Wien: 80 Jahre 48er - „Wir packen an“ – gestern wie heute
Begonnen hat die MA 48 mit ihrer Arbeit für ein sauberes Wien am 1. März 1946. Die erste große Aufgabe war es nach dem 2. Weltkrieg, Kriegsschutt und Mist von den Straßen wegzuräumen. Die Geschichte der Magistratsabteilung 48, Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark reicht von der Entsorgung des Mülls in Ziegelgruben bis zur modernen Abfallwirtschaft. Bürgermeister Michael Ludwig ist stolz auf „seine“ 48er: „Das Erfolgsmodell für ein sauberes, lebenswertes Wien ist seit damals Teamarbeit, Flexibilität und Innovation. Bis heute leisten die rund 3.100 48er-Mitarbeiter*innen einen wesentlichen Beitrag für eine saubere Stadt und damit für hohe Lebensqualität. Sauberkeit, gutes Abfallmanagement und Sicherheit gehen dabei Hand in Hand.“
„Machen das Beste aus unserem Abfall“
Die vergangenen 80 Jahre sind geprägt vom verantwortungsvollen Umgang mit Abfall, Ressourcenschonung, getrennter Müllsammlung und Recycling. Wien hat heute die gesamte Entsorgungskette in ihrer Hand und kümmert sich um das Müllaufkommen aus den Haushalten selbst und das innerhalb der Stadtgrenzen – von der Sammlung von Restmüll und Altstoffen, der thermischen Verwertung bis zur Aufbereitung, Kompostierung und Deponierung der Verbrennungsrückstände. „Diese intelligente und klimafreundliche Abfallwirtschaft spart in Wien jährlich rund 330.000 t CO2 ein, das kann sich sehen lassen,“ so Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.
Die thermische Abfallverwertung erzeugt in drei Müllverbrennungsanlagen Energie und Strom für die Wiener*innen, Europas größtes Kompostwerk steht in der Lobau, die Deponie Rautenweg ist ein Vorbild in Sachen Klimaschutz und eine Biogasanlage erzeugt umweltfreundliches Biogas. Moderne kundenfreundliche Mistplätze, neue WC-Anlagen, die WasteWatcher, der 48er-Tandler uvm. runden das Serviceangebot in Wien ab. Und immer vorne dabei sind die 48er. Czernohorszky: „Die Wienerinnen und Wiener können sicher sein, dass die 48er aus ihren Abfällen das Beste macht.“ Damit das auch in Zukunft so bleibt, setzt die Stadt auf Kreislaufwirtschaft und „Zero Waste“ – mit dem Ziel, möglichst alle Ressourcen aus den Abfällen im Kreislauf zu führen – damit im besten Fall nichts mehr übrigbleibt.
Imagewandel: Vom „Mistbuam“ zum 48er
Am wichtigsten aber waren und sind die Mitarbeiter*innen mit ihrer täglichen Arbeit als Müllaufleger, Straßenkehrer, Lenker, WasteWatcher, in den Werkstätten, den Abfallbehandlungsanlagen, der Abschleppgruppe oder dem Fundservice. Vor 80 Jahren möglichst unsichtbar und mit negativem Image behaftet, prägen die 48er das heutige Wien mit ihrer Arbeit, ihrem „Orange“ und ihrem Schmäh. Josef Thon, Abteilungsleiter der 48er: „Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind stolz, bei der 48er zu arbeiten. Und ohne das Mittun der Wienerinnen und Wiener ginge ohnehin nichts. Danke für die gemeinsame Arbeit beim Mülltrennen und bei der Sauberkeit!“
Zur Geschichte
Gegründet wurde die „Magistratsabteilung 48 - Fuhrwerksbetrieb und Straßenpflege“ unter Bürgermeister Theodor Körner am 1. März 1946. Die Anfänge fielen in die Zeit des Wiederaufbaus, die Stadt lag in Trümmern. Die erste große Aufgabe war es, rund 850.000 m³ Kriegsschutt zerbombter Gebäude und rund 200.000 m³ Mist von den Straßen wegzuräumen. Denn die Müllabfuhr war in den letzten Kriegsjahren zum Erliegen gekommen, und es gab nach dem Zweiten Weltkrieg so gut wie keine funktionierende Infrastruktur für die Straßenreinigung und Müllbeseitigung. Nur elf Fahrzeuge waren einsatzbereit, alle drei Großgaragen waren mehr oder weniger beschädigt bzw. besetzt, zahlreiche Mistkübel, Krampen und Schaufeln zerstört. Somit waren von Anfang an Improvisationsgabe und Innovationstalent gefragt.
Die 48er war bereits damals für die Müllabfuhr, die Straßenreinigung, den Winterdienst, die öffentlichen Toiletten und den städtischen Fuhrpark verantwortlich. Mit den Jahren kamen neue Aufgaben wie die Beschaffung von Fahrzeugen für den gesamten Magistrat, die Abfallberatung, die Abfallverwertung, die Abfallbehandlung, der Abschleppdienst, die WasteWatcher und das Zentrale Fundservice hinzu.
Über die 48er
Die zentralen Aufgaben der Wiener Magistratsabteilung 48 - Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark sind die Sicherstellung der kommunalen Abfallwirtschaft, einer sauberen Stadt und sicherer Verkehrsflächen bei winterlichen Verhältnissen. Mit rund 3.100 Mitarbeiter*innen zählen die 48er zu den größten Magistratsabteilungen der Bundeshauptstadt. Zu ihren Aufgaben kommen neben der Müll- und Altstoffsammlung die Mistplätze, die Abfallbehandlung – wie das Betreiben einer Biogasanlage und der Deponie Rautenweg – aber auch die WasteWatcher, die Abschleppgruppe, die öffentlichen WC-Anlagen sowie der Fuhrpark der Stadt Wien, der 48er-Tandler, die Abfallberatung und das Zentrale Fundservice.
Das Sauberkeitsangebot umfasst 475.000 Restmüll- und Altstoffbehälter, 21.000 Papierkörbe, 3.900 Hundekotsackerlspender, 1.200 freistehende Aschenrohre, 13 Mistplätze und 4.400 öffentliche Standorte für die getrennte Sammlung.
Die orangen 48er leisten mit ihrem breiten Leistungsportfolio einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Daseinsvorsorge, die Wiener Abfallwirtschaft gilt europaweit als Vorreiter und Aushängeschild.
Quelle: Stadt Wien
