Burgenland: Erweitertes Angebot für Menschen mit Behinderung im Haus St. Stephan in Oberpullendorf

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Landesrat Dr. Leonhard Schneemann (Mitte) übergab Brot und Salz an Caritas-Direktorin Melanie Balaskovics (r.) und Bereichsleiterin Lisa Milkovits (l.) im Zuge der Eröffnung. 
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland/Büro LR Schneemann
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Landesrat Dr. Leonhard Schneemann (Mitte) übergab Brot und Salz an Caritas-Direktorin Melanie Balaskovics (r.) und Bereichsleiterin Lisa Milkovits (l.) im Zuge der Eröffnung. 
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland/Büro LR Schneemann
13 Mai 08:00 2022 von Redaktion Salzburg Print This Article

Landesrat Dr. Leonhard Schneemann eröffnete am Tag der Pflege die neue Wohneinheit und Autismus-Werkstätte

Im Caritas-Haus St. Stephan in Oberpullendorf werden seit 28 Jahren Menschen mit Behinderung ganztägig betreut. Nachdem es vor allem im Autismus eine steigende Nachfrage gibt, wurde nun dieses Angebot erweitert. Bereits im März 2022 startete die Caritas im Haus St. Stephan mit einer neuen Gruppe für Menschen im Autismus-Spektrum. Die Klientinnen und Klienten werden dort von einem multiprofessionellem Team jeden Tag 24 Stunden betreut. Die zusätzliche Wohneinheit, die heute, Freitag, eröffnet wurde, bietet Platz für sechs Personen im Autismus-Spektrum. Im Haus St. Stephan werden in individuell eingerichteten Wohneinheiten insgesamt 24 Bewohnerinnen und Bewohner durch professionelle Rundumversorgung in allen Belangen des täglichen Lebens begleitet und betreut. Im Tageszentrum werden von Montag bis Freitag verschiedene Beschäftigungsprogramme für 27 Personen angeboten. Heute, Donnerstag, am 12. Mai 2022, wird zudem der Tag der Pflege gefeiert.

Bei der Eröffnung der neuen Wohneinheit und Werkstätte erklärte Landesrat Dr. Leonhard Schneemann: "Wir feiern diesen Tag, um die Leistungen der Menschen in Pflegeberufen in den Mittelpunkt zu rücken. Ihre Arbeitssituation soll verbessert und das Pflegesystem allgemein zukunftsfit gestaltet werden. In der Altenpflege beschreitet das Land Burgenland einen beispiellosen Weg in ganz Österreich." Der Soziallandesrat sprach dabei auch das kürzlich verkündete Modell der Anstellung für Personen in der Pflegeausbildung oder die Finanzierung der Ärzte- und Ärztinnen-Ausbildung mit der Universität Krems an.
In Österreich leben rund 85.000 Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung. Corona machte es den Betroffenen und ihren Angehörigen nicht leichter. Viele betroffenen Menschen wurden depressiv, zogen sich vollständig zurück und benötigten noch mehr Hilfe als vor der Pandemie. "Daher bin ich stolz darauf, dass die Caritas mit der finanziellen Unterstützung des Landes eine im Burgenland einzigartige Einrichtung geschaffen hat", so Landesrat Dr. Leonhard Schneemann. Ziel ist es, den bis zu sechs Klientinnen und Klienten eine bestmögliche Förderung und adäquate Betreuung zu bieten. "Der Weg zu mehr Inklusion geht selbstverständlich nicht von heute auf morgen. Dennoch ist jede weitere Einrichtung wichtig, um das Ziel zu erreichen", sagte Schneemann.
Caritas-Direktorin Melanie Balaskovics betonte dazu: Wir freuen uns, dass im Haus St. Stephan Menschen im Autismus-Spektrum ein neues Zuhause finden. Dort werden sie optimale und ganzheitliche Betreuung entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten bekommen. Ich bedanke mich für die Kooperation mit dem Land, es ist die erste Einrichtung mit diesem speziellen Angebot im Burgenland", sagte Balaskovics.

"Pflege daheim, statt im Heim"
Im Burgenland wird das Credo "Pflege daheim, statt im Heim" verfolgt. Dennoch sind manche Situationen zuhause für Familien und Angehörige nicht mehr tragbar. "Daher bin ich sehr dankbar, mit der Caritas einen engagierten Partner an der Seite des Landes zu haben. Dieser erweitert mit dem Zubau für Menschen mit Autismus-Spektrum sein Angebot und bereitet dadurch Familien und Angehörigen eine große Hilfe und Entlastung", sagte Schneemann in Oberpullendorf. Ihm geht es vor allem um die Gleichbehandlung, das ist der zentrale Punkt im Bereich der Behindertenpolitik. "Gleichbehandlung von Menschen mit und ohne Behinderungen in allen Bereichen des täglichen Lebens ist in unserem Zukunftsplan Burgenland fest verankert", sagte der Landesrat.
Insgesamt werden im Burgenland rund 400 Wohnplätze für Menschen mit Behinderungen sowie Menschen mit psychischen Erkrankungen und fast 840 Tagesstrukturplätze angeboten. Vor wenigen Jahren gab es für die Betreuung von behinderten Menschen im Burgenland nur geringe finanzielle Unterstützungen. Aktuell bietet das Land Burgenland eine Vielzahl von Leistungen an. Neben den Wohn-Tagesstrukturplätzen finanziert das Land Burgenland noch viele andere Hilfeleistungen in der Behindertenhilfe. Dazu gehören etwa die Heilbehandlung, Erziehung und Schulbildung, Berufliche Eingliederung, Orthopädische Versorgung und andere Hilfsmittel oder die persönliche Assistenz. Fast die Hälfte des Landesbudgets fließt in die Bereiche Soziales und Gesundheit. Insgesamt stellt das Land Burgenland für alle Leistungen der Behinderungen rund 55 Millionen Euro zur Verfügung. Mehr als die Hälfte wird in die Wohn- und Tagesstrukturplätze investiert.


Quelle: Land Burgenland



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