Niederösterreich: Cybersicherheitskonferenz im „Haus der Digitalisierung“

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Niederösterreich

21 Apr 08:00 2023 von Redaktion Salzburg Print This Article

Mit fortschreitender Digitalisierung steigt die Gefahr von Cyberbedrohungen in allen Lebensbereichen weiter an

Die Digitalisierung ist weiter auf dem Vormarsch und eröffnet neue Chancen und Möglichkeiten. Mit den Chancen untrennbar verbunden sind aber auch Risiken, denn je digitaler unser Leben und die Welt um uns herum werden, desto mehr Angriffsstellen gibt es für Cyberkriminalität. Beispielsweise kam es 2022 zu einem Hacker-Angriff auf das Land Kärnten. Ergebnis der Aufarbeitung war unter anderem eine Cybersicherheitskonferenz in Kärnten. Da dieser Cyberangriff viele Fragen aufgeworfen und Bedrohungsszenarien offengelegt hat, wurde entschieden, die Cybersicherheitskonferenz auszuweiten und den Austausch weiter zu vertiefen. Die diesjährige Cybersicherheitskonferenz fand gestern im „Haus der Digitalisierung“ in Tulln ihre Fortsetzung.

Zahlreiche Expertinnen und Experten aus den Bereichen IT, Wirtschaft, Verwaltung und Bildung kamen zum Austausch und zum Vernetzen nach Tulln und beleuchteten das Thema Cybersicherheit aus dem Bereich Wirtschaft, Verwaltung und dem Bildungsbereich. Am Programm standen neben einer spannenden Keynote von Philipp Amann, Head of Strategy beim European Cybercrime Centre von Europol, mehrere Diskussionspanels zu Cybersicherheit und Sensibilisierungsmaßnahmen.

Eine hochkarätige Podiumsdiskussion mit Innenminister Gerhard Karner, Hermann Erlach, General Manager von Microsoft Österreich, der Leiterin der IT Abteilung vom Land Niederösterreich Petra Stummer, WKNÖ-Direktor Johannes Schedlbauer, Michaela Roither, Geschäftsführerin der IV-NÖ, Helmut Leopold, Head of Center for Digital Safety & Security am AIT - Austrian Institute of Technology, sowie Karl Fritthum, Bildungsdirektor für Niederösterreich, rundete die Cybersicherheitskonferenz ab. Die gestrige Expertenveranstaltung war auch der Kick-off für eine gemeinsame Roadshow von Innenministerium und „Haus der Digitalisierung“, die für Cybergefahren sensibilisieren soll. „Prävention durch Sensibilisierung. Das ist ein entscheidender Faktor im entschlossenen Vorgehen gegen Kriminalität im Cyberraum. Die gemeinsame Roadshow ist dabei ein wichtiger Beitrag", so Gerhard Karner. Stationen der Roadshow sind Krems (16. Mai), Klosterneuburg (15. Juni), Wieselburg (19. September), St. Pölten (12. Oktober) und Wiener Neustadt (November 2023). Zielgruppen sind Verwaltung, Wirtschaft und der Bildungssektor. Entsprechend legt die Roadshow an jeder Station jeweils Halt an einer Schule, der Bezirkshauptmannschaft und der örtlichen Wirtschaftskammer-Bezirksstelle ein.

Partner der Roadshow sind neben dem „Haus der Digitalisierung“ und dem Bundesministerium für Inneres, weiters die Wirtschaftskammer NÖ, die IV-NÖ, das Kompetenzzentrum Sicheres Österreich (KSÖ) und die Microsoft Österreich Initiative „Mach heute Morgen möglich“. Die Cybersicherheitskonferenz und die Roadshow verfolgen das Ziel, die Sensibilisierung für Cybergefahren zu steigern, zu vernetzen und damit Angriffen vorzubeugen. Wenn sich alle Beteiligten der Gefahren der digitalisierten und vernetzten Welt bewusst sind und ihr Handeln daran orientieren, können viele Gefahren von vornherein ausgeschlossen werden.

„Um unsere wertvollen Daten, unsere digitalen Infrastrukturen und letztendlich unsere Gesellschaft zu schützen, ist es notwendig, eine ganzheitliche Cybersicherheitsstrategie zu verfolgen. Dabei geht es nicht nur um das Schützen, sondern auch das Nützen der Daten, um einen europäischen Datenwirtschaftsraum möglich zu machen. Aus diesem Grund ist Sicherheit eine der vier Säulen der österreichweiten Digitalisierungsinitiative ‚Mach heute Morgen möglich‘. Diese haben wir 2022 mit zahlreichen Partnern ins Leben gerufen und sie zählt heute mehr als 240 unterstützende Unternehmen und Organisationen in Österreich. Damit wollen wir unter anderem ein Bewusstsein dafür schaffen, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Bildung im Bereich Cybersicherheit notwendig ist. Die Diskussion mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen im Rahmen der Cybersicherheitskonferenz im ‚Haus der Digitalisierung‘ und die darauffolgende Roadshow sind wichtige Schritte in die richtige Richtung“, so Hermann Erlach, General Manager bei Microsoft Österreich.

Helmut Leopold, Head of Center for Digital Safety & Security, meinte:„Nur durch eine umfassende Zusammenarbeit zwischen angewandter Forschung, öffentlicher Hand und Wirtschaft & Industrie können wir unsere digitalen Infrastrukturen schützen und uns gegen Angriffe verteidigen. Eine entsprechende Ausbildung und Schulung aller Entwickler aber auch Nutzer von digitaler Technik ist der Schlüssel zur Stärkung der Resilienz unserer Gesellschaft in der enorm gestiegenen Abhängigkeit von digitalen Systemen und ein grundlegender Beitrag für die Europäische Datensouveränität“.

IV – Niederösterreich Geschäftsführerin Michaela Roither führte aus:„Die digitale Transformation ist essentiell für die Industrie und neben der Green Transition eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Nachrichten über Cyberangriffe auf Unternehmen, Industrie und Verwaltung sind in den vergangenen Jahren beinahe alltäglich geworden. Laut dem Cyberwarfare Report lag im Jahr 2021 der Schaden durch Cyber-Kriminalität weltweit bei sechs Billionen US-Dollar, für das Jahr 2024 werden Schäden in Höhe von zehn Billionen US-Dollar prognostiziert. Cyberangriffe können folgenschwere Auswirkungen auf Unternehmen, die Marke und deren Ruf, aber auch auf Kunden, Partner und Angestellte haben. Umso wichtiger ist die forcierte Ausbildung von IT-Fachkräften und die Awarenessbildung in der Bevölkerung, damit dieser Schaden weitgehend begrenzt werden kann.“

„Cybersicherheit hat eine essentielle Bedeutung in allen niederösterreichischen Unternehmen und ist eine wesentliche Voraussetzung für die fortschreitende Digitalisierung. Die Wirtschaftskammer unterstützt die heimischen Betriebe mit zielgerichteten Angeboten bei der Prävention sowie bei der richtigen Reaktion auf Cyberangriffe“, betont Johannes Schedlbauer, Direktor der Wirtschaftskammer NÖ.


Quelle: Land Niederösterreich



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