Salzburg: Die Salzburger Landtagswahl in Zahlen

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Foto: Land Salzburg/APA
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24 Apr 17:46 2023 von Redaktion Salzburg Print This Article

Landesstatistik zieht Bilanz / Vorzugsstimmen /Hochburgen / Mehrheiten / Wählerströme

(LK) Die Landtagswahl 2023 hat die politische Landschaft in Salzburg stark verändert. Die Sieger der Wahl sind die FPÖ und die KPÖ, die ÖVP verteidigt trotz Verlusten Platz 1, die SPÖ und GRÜNE verlieren, NEOS, WIRS und MFG schaffen es nicht in den Landtag.

„Es war ein spannender Wahltag, wie ich ihn selten erlebt habe. Man kann durchaus von großen Veränderungen sprechen, die wir schon am Wahlabend ausführlich beleuchtet haben. Jetzt einen Tag danach haben wir noch einmal genau auf die Zahlen geblickt und auch die Vorzugsstimmen liegen nun vor“, so der Leiter der Landesstatistik Gernot Filipp, der ausführliche Bilanz zieht.

16.280 Vorzugsstimmen auf Landeslisten

In Summe 16.280 Vorzugsstimmen wurden auf Landeslisten vergeben. Hier führt die Top-5 Josef Schwaiger von der ÖVP mit 3.420 an vor seinen Parteikollegen Stefan Schnöll mit 1.769 und Wilfried Haslauer mit 1.661. Marlene Svazek von der FPÖ erhielt 1.546, Tarik Mete von der SPÖ 694 Vorzugsstimmen.

Die Vorzugsstimmen der Spitzenkandidaten

Im Vergleich der Vorzugsstimmen für Spitzenkandidat*innen auf der Landesliste führt Wilfried Haslauer (1.661) vor Marlene Svazek (1.546), Kay-Michael Dankl (675), David Egger (653), Martina Berthold (368) und Andrea Klambauer (172).

Vorzugsstimmen in der Stadt Salzburg

Während für Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Spitzenkandidat der ÖVP, nur auf der Bezirksliste der Stadt Salzburg Vorzugsstimmen vergeben werden konnten, waren die anderen Spitzenkandidaten in allen Bezirken vertreten. Das Ergebnis der Vorzugsstimmen in der Stadt Salzburg sieht demnach so aus: Kay-Michael Dankl (KPÖ) 6.355, Wilfried Haslauer (ÖVP) 5.594, Marlene Svazek (FPÖ) 5.366, David Egger (SPÖ) 2.310, Martina Berthold (GRÜNE) 1.769, Andrea Klambauer (NEOS) 724.

Vorzugsstimmen in den Bezirken

Die Vorzugsstimmen verteilen sich in den Bezirken folgendermaßen – ohne Wilfried Haslauer (ÖVP), der nur in der Stadt Salzburg und auf der Landessliste zur Wahl stand (siehe oben):

  • David Egger: Hallein 1.065, Flachgau 3.044, Pongau 1.477, Lungau 258, Pinzgau 1.448
  • Marlene Svazek (FPÖ): Hallein 4.096, Flachgau 10.605, Pongau 5.324, Lungau 1.747, Pinzgau 5.768
  • Martina Berthold (GRÜNE): Hallein 538, Flachgau 1.770, Pongau 419, Lungau 68, Pinzgau 507
  • Andrea Klambauer: Hallein 333, Flachgau 919, Pongau 632, Lungau 78, Pinzgau 384
  • Kay-Michael Dankl (KPÖ): Hallein 1.541, Flachgau 4.052, Pongau 1.066, Lungau 229, Pinzgau 1.062

Vorläufiges Ergebnis mit Wahlkarten

Hier noch einmal das vorläufige Ergebnis der Landtagswahl 2023:

  • ÖVP: 30,4 Prozent (-7,4 Prozentpunkte)
  • SPÖ: 17,9 Prozent (-2,2 PP)
  • FPÖ: 25,7 Prozent (+6,9 PP)
  • GRÜNE: 8,2 Prozent (-1,1 PP)
  • NEOS: 4,2 Prozent (-3,1 PP)
  • KPÖ: 11,7 Prozent (+11,3 PP)
  • WIRS: 1,21 Prozent (+1,2 PP)
  • MFG: 0,78 Prozent (+0,8 PP)

Mögliche Koalitionen

Der Wahltag hat folgende Aufteilung der Landtagsmandate mit sich gebracht. Die ÖVP verliert drei und hält nun bei zwölf, die FPÖ legt auf zehn zu (+3), die SPÖ erhält sieben (-1), die KPÖ vier und die Grünen bleiben bei drei der insgesamt 36 Mandate. „Damit wären theoretisch zwei Zweier-Koalitionen möglich. Eine von ÖVP und FPÖ mit 22 Mandaten sowie eine ÖVP-SPÖ-Koalition mit 19 Mandaten, also einer knappen Mehrheit“, so Landesstatistiker Gernot Filipp. Ob noch andere Koalitionsvarianten mit drei Partnern in Frage kommen, werden die Sondierungsgespräche zeigen, die Landeshauptmann Wilfried Haslauer angekündigt hat.

269.190 gültige Stimmen abgegeben

274.521 Stimmen wurden bei der Landtagswahl abgegeben, davon waren 269.190 gültig und 5.331 (1,9 Prozent) ungültig. Die abgegebenen Stimmen nach Bezirken:

  • Stadt Salzburg: 59.599 abgegebene Stimmen, davon 720 ungültig
  • Flachgau: 82.909 abgegebene Stimmen, davon 1.651 ungültig
  • Tennengau: 32.238 abgegebene Stimmen, davon 743 ungültig
  • Pongau: 42.520 abgegebene Stimmen, davon 896 ungültig
  • Pinzgau: 44.979 abgegebene Stimmen, davon 1.046 ungültig
  • Lungau: 12.276 abgegebene Stimmen, davon 275 ungültig

Gewinne und Verluste nach Bezirken

Hier der Überblick, in welchen Bezirken die Parteien bei der Landtagswahl die stärksten Gewinne beziehungsweise Verluste im Vergleich zur Wahl 2018 eingefahren haben:

  • ÖVP: -13,5 Prozent Lungau
  • SPÖ: -6,6 Prozent Stadt Salzburg
  • FPÖ: +13,9 Prozent Lungau
  • GRÜNE: -3,6 Prozent Stadt Salzburg
  • NEOS: -4,6 Prozent Stadt Salzburg
  • KPÖ: +20,3 Prozent Stadt Salzburg

Mehrheiten in den Gemeinden verschoben

Die Mehrheitsverhältnisse in den 119 Gemeinden haben sich im Vergleich zur Landtagswahl 2018 sehr deutlich verschoben. Konnte die ÖVP 2018 noch in 25 Gemeinden eine absolute Mehrheit verzeichnen, waren es gestern nur noch zwei. „Die Anzahl der Gemeinden mit einer relativen ÖVP-Mehrheit sank von 89 auf 80. Im Gegenzug gewann die FPÖ bei der gestrigen Wahl in 31 Gemeinden die relative Mehrheit, ein Zuwachs von 30 im Vergleich zu 2018. Die SPÖ konnte die relative Mehrheit von vier auf sechs Gemeinden ausweiten“, fasst Gernot Filipp zusammen.

Wahlbeteiligung deutlich gestiegen

Mit 70,9 Prozent ist die Wahlbeteiligung gestern deutlich gestiegen. 2018 waren es lediglich 65 Prozent. Nach Bezirken führt der Lungau mit 77,6 Prozent. Am wenigsten Menschen, nur 63,5 Prozent, machten in der Stadt Salzburg von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Dazwischen liegen der Tennengau mit 74,9, der Pongau mit 73,8, der Flachgau mit 72,9 und der Pinzgau mit 71,5 Prozent.

Höchste Wahlbeteiligung in St. Kolomann

Die Tennengauer Gemeinde St. Kolomann hatte gestern mit 89,4 Prozent die höchste Wahlbeteiligung. Hier die Übersicht der fünf Gemeinden mit den höchsten Werten:

  • St. Koloman: 89,4 Prozent
  • Krispl: 86,0 Prozent
  • Göriach: 85,8 Prozent
  • Forstau: 84,6 Prozent
  • Hintersee: 83,7 Prozent

Niedrigste Wahlbeteiligung in der Stadt Salzburg

Die fünf Gemeinden mit der niedrigsten Wahlbeteiligung sind folgende:

  • Stadt Salzburg: 63,5
  • Zell am See: 64,7
  • Bürmoos: 65,7
  • Saalfelden: 66,8
  • Hallein: 66,8

Wählerstromanalyse

Die Wählerstromanalyse von Landesstatistiker Gernot Filipp zeigt deutliche Bewegung bei Stammwählern. „Die ÖVP konnte ihre Stammwählerschaft trotz der Verluste in relativ hohem Ausmaß mobilisieren, verliert aber Stimmen vor allem an die FPÖ. Die SPÖ verliert vor allem Stammwähler, die bei dieser Wahl nicht mehr mobilisiert werden können sowie an die KPÖ“. Neben Stimmen von ehemaligen ÖVP-Wählern gewinnt die FPÖ vor allem viele Stamm- und Nichtwähler. „Die KPÖ sammelte in erster Linie Stimmen von SPÖ, Grünen und NEOS, kann aber auch viele Nicht- und Erstwähler aktivieren. Die Grünen gewannen von den NEOS. Die NEOS verloren an KPÖ, GRÜNE und ÖVP“, bilanziert Gernot Filipp.

Alle Ergebnisse, Grafiken, Infos und Reaktionen

Das Land Salzburg informiert mit Hochrechnungen, Ergebnissen, Infos, Analysen und Reaktionen sowie detaillierten Grafiken (inklusive Koalitionsrechner) in Zusammenarbeit mit der Austria Presse Agentur (APA).


Quelle: Land Salzburg



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