Wien: 75 Jahre „48er“ - von der Ziegelgrube zur modernen Dienstleisterin

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75 Jahre „48er“: Von der Ziegelgrube zur modernen Dienstleisterin
Foto: MA 48/Felicitas Matern
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75 Jahre „48er“: Von der Ziegelgrube zur modernen Dienstleisterin
Foto: MA 48/Christian Fürthner
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75 Jahre „48er“: Von der Ziegelgrube zur modernen Dienstleisterin
Foto: MA 48/Niki Harris
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75 Jahre „48er“: Von der Ziegelgrube zur modernen Dienstleisterin
Foto: MA 48/Christian Houdek
28 Feb 11:04 2021 von Redaktion International Print This Article

Einen ganz besonderen Geburtstag feiert dieser Tage eine der bekanntesten Abteilungen der Stadt: Vor 75 Jahren wurde die heutige „48er“ aus der Taufe gehoben und kann heute auf eine beispiellose Erfolgsgeschichte zurückblicken. Sie reicht von der Entsorgung des Mülls in Ziegelgruben bis hin zur heutigen modernen Abfallwirtschaft, die auf intelligente Lösungen der Wiederverwertung setzt. „Die 48er leistet mit ihren MitarbeiterInnen täglich einen wichtigen Beitrag dazu, dass Wien zur saubersten Stadt mit der höchsten Lebensqualität zählt“, freut sich Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.

„Geburtsstunde“ der 48er

Gegründet wurde die "Magistratsabteilung 48 - Fuhrwerksbetrieb und Straßenpflege" unter Bürgermeister Theodor Körner am 1. März 1946. Die Anfänge fielen in die Zeit des Wiederaufbaus, die Stadt lag in Trümmern. Die erste große Aufgabe war es, rund 850.000 m³ Kriegsschutt zerbombter Gebäude und rund 200.000 m³ Mist von den Straßen wegzuräumen, da die Müllabfuhr in den letzten Kriegsjahren zum Erliegen gekommen war und es nach dem Zweiten Weltkrieg so gut wie keine funktionierende Infrastruktur für die Straßenreinigung und Müllbeseitigung gab. Es waren nur elf Fahrzeuge einsatzbereit, alle drei Großgaragen waren mehr oder weniger beschädigt bzw. besetzt, zahlreiche Mistkübel, Krampen und Schaufeln zerstört. Somit waren von Anfang an Improvisationsgabe und Innovationstalent gefragt. Die 48er konnte sich ihre damals benötigten „Anpackqualitäten“ bis heute bewahren. Sie war bereits damals nicht nur für die Müllabfuhr, sondern auch für die Straßenreinigung, den Winterdienst, die öffentlichen Toiletten und den städtischen Fuhrpark verantwortlich. Mit den Jahren kamen neue Aufgaben wie die Beschaffung von Fahrzeugen für den gesamten Magistrat (Ausnahme Feuerwehr), Abfallvermeidung, Abfallberatung, Abfallverwertung, die Abfallbehandlung, der Abschleppdienst oder das Zentrale Fundservice hinzu.

Ökologisierung der Abfallwirtschaft

Durch den Wiederaufbau und den wirtschaftlichen Aufschwung stiegen die Müllmengen stark an. Der Wiener Müll wurde damals einfach in Gruben verfüllt. Gegen Ende der 50er-Jahre erkannte man die Endlichkeit dieser genutzten Deponien, weswegen man sich neuen Wegen der Abfallbehandlung zuwandte: der thermischen Abfallverwertung. Das aufkommende Umweltbewusstsein brachte eine rasante Weiterentwicklung in Richtung Ökologisierung der Wiener Abfallwirtschaft. 1963 wurde die erste Wiener Müllverbrennungsanlage am Flötzersteig eröffnet. Sie ist heute noch – gemeinsam mit den beiden anderen Anlagen in der Spittelau und Pfaffenau - in Betrieb.

Heute werden Abfälle, die nicht vermieden werden können, bestmöglich verwertet: 575.000 Tonnen werden jährlich recycelt, über 526.000 Tonnen Restmüll und Sperrmüll werden von den Verbrennungsanlagen mit besten Rauchgasreinigungsanlagen in sauberen Strom und Fernwärme umgewandelt. Die in Wien anfallenden Abfälle werden soweit wie möglich auch in Wien behandelt. Die energetische Nutzung der Abfälle unter höchsten Umweltstandards steht – nach der stofflichen Verwertung – im Vordergrund. Die im Stadtgebiet verteilten Standorte der Behandlungsanlagen sorgen für kürzeste Transportwege mit einer modernen, emissionsarmen Fahrzeugflotte.

Ökologisierung des Fuhrparks

Die Entwicklung des städtischen Fuhrparks reichte in den vergangenen 75 Jahren von pferdegezogenen Schneepflügen bis zu den heutigen Sammelfahrzeugen, Kehrmaschinen und Winterdienstgeräten mit umweltschonenden EURO VI-Motoren sowie dem ersten vollelektrischen Müllsammelfahrzeug Österreichs. Die 48er testet alternative Antriebe, Geräte und Treibstoffe und ist Vorreiterin bei deren Anwendung. Die orangen Fahrzeuge sind auch als Botschafterinnen mit frechen Sprüchen und Hinweisen mit Wiener Schmäh in der Stadt unterwegs.

Saubere Stadt

Im Vergleich zu vor 75 Jahren haben sich die Arbeitsweise und die Ausstattung der Mitarbeiter und nunmehr auch der Mitarbeiterinnen der Wiener Straßenreinigung verändert. Viele Tätigkeiten werden nach wie vor mit Schupferl und Besen durchgeführt, doch haben auch hier technische Geräte und Fahrzeuge Einzug gehalten, um das Personal zu unterstützen. So gibt es große und kleine Kehrmaschinen für die effiziente Säuberung von Flächen. Die Papierkörbe, als größte Unterstützung für eine saubere Stadt, sind heute auffällig gekennzeichnet. Früher waren sie möglichst unsichtbar, um den PassantInnen den Anblick und die Auseinandersetzung mit Abfall zu ersparen. Seit 2008 sind die WasteWatcher als Kontroll- und Straftruppe unterwegs. Diese Maßnahmen sorgen gemeinsam mit dem Engagement der 48er- MitarbeiterInnen und der Wiener Bevölkerung für eine saubere Stadt. Die Erfolge sind seit dem Start der Sauberkeitsoffensive unbestritten.

Auf die Menschen kommt’s an

Wichtigstes Element aber sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der tagtäglichen Arbeit als Müllaufleger, StraßenkehrerInnen, LenkerInnen, WasteWatcher und in den Werkstätten, der Behälterlogistik, den Abfallbehandlungsanlagen, der Abschleppgruppe, dem Fundservice und der Zentrale. „Im Rückblick auf diese 75 Jahre darf man nicht vergessen, dass die heutigen und die ehemaligen MitarbeiterInnen die 48er ausmachen und gemeinsam mit der Bevölkerung seit 75 Jahren für ein sauberes und lebenswertes Wien sorgen“, betont Abteilungsleiter Josef Thon.

„Die Wiener Bevölkerung ist zurecht stolz auf ihre 48er“, ist Stadtrat Czernohorszky überzeugt. „Die Stadt garantiert allen WienerInnen eine flächendeckende, entsorgungssichere, preislich angemessene und umweltfreundliche Abfallwirtschaft. Und das zuverlässig – auch in Krisenzeiten und in den nächsten 75 Jahren. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!“

Gratulier‘ auch du „deiner 48er“ Gratulationen zum Jubiläum werden sehr gerne entgegengenommen. Kontaktmöglichkeiten: Misttelefon: 01 546 48 E-Mail: [email protected] https://www.facebook.com/die48er

Auf Facebook startet ab 1.3.2021 eine besondere Challenge zum Mitmachen: Gratuliere „deiner 48er“ zum Geburtstag. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Poste davon ein Foto oder ein Video auf der Facebook-Seite „die 48er“.



Quelle: Stadt Wien



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