Österreich: Deutsche Bundesregierung weist Weg zu Technologieoffenheit in der europäischen Automobilpolitik

Slide background
Deutsche Bundesregierung weist Weg zu Technologieoffenheit in der europäischen Automobilpolitik
Foto: Birner/Markus Wache
15 Apr 16:26 2026 von OTS Print This Article

Ersatz fossiler Kraftstoffe durch eFuels soll in der EU als Klimaschutzmaßnahme anerkannt werden

Die deutsche Koalitionsregierung hat ihre Positionen zur Reform der umstrittenen CO2-Grenzwerte auf EU-Ebene festgelegt. „Dieses von CDU/CSU und SPD erarbeitete Maßnahmenpaket führt verschiedene Ansätze zusammen und weist den Weg zu einer Reform der umstrittenen Flottengrenzwerte. Dieses sollte von einer breiten Mehrheit im Parlament und Rat mitgetragen werden können“, begrüßt Stephan Schwarzer, Generalsekretär der eFuel Alliance Österreich, den Durchbruch in Berlin.

Kern des Pakets ist, dass Fahrzeuge, die ausschließlich mit erneuerbaren Kraftstoffen wie eFuels oder fortschrittlichen Biofuels betrieben werden, im Rahmen der Flottenregulierung als Nullemissionsfahrzeuge anerkannt werden sollen. Dafür soll eine eigene Fahrzeugkategorie geschaffen werden. Außerdem soll die Verwendung von grünem Stahl verpflichtend gemacht werden. Die von der EK vorgesehenen Beschaffungsquoten bei Firmenflotten werden hingegen abgelehnt. Auch nach Auffassung der Alliance wären diese eine über das Ziel hinausschießende Überregulierung, die nicht mehr zum Industrial Clean Deal der EU passt.

Ziel der deutschen Bundesregierung ist die Stärkung der europäischen Automobilindustrie, ein Anliegen, das eine Vielzahl der Mitgliedstaaten existenziell betrifft. Österreich ist eines der Länder, das am stärksten unter dem Niedergang dieser Schlüsselindustrie leidet. Die Dachverbände der europäischen Autoindustrie sowie der Zulieferer haben die Verantwortlichen auf EU-Ebene mit Nachdruck dazu aufgefordert, mehrere Optionen aufzumachen, um den Niedergang der Branchen besser zu stoppen.

Der bisher verfolgte Ansatz, ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge zuzulassen, hat den Nachteil, dass er nur bei Neuwagen Wirkung zeigt. Dadurch greift diese Maßnahme zu langsam und kann einen effizienten Klimaschutz im gewünschten Zeitrahmen nicht gewährleisten. Die Berliner Beschlüsse sind ausdrücklich nicht als Absage an die Elektromobilität zu verstehen. Es wurde erkannt, dass das Verbot aller Alternativen zur E-Mobilität chinesischen Automobilkonzernen auf dem europäischen Automobilmarkt Tür und Tor öffnet und europäische Hersteller von chinesischen Rohstofflieferungen abhängig macht. Namhafte europäische Autohersteller investieren stark in innovative hybride Antriebskonzepte, weil die Nachfrage danach weltweit steigen wird. Diese wären nach bestehender EU-Rechtslage aber ab 2035 ausgeschlossen.

eFuels sind eine „Versicherung“ gegen Lieferausfälle bei Erdöl

eFuel-Importe müssen die Meerenge von Hormus nicht passieren und können in vielen Ländern abseits des Nahen Ostens produziert werden, sie sind funktionsgleich mit erdölbasierten Produkten. Je mehr eFuels es an den Tankstellen gibt, desto weniger wird Europa verwundbar sein, wenn die Meerenge blockiert ist.

„Die von Deutschland nunmehr unterstützten eFuels und fortschrittlichen Biokraftstoffe werden wesentlich dazu beitragen, die Preisschwankungen auf den Erdölmärkten für die Kunden abzufedern“, argumentiert Stephan Schwarzer.

„Wir erwarten, dass eine breite Mehrheit der Mitgliedstaaten – darunter auch Österreich – sowie der EU-Parlamentarier die deutschen Vorschläge unterstützen. Es war ein Fehler, weitreichende, nicht zu Ende gedachte Maßnahmen mit knappen Mehrheiten durchzusetzen. Die Bevölkerung ist der oberste Souverän in der Demokratie, und sie ist gegen Verbote, die das individuelle Mobilitätsverhalten in ein Korsett zwängen. Darauf muss die EU Rücksicht nehmen, und deshalb muss sie, wie von Deutschland nunmehr vorgeschlagen, mehr als nur eine Option anbieten“, so Schwarzer abschließend.


Quelle: OTS



  Markiert "tagged" als:
  Kategorien: