Tirol: Annja Krautgasser erhält Preis für zeitgenössische Kunst 2026

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Eine Frau mit dunklen locken und schwarzer Brille.
Annja Krautgasser, Trägerin des Hauptpreises für zeitgenössische Kunst.
Copyright: Ben Owen-Browne
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Ein junger Mann mit Kappe sitzt vor einem Bild.
Patrick Roman Scherer hat den Förderpreis für zeitgenössische Kunst erhalten.
Copyright: Petra Karl
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Eine Frau mit zusammengebundenen Haaren steht vor einer bemalten Leinwand.
Für ihre Umsetzung von gesellschaftlichen Normen und zwischenmenschlichen Beziehungen hat Stephanie Stern den Förderpreis erhalten.
Copyright: Privat/Stephanie Stern
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Ein Mann mit längeren Haaren blickt in die Kamera.
Der dritte Förderpreis ging an den gebürtigen Kitzbüheler Maximilian Bernhard.
Copyright: Manuel Dück
19 Apr 17:00 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

Hauptpreis mit 5.500 Euro dotiert

  • Drei Förderpreise in Höhe von je 2.550 Euro vergeben
  • Preisverleihung findet beim Fest der Kultur im Herbst statt

Der Hauptpreis für zeitgenössische Kunst, dotiert mit 5.500 Euro, sowie drei Förderpreise in Höhe von jeweils 2.550 Euro werden jährlich vom Land Tirol auf Vorschlag des Beirats für Bildende Kunst und Architektur vergeben. Im Jahr 2026 erhält Annja Krautgasser den Hauptpreis, während Patrick Roman Scherer, Stephanie Stern und Maximilian Bernhard mit Förderpreisen ausgezeichnet werden. Die feierliche Preisverleihung findet im Rahmen des Festes der Kultur am 22. September 2026 im Haus der Musik in Innsbruck statt.

Kulturreferent LH Anton Mattle gratuliert den PreisträgerInnen: „Die diesjährigen Ausgezeichneten stehen einmal mehr beispielhaft für die Vielfalt und hohe Qualität der zeitgenössischen bildenden Kunst. Mit ihren individuellen künstlerischen Handschriften bereichern sie den gesellschaftlichen Diskurs und setzen wichtige Impulse in der Kunst- und Kulturszene. Es ist uns ein großes Anliegen, diese Leistungen zu würdigen und stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.“

Hauptpreis für zeitgenössische Kunst 2026

Annja Krautgasser, geboren 1971, aufgewachsen in Hall in Tirol, stellt sich in ihren Videoarbeiten und Performances mit radikaler Offenheit ungelösten Fragen. Die Jury begründet die Vergabe des Hauptpreises wie folgt: „Weil Krautgassers Essays sehr ernst gemeint und nie rhetorisch sind, werden wir als Zuschauende in ihren Bann gezogen und denken kontinuierlich mit, möglicherweise erst in die eine und dann in die andere Richtung und vielleicht in beide zugleich. Gespannt sind wir auf ihr aktuelles Projekt, in dem sie sich mit ihrem Künstler-Großvater auseinandersetzt, und dabei nicht nur lokale Kunstgeschichte, sondern auch den Umgang mit Nachlässen und intergenerationeller Weitergabe verhandelt.“

Förderpreise für zeitgenössische Kunst 2026

Patrick Roman Scherer, geboren 1988, aufgewachsen in Kufstein, erweitert mit großer Konsequenz und Sensibilität die Möglichkeiten der Zeichnung. Seine Werke verbinden intime Bleistiftzeichnungen mit raumgreifenden Installationen und eröffnen durch innovative Materialien und Strukturen neue Zugänge zum Gegenständlichen. Scherer macht sichtbar, wie Wahrnehmen, Denken und Erinnern miteinander verwoben sind, und lädt dazu ein, gewohnte Ordnungen zu hinterfragen und neue Beziehungen zwischen Mensch, Objekt und Raum zu entdecken, begründet die Jury die Vergabe des Förderpreises.

Stephanie Stern, geboren 1986 in Ehenbichl und aufgewachsen in Tarrenz, arbeitet mit Bildern als offenen Informationsprozessen. In ihrer Praxis verfolgt sie die Übersetzung visueller Informationen zwischen Zeichnung, Raum, technischen Systemen und fotografischer Fläche und zeigt, wie diese übertragen, verdichtet, verschoben und wieder aufgelöst werden. Dabei entstehen temporäre Ordnungen, in denen Formen nur vorübergehend stabil bleiben. Vertraute Bildlogiken wie Arrangement, Stillleben, Tisch oder Zusammenkommen werden aufgegriffen und zugleich gestört oder unterlaufen. So richtet ihre Arbeit den Blick auf die Bedingungen und Systeme, unter denen Bilder entstehen, zirkulieren und sich verändern. Auf subtile Weise setzt sie sich in ihren Fotografien, Zeichnungen, Assemblagen und Installationen mit gesellschaftlichen Normen und zwischenmenschlichen Beziehungen über kulturelle Grenzen hinweg auseinander, beschreibt die Jury ihre Arbeit, die mit dem Förderpreis ausgezeichnet wird.

Maximilian Bernhard, geboren 1990, aufgewachsen in Kitzbühel, verbindet in seiner künstlerischen Praxis handwerkliche Präzision mit experimenteller Innovation. Bereits während seines Studiums entwickelte er eigene Abdrucktechniken, mit denen er raumgreifende Gipsplastiken schuf, die auf die Skulptur des Informel der 1950er Jahre Bezug nehmen. Auch in seinen aktuellen Werken aus Ton und Beton bleibt das Verhältnis von Sockel und Skulptur zentral. Besonders hervorzuheben sei die Transformation der grafischen Technik des Holzschnitts in den Raum. Durch modulares Denken und die Verschiebung von Materialbedeutungen schafft Bernhard eine eigenständige, prozesshafte Bildsprache, die einen wichtigen Beitrag zum aktuellen Skulpturdiskurs leistet und bereits im öffentlichen Raum sichtbar wurde, so die Begründung der Jury.


Quelle: Land Tirol



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