Vorarlberg: Eine Videoarbeit und die Couch im blauen Koffer

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Videoinstallation: ©Maria Alcaide
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Videoarbeit : © Ely Daou
21 Jun 10:00 2022 von Redaktion International Print This Article

Austausch Barcelona – Bregenz 2022: Maria Alcaide und Ely Daou präsentieren die Ergebnisse ihres Stipendienaufenthaltes im DWDS

Bregenz (VLK) – Seit 2020 ergänzt der KünstlerInnen-Austausch mit der spanischen Organisation Hangar.org in Barcelona das Stipendienangebot des Landes Vorarlberg. Dieses Jahr verbringen die beiden Vorarlberger Künstlerinnen Selina Reiterer und Janine Maria Schneider zwei Monate in Barcelona, während gleichzeitig die beiden spanischen Kunstschaffenden Maria Alcaide und Ely Daou in Bregenz gearbeitet haben. Ihre dabei entstandenen Werke sind ab Mittwoch, 22. Juni in der Ausstellung „Was wäre, wenn“ im Bregenzer Kunstraum DWDS zu sehen.

Zu den kulturpolitischen Schwerpunkten des Landes Vorarlberg zählen die Internationalisierung von Vorarlberger Kunst sowie die Vernetzung mit dem Ausland über Austauschprojekte und Stipendien. „Der Austausch mit der spanischen Organisation Hangar.org in Barcelona ist unser jüngstes Stipendium und wird von den Kunstschaffenden beider Länder bereits sehr gerne angenommen“, erklärt Kulturreferentin und Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink.

In diesem Jahr sind die Vorarlberger Textilkünstlerin Selina Reiterer und die Fotografin Janine Maria Schneider in Barcelona zu Gast, während die spanischen Kunstschaffenden Maria Alcaide und Ely Daou die vergangenen zwei Monate in Bregenzer verbracht und gearbeitet haben. Ihr Arbeitsaufenthalt endet mit der Präsentation der in Vorarlberg entstandenen Werke in der Ausstellung „Was wäre, wenn“ im Bregenzer Kunstraum DWDS.

Schönheit als Thema
Eine experimentelle Reise und einen “Spaziergang auf dem Weg der Schönheit“ unternimmt Maria Alcaide (geboren 1992 in Huelva/Spanien) in ihrer Videoarbeit „I link therefore I am. Un paseo por el palo de la belleza“. Darin verarbeitet die Künstlerin, die ihren Abschluss in Kunst an der Universität von Sevilla gemacht und in Paris und Barcelona studiert hat und bereits auf zahlreiche internationale Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen sowie Auszeichnungen verweisen kann, mit unterschiedlichen Texten und Bildern. Poetischer Ausgangspunkt ist das Gedicht „Kleiner Wiener Walzer“ des spanischen Lyrikers Federico Garcia Lorca. Maria Alcaide bringt die Verse in Verbindung mit in Bregenz aufgenommenem Videomaterial und geht der Frage nach, wie heute über Schönheit gesprochen werden kann. In ihrer Videoinstallation breiten sich Wachsblumen, Spiegel und handgeschriebene Typografien im auch von Außen gut einsehbaren DWDS-Raum aus.

Der blaue Koffer ist gepackt
Seinen Koffer schon so gut wie gepackt hat Ely Daou. Dafür hat der 1986 in Beirut/Libanon geborene, in Barcelona und Berlin lebende Künstler, auch hart gearbeitet. Die in Bregenz entstandene Arbeit „Un-Couch“ ist exemplarisch für sein Schaffen, das Aktionen des/seines Körpers und Dauer-Performances umfasst und schon mehrfach international gezeigt und aufgeführt wurde. Ely Daou hinterfragt und protestiert mit seinem Werk, das mitunter auch absurde Wendungen nimmt, er thematisiert soziale (Un)Gerechtigkeit aber auch Aspekte von Erinnerung, Identität und Zeit. Nachdem ihm in seiner ersten Woche in Vorarlberg gesagt wurde, dass Ausländer und Einwanderer hier akzeptiert würden, sofern sie hart arbeiten, hat er sich täglich fleißig, 8 bis 14 Stunden, an die Arbeit gemacht. Sein Ziel: Eine gefundene, zweisitzige blaue Couch sorgfältig zu zerlegen und die verschiedenen Materialien in kleine Stücke zu zerschneiden, damit sie schließlich in seinen blauen Koffer (65x40x30 cm) passt und mit dem Künstler zurück nach Barcelona reisen kann.


Ausstellung „Was wäre, wenn“, Maria Alcaide und Ely Daou
DWDS, Jahnstraße 13 – 15, 6900 Bregenz
Eröffnung: Mittwoch, 22. Juni 2022, 18:00 Uhr, KünstlerInnengespräch mit Kirsten Helfrich
Öffnungszeiten: 23. bis 26. Juni 2022, täglich von 17:00 bis 19:00 Uhr
Maria Alcaide und Ely Daou sind während der Öffnungszeiten anwesend und für Gespräche bereit.


Quelle: Land Vorarlberg



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