Österreich: Frauen auf dem Vormarsch in der waffenrelevanten Community Österreichs

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Ladies Day beim SV 9mm: Frauen im Schießsport im Fokus
Foto: © SV 9mm
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Samantha Holzinger in Aktion bei der IPSC-Weltmeisterschaft
Foto: © GTML
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Amelie Eichinger-Noll am Schießstand in Wien
Foto: © EICHENWERK e.U.
20 Mär 20:00 2026 von OTS Print This Article

Steigende Beteiligung in Sport, Jagd und Sicherheitsberufen zeigt einen klaren gesellschaftlichen Wandel

Eine exakte Statistik für Österreich über den Frauenanteil in der gesamten „waffenrelevanten Community“ existiert leider nicht, weil staatliche Daten (z. B. aus dem Waffenregister) nicht öffentlich nach Geschlecht ausgewertet werden. Man kann aber auf Basis von Verbandsdaten, internationalen Vergleichsstudien, Vereinsstatistiken und Berufsstatistiken eine recht belastbare Einschätzung nach Segmenten machen. Nachstehend finden Sie aus unserer Sicht eine realistische Bandbreite, wie sie auch in sicherheits- und sportsoziologischen Analysen verwendet wird.


1. Sportschützen

geschätzter Frauenanteil: 20–30 %

Begründung:

· In klassischen Schießsportverbänden (ISSF-Disziplinen) liegt der Anteil teilweise sogar höher.

· Dynamische Disziplinen (IPSC, Practical Shooting) haben geringere Werte.

· Luftdruckdisziplinen haben oft überdurchschnittlich viele Frauen. Trend: stark wachsend

Treiber:

· Sportschießen als Präzisionssport

· niedrigere Einstiegshürden

· zunehmende Vereinsförderung für Frauen


2. Jagd

geschätzter Frauenanteil: 10–15 %

Historisch:

· Jagd stark männlich geprägt.

In den letzten 15 Jahren:

· deutlicher Anstieg der Jägerinnen

· in Jagdkursen teilweise bereits 20–30 % Frauen

· realer Gesamtanteil noch niedriger, weil ältere Jagdjahrgänge männlich dominiert sind.

Trend: kontinuierlich steigend


3. Sammler

geschätzter Frauenanteil: 2–5 %

Sammlerbereiche (historische Waffen, Militaria) sind:

· stark historisch

· technisch

· traditionell männlich geprägt

Frauenanteil wächst langsam.


4. Berufswaffenträger

Polizei

Frauenanteil: 18–22 % Trend: stark steigend.

Bundesheer

Frauenanteil: 6–8 % Bei Offiziers- und Spezialausbildung teilweise höher.

Justizwache

Frauenanteil: 15–20 %

Sicherheitsdienste

Frauenanteil: 15–25 %


5. Legale Waffenbesitzer (gesamt)

geschätzter Frauenanteil: 12–20 %

Gründe für geringeren Anteil:

· historisch männlich geprägte Hobbys

· größere Überschneidung mit technischen Berufen

· Vereinsstrukturen früher männerdominiert

Aber:

· neue Generation deutlich weiblicher

Treiber:

· Sport

· Selbstschutz

· gemeinsame Hobbys in Partnerschaften


Entwicklungstrend

Sehr wichtig: Der Frauenanteil wächst schneller als der Männeranteil.

Gründe:

1. Professionalisierung des Schießsports

2. gesellschaftliche Gleichstellung

3. Sicherheitsberufe öffnen sich stärker

4. Vereinsstrukturen werden inklusiver

5. Erhöhtes Sicherheitsbewusstsein


Vergleich innerhalb der Community

Gruppe Anteil schutzorientiert

Männer 25–35 %

Frauen 50–65 %

Auffällig ist dabei ein Unterschied in der Motivation zwischen Männern und Frauen innerhalb der waffenrelevanten Community. Während Männer häufiger über Sport, Jagd oder technisches Interesse zum Schießsport oder zum legalen Waffenbesitz kommen, spielt bei Frauen der Sicherheits- und Schutzgedanke deutlich öfter eine zentrale Rolle. Einschätzungen aus Vereinsstrukturen und internationalen Studien zeigen, dass bei etwa einem Viertel bis einem Drittel der Männer Sicherheitsüberlegungen ein wichtiges Motiv darstellen. Bei Frauen hingegen liegt dieser Anteil deutlich höher – bei rund der Hälfte oder mehr. Frauen sind damit zwar insgesamt noch eine Minderheit in der Community, bringen aber überdurchschnittlich häufig ein stark ausgeprägtes Verantwortungs- und Sicherheitsbewusstsein mit.


Fazit

Die waffenrelevante Community in Österreich verändert sich – leise, aber deutlich. Immer mehr Frauen entdecken Schießsport, Jagd oder sicherheitsbezogene Berufe für sich und bringen dabei neue Perspektiven, Professionalität und Verantwortungsbewusstsein ein. Was lange als männlich dominierter Bereich galt, zeigt heute ein anderes Bild: Kompetenz, Disziplin und Verantwortung sind keine Frage des Geschlechts.

Gerade Frauen stehen in diesem Umfeld oft exemplarisch für einen ruhigen, sachlichen Zugang zu einem sensiblen Thema. Sie verbinden sportliche Präzision, Naturverbundenheit oder berufliche Verantwortung mit einem hohen Maß an Sicherheitsbewusstsein und gesellschaftlicher Integration.

Diese Entwicklung trägt dazu bei, Vorurteile abzubauen und die waffenrelevante Community, als das sichtbar zu machen, was sie in vielen Fällen tatsächlich ist: eine vielfältige Gemeinschaft gesetzestreuer Bürgerinnen und Bürger, die Verantwortung ernst nehmen und sich aktiv in Vereinen, Berufen und der Gesellschaft engagieren.

Dass immer mehr Frauen diesen Weg mitgestalten, ist nicht nur ein Zeichen gesellschaftlicher Veränderung – sondern auch ein Gewinn für eine Kultur der Verantwortung, die auf Kompetenz, Vertrauen und gegenseitigem Respekt basiert.


Quelle: OTS



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