Tirol: Euregio-Ring der Land- und Hauswirtschaftsschulen erneuert
Unterzeichnung der neuen Euregio-Ring-Urkunde mit (v. li.): Euregio-Präsident LH Anton Mattle, Maria-Luise Schnegg (Land Tirol), Claudia Bisognin (Stiftung Edmund Mach in San Michele), LHStv Josef Geisler und Peter Prieth (Land Südtirol).
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Historisches Foto mit Vertretern der Euregio-Politik, Gründungsmitgliedern sowie amtierenden und früheren SchuldirektorInnen.
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LH Mattle und LHStv Geisler beim Unterzeichnen des neuen Abkommens.
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„Ich bin überzeugt davon, dass der Euregio-Gedanke bereits bei Kindern und Jugendlichen gelebt werden muss“, betonte LH Anton Mattle.
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„Das land- und hauswirtschaftliche Bildungswesen erweist sich weiterhin als Vorbild für die Pflege der gemeinsamen kulturellen Identität im Euregio-Gebiet“, so LHStv Josef Geisler.
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Land- und hauswirtschaftliche Fertigkeiten, Tanz, Musik und Sprache: Beim Festakt stellten Schülerinnen und Schüler die Workshop-Ergebnisse des Kulturtags vor.
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Land- und hauswirtschaftliche Fertigkeiten, Tanz, Musik und Sprache: Beim Festakt stellten Schülerinnen und Schüler die Workshop-Ergebnisse des Kulturtags vor.
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Das neue Logo des Euregio-Rings der land- und hauswirtschaftlichen Schulen.
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Insgesamt elf Schulen aus allen drei Landesteilen beteiligt
- Bund der Land- und Hauswirtschaftsschulen in der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino wird fortgeführt
- Programmreicher Kulturtag für SchülerInnen
Seit mehr als 40 Jahren arbeiten die land- und hauswirtschaftlichen Schulen in Tirol, Südtirol und Trentino im „Ring der Landwirtschaftlichen Lehranstalten“ zusammen. Als „Euregio-Ring der land- und hauswirtschaftlichen Schulen“ haben sie heute, Mittwoch, an der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Rotholz (LLA) ihre Kooperation erneuert: Bei einem Festakt wurde das neue Abkommen samt Logo und Urkunde im Zeichen der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino vorgestellt. Die erneuerte Urkunde wird von den Landeshauptleuten und den zuständigen LandesrätInnen der Euregio-Länder sowie den DirektorInnen aller elf beteiligten Schulen unterzeichnet. Ziel dieser Kooperation ist es, gemeinsame Projekte und Bildungsprogramme zu fördern sowie grenzübergreifende Kontakte und Beziehungen zu stärken.
Grenzübergreifende Kontakte, Ausbildungsprogramme und Beziehungen
Der Euregio-Präsident, Tirols Landeshauptmann Anton Mattle, betonte: „Die Schulen beabsichtigen, ihre Beziehungen zu fördern, fachliche Kontakte gezielt auszubauen, Ausbildungsprogramme wechselseitig zugänglich zu machen und sich bei der Erfüllung des Bildungsauftrags für junge Menschen im ländlichen Raum zu unterstützen. Hier wird der Euregio-Gedanke in seiner grenzenlosen Kraft umgesetzt – gemeinsam. Genau deshalb haben wir auch dieses Motto für unsere Präsidentschaft gewählt. Ich bin überzeugt davon, dass der Euregio-Gedanke bereits bei Kindern und Jugendlichen gelebt werden muss.“
An die Ring-Gründung im Landesgedenkjahr 1984 erinnerte der für Land- und Forstwirtschaft zuständige LHStv Josef Geisler: „In all diesen Jahren haben sich die Schulen außerordentlich aktiv ausgetauscht und in vielen Gemeinschaftsprojekten zusammengearbeitet. Damit erweist sich der ländliche Raum und das land- und hauswirtschaftliche Bildungswesen weiterhin als Vorbild für die Pflege der gemeinsamen kulturellen Identität im Euregio-Gebiet, das unser gemeinsames Erbe respektiert und die grenzübergreifende Verbundenheit lebt.“
Konferenzen, Bildung, Projekte, Kultur und Sport
Jährlich organisieren die Schulen gemeinsam eine Direktorenkonferenz, einen Kulturtag, Projektwochen, einen Wintersporttag sowie Fortbildungen für Lehrkräfte, wie der Direktor der Südtiroler Fachschule Laimburg Paul Mair und Claudia Bisognin von der Trentiner Stiftung Edmund Mach in San Michele all’Adige berichteten.
Im Rahmen des Festakts wurden auch die Ergebnisse des gemeinsamen Kulturtags an der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Rotholz vorgestellt: Dabei setzten sich SchülerInnen und Lehrkräfte aus der gesamten Euregio unter dem Motto „Zsomm“ mit land- und hauswirtschaftlichen Themen, kulturellen Fertigkeiten und den Gemeinsamkeiten und Unterschieden der regionalen Dialekte auseinander.
Geschichte
- Der Tiroler Landtag beschloss 1868 die Gründung landwirtschaftlicher Schulen in Rotholz und San Michele all’Adige, die ab 1874 bzw. 1879 ihren Betrieb aufnahmen.
- Die agrarische Ausbildung war historisch eng zwischen den Landesteilen Tirol, Südtirol und Trentino verknüpft; nach dem Zweiten Weltkrieg besuchten Südtiroler SchülerInnen meist Schulen in Nordtirol, eigene Schulen entstanden erst ab den 1950er-Jahren.
- 1983 wurde ein Partnerschaftsvertrag zwischen Rotholz und San Michele unterzeichnet.
- 1984 gründeten alle Tiroler und Südtiroler Schulen den „Ring Landwirtschaftlicher Lehranstalten“, der die Zusammenarbeit förderte.
- Die Vision von Austausch und disloziertem Unterricht scheiterte zunächst an Grenzbalken und versicherungsrechtlichen Fragen, entwickelte sich aber mit der Zeit zu einer Erfolgsgeschichte.
- Im Jahr 1996 wurde die Stiftung Edmund Mach aus Trentino in den Ring aufgenommen, wodurch die Zusammenarbeit weiter gestärkt wurde.
Euregio-Ring heute
- Gründe für ein neues Abkommen und Logo: Die Rahmenbedingungen haben sich bis heute verändert. Aus zwei sind elf beteiligte Schulen geworden, einige Standorte wurden verlegt und Schuldirektionen teilweise zusammengelegt; die Hauswirtschaft wird als gleichwertiger Ausbildungsschwerpunkt gesehen.
- Zu den gemeinsamen Projekten des Rings zählen Mobilitätswochen, Wintersporttage, landwirtschaftlich-alpine Fachwettbewerbe, der Hauswirtschafts-Award, Gesamttiroler Kulturtage und jährliche LehrerInnenfortbildungen.
- Seit 2023 vergibt die Euregio die Auszeichnung „Euregio-Schulpartnerschaft“ für Schulen, die mit einer Schule aus einem anderen Landesteil kooperieren. Viele land- und hauswirtschaftliche Schulen nehmen auch im Schuljahr 2026/27 wieder daran teil.
Elf Schulen
Im Schuljahr 2025/26 besuchten knapp 3.000 SchülerInnen die Schulen der drei Euregio-Länder (Tirol: 1.694, Südtirol: 957; Trentino: 300). Davon nahmen knapp 500 an gemeinsamen grenzübergreifenden Veranstaltungen teil.
Folgende Schulen gehören dem Ring an:
Tirol
- Imst – Fachschule für Landwirtschaft, Betriebs- und Haushaltsmanagement
- Landeck-Perjen – Fachschule für ländliches Betriebs- und Haushaltsmanagement
- Lienz – Fachschule für Landwirtschaft, Betriebs- und Haushaltsmanagement
- Rotholz – Fachschule für Landwirtschaft, Betriebs- und Haushaltsmanagement
- St. Johann i. T. – Fachschule für Landwirtschaft, Pferdewirtschaft, Betriebs- und Haushaltsmanagement
Südtirol
- Dietenheim – Fachschule für Landwirtschaft, Hauswirtschaft und Ernährung
- Fürstenburg, Kortsch – Fachschulen für Land- und Forstwirtschaft, Hauswirtschaft und Ernährung
- Haslach, Neumarkt, Tisens – Fachschulen für Hauswirtschaft und Ernährung
- Laimburg – Fachschule für Obst- und Weinbau, Kellerwirtschaft, Gärtner:innen, Florist:innen, Lebensmitteltechniker:innen und Winzer:innen
- Salern – Fachschule für Land- und Hauswirtschaft
Trentino
- San Michele all’Adige – Stiftung (Fondazione) Edmund Mach: Bildungs- und Forschungszentrum für Landwirtschaft, Bioökonomie, Ökologie, Biodiversität, Umwelt, Ernährung und Forstwirtschaft
Quelle: Land Tirol
