Vorarlberg: Brücke mit Aussicht

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Brücke mit Aussicht::Gemeindepräsident Christian Sepin, LR Johannes Rauch, Architekt Giorgio Masotti und Bürgermeister Kurt Fischer bei der Pressekonferenz in Au/Heerbrugg (CH).
Foto: Gemeinde Lustenau/Miro Kuzmanovic
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Brücke mit Aussicht::Visualisierung
Foto: Studio Giorgio Masotti
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Brücke mit Aussicht::Modell
e mit Aussicht::Modell
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Brücke mit Aussicht::Luftaufnahme
Foto: Lukas Hämmerle_Thomas Holzer
30 Apr 20:00 2021 von Redaktion International Print This Article

Wettbewerbssieger Fahrrad- und Fußgängerbrücke Lustenau-Au gekürt

Lustenau/Au (VLK) – Das Tessiner Studio d’ingegneria Giorgio Masotti ist Gewinner des Ingenieurwettbewerbs für die Fahrrad- und Fußgängerbrücke über den Rhein, die Lustenau und Au verbindet. Die fachkundige Jury hat den Entwurf mit dem Titel „Verweilen“ einstimmig unter acht internationalen Einreichungen auf den 1. Platz gereiht und zur Ausführung empfohlen. Die gut 280 Meter lange Fuß- und Radwegbrücke soll beim früheren Lustenauer Zollamt Oberfahr errichtet werden, etwa 650 Meter südlich des Grenzübergangs Lustenau-Au. Die neue Brücke soll 2026 – nach einjähriger Bauzeit – fertiggestellt werden.

Flussbauliche und geologische Verhältnisse, die Radwege im Rheinvorland, die Querung der L 203 und die künftigen Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten durch RHESI – all diese Aspekte berücksichtigt das Siegerprojekt – ein eleganter Entwurf aus Stahl mit Aufenthaltsmöglichkeiten in der Mitte. Das Siegerprojekt und alle eingesendeten Arbeiten sind derzeit bei einer Ausstellung in Au zu sehen. Von 8. bis 31. Mai sind die prämierten Projekte in Lustenau ausgestellt.

Siegerprojekt „Verweilen“

Für die Wettbewerbssiegerin, eine Arbeitsgemeinschaft unter Federführung des Ingenieurbüros Giorgio Masotti aus Bellinzona, soll die Brücke „nicht nur ein Steg“ sein, sondern auch zum Verweilen einladen. Zur Flussmitte hin weitet sich die Brücke auf und gewährt Passant:innen Ausblick auf die Flusslandschaft. Dass die Brücke in ihrer Einfachheit der Gestaltung der Natur den Vortritt gibt und die Aufenthaltsqualität am Rhein steigert, überzeugte auch die zehnköpfige Jury. „Das Projekt überzeugt durch seine Schlichtheit, welche die Rheinlandschaft in seiner Topographie der Dämme respektiert. Das Bauwerk erwirkt dadurch eine erwünschte Klarheit im Zusammenspiel mit der Umgebung des Flussraumes. Die Einfachheit im Erscheinungsbild wird zur Zierde und hält dennoch die nötige Maßstäblichkeit. Die Aufenthaltsqualität wird gesteigert und ein Verweilen wird sich lohnen“, heißt es im Jurybericht. Positiv bewerteten die Jury auch, dass das Projekt auf österreichischer Seite bereits eine Überbrückung der stark befahrenen L 203 vorsieht, mit einer Anbindung über die Kirchstraße an das Lustenauer Zentrum. Die künftige Brücke liegt auf drei Stützen, der Überbau besteht aus Cortenstahl, das Geländer ist mit Edelstahlnetzen ausgefacht. Der Belag ist aus Gussasphalt, im Aufenthaltsbereich werden Gneisplatten vom Hinterrhein verwendet.

Historischer Standort Oberfahr

282 Meter soll die neue Fuß- und Radwegbrücke den Rhein überspannen, vom früheren Lustenauer Zollamt Oberfahr via Überführung der Schweizer A13 in den Auer Ortsteil Oberfahr. An derselben Stelle verband schon einmal eine Brücke Österreich und die Schweiz: Die Oberfahrbrücke war von 1878 bis zum Bau der neuen Rheinbrücke 1957 eine wichtige und direkte Verbindung vom Lustenauer Zentrum in die Schweiz.

Zusammenarbeit von Gemeinden, Kanton und Land

Lustenau und seine Schweizer Nachbargemeinde Au realisieren das Leuchtturmprojekt in einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Der Wunsch, schnell, sicher und zeitlich flexibel unterwegs sein können, macht nicht vor Staatsgrenzen Halt und die Distanzen zwischen Lustenau und Au eignen sich optimal für den Radverkehr“, machen Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer und der Auer Gemeindepräsident Christian Sepin mit Blick über den Rhein deutlich. Als wichtigste Fördergeber für das 10-Millionen-Franken-Projekt rechnen die Gemeinden mit dem Land Vorarlberg, dem Kanton St. Gallen und dem Schweizer Bund. Deren Mitfinanzierung wollen sie sich über das sogenannte Agglomerationsprogramm für eine landesübergreifende Verkehrs- und Siedlungsentwicklung sichern.

Berufspendler:innen auf das Rad bringen

Mit der neuen Radbrücke soll einerseits die Fahrt über die Grenze für Radler:innen sicherer werden, andererseits mehr Pendler:innen zum Radeln animiert werden. „Die neue Radbrücke ist ein schönes Zeichen dafür, dass der Rhein keine Grenze mehr darstellt, sondern zur Schlagader des gemeinsamen Lebensraums geworden ist. In einem derart dicht besiedelten Gebiet wie dem Rheintal sind grenzüberschreitende Verbindungen für die Weiterentwicklung der Region unerlässlich“, erklärt Mobilitätslandesrat Johannes Rauch. „Die Radbrücke über den Rhein ist nicht nur ein Gewinn für Freizeitradlerinnen und -Radler, sondern besonders auch für den grenzüberschreitenden Radverkehr im Alltag“, so Rauch.

Avisierter Baustart 2025

Der Projekthorizont ist klar vorgegeben. Im Juni wird das Siegerprojekt beim Agglomerationsprogramm eingereicht. Bei positiver Beurteilung und wenn die Auer Stimmbürger:innen den dafür benötigten Baukredit gutheißen, kann mit dem Bau der Radbrücke 2025 begonnen werden. Für die Bauzeit ist ein Jahr vorgesehen. „Wer das Rheintal zu einem Velotal formen will, muss Verbindungen schaffen und Brücken bauen. Wir freuen uns riesig auf diesen Brückenbau für eine zukunftsfähige Mobilität und sind sicher, dass wir diese Brücke nicht nur mit großer Freude eröffnen, sondern ebenso begehen und befahren werden“, bekräftigen Kurt Fischer und Christian Sepin.


Quelle: Land Vorarlberg



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