Figuren, die heute durch das Gasteinertal ziehen. Beim Perchtenlauf in Bad Hofgastein sind Tausende Zaungäste in das weltweit einzigartige Brauchtum eingetaucht. Landesrat Maximilian Aigner hat, so wie die vielen Besucher auch, eine Referenz erhalten sowie als Glückwunsch „an Fried, an Reim und an G’sund“.
Der Pongauer Perchtenlauf ist alljährlich ein krönender Abschluss der Brauchtumsfeierlichkeiten rund um die Weihnachtszeit. Abwechselnd findet der Lauf in Bischofshofen, St. Johann im Pongau, Altenmarkt und eben im Gasteinertal statt. Am 1. Jänner sind die Mitglieder der Gasteiner Perchten bereits in Bad Gastein unterwegs gewesen. Heute war Bad Hofgastein an der Reihe. Startschuss war noch bei Dunkelheit um 6.30 Uhr. Bis zirka 18.30 Uhr werden die Perchten bis zu 350 Referenzen abhalten.
Aigner: „Jahrhundertealte Traditionen.“
Für Landesrat Maximilian Aigner zeigt die große Brauchtumsveranstaltung im Pongau wie lebendig die Volkskultur in Salzburg ist. „Jahrhundertealte Traditionen werden von den Mitgliedern der Gasteiner Perchten liebevoll gepflegt. In den Dutzenden Kappen und Hunderten Kleidern stecken unzählige Stunden an Handarbeit. Mit viel Herzblut und ehrenamtlichem Engagement wird das Brauchtum bewahrt. Die Volkskultur wird so zu einem zentralen Ankerpunkt für die Menschen in Salzburg. Das stärkt den Zusammenhalt im Gasteinertal und so auch das gesamte Land“, betont Aigner.
Perchten als immaterielles Kulturerbe
Der Ursprung des Gasteiner Perchtenlaufes liegt im Mittelalter, als die Knechte von Haus zu Haus gezogen sind. Mittlerweile wird alle vier Jahre im Gasteinertal gelaufen. Die Besonderheit der Tradition haben auch die Vereinten Nationen bestätigt. 2011 sind die Perchten in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen worden. „Der Perchtenlauf ist einzigartig. Das gesamte Tal zieht in dieser Zeit an einem Strang und ermöglicht mit viel Engagement diese Großveranstaltung. Besonders schön ist, dass meine Bürgermeisterkollegen aus Dorfgastein und Bad Gastein mitgehen“, sagt Markus Viehauser, Bürgermeister von Bad Hofgastein.
Perchtenlauf tief im Tal verwurzelt
Ein im wahrsten Sinne des Wortes Routinier ist der Hauptmann der Gasteiner Perchten, Andreas Mühlberger. Bereits zum sechsten Mal ist er heute als Hauptmann dabei, davor war er drei Mal Kappenträger. „Seit 24 Jahren darf ich den Takt bei dieser einzigartigen Brauchtumsveranstaltung vorgeben. Die Tradition ist tief mit der Bevölkerung verwurzelt. Wir haben rund 160 aktive Mitglieder. Sie warten teilweise Jahrzehnte auf einen ,Job‘ beim Lauf. Jeder muss als Nachtanzer starten. Das sind Männer, die als Frauen verkleidet sind und die Kappenträger bei der Referenz unterstützen. Die verbeugen sich bis zu 350 Mal am Tag, die Kappen wiegen bis zu 50 Kilogramm und sind bis zu 2,8 Meter hoch. Das ist körperliche Schwerstarbeit“, so Mühlberger.
Quelle: Land Salzburg
