Burgenland: 5 Jahre Friedensburg Schlaining

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Foto: KBB/Kultur-Betriebe Burgenland GmbH
16 Aug 18:00 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

LH Doskozil: „Die Friedensburg Schlaining zeigt, was nachhaltige Kulturpolitik für eine ganze Region bewirken kann“

Fünf Jahre nach der Eröffnung der Jubiläumsausstellung „Wir sind 100. Burgenland schreibt Geschichte“ zieht die Friedensburg Schlaining eine beeindruckende Bilanz: Knapp 300.000 Besucher*innen, Investitionen von mehr als 20 Millionen Euro, ein österreichweit einzigartiges Ausstellungskonzept und eine erfolgreiche Verbindung von Kultur, Geschichte, Friedensarbeit, Musik und Tourismus haben den Standort zu einem kulturellen Zentrum des Südburgenlandes gemacht.

Am 14. August 2021 wurde auf der umfassend sanierten Friedensburg Schlaining die große Jubiläumsausstellung „Wir sind 100. Burgenland schreibt Geschichte“ anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Burgenlandes eröffnet. Damit begann nicht nur eine vielbeachtete Ausstellung, sondern auch eine nachhaltige Neupositionierung des gesamten Standortes.

Mehr als 20 Millionen Euro wurden in die umfassende Sanierung und Modernisierung der Friedensburg, des Burghotels und weiterer kulturhistorisch bedeutender Bereiche in Stadtschlaining investiert. Historische Bausubstanz wurde behutsam revitalisiert, Barrierefreiheit geschaffen und die technische und touristische Infrastruktur auf einen modernen Standard gebracht. Eine weitere Entwicklungsphase ab 2024 umfasste Investitionen von rund 7,5 Millionen Euro und unter anderem die Neugestaltung der Ausstellungsbereiche, die Sanierung der Burgarena und die Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur.

Mit der Entscheidung, die Friedensburg Schlaining zum zentralen Ort des Jubiläumsjahres 2021 zu machen, haben wir bewusst weit über dieses eine Jubiläumsjahr hinausgedacht. Heute sehen wir, dass dieses Konzept aufgegangen ist. Die Friedensburg ist zu einem kulturellen, touristischen und wirtschaftlichen Motor für das Südburgenland geworden. Die Investitionen in den Standort haben nachhaltige Wertschöpfung geschaffen, Arbeitsplätze gesichert und Schlaining weit über die Landesgrenzen hinaus sichtbar gemacht. Mehr als 300.000 Besucherinnen und Besucher in fünf Jahren sind eine eindrucksvolle Bestätigung dieses Weges. Die Friedensburg Schlaining zeigt, was nachhaltige Kulturpolitik für eine ganze Region bewirken kann“, betont Landeshauptmann und Kulturreferent Hans Peter Doskozil.

Von „Wir sind 100“ zu „Six in One“

Die Jubiläumsausstellung entwickelte sich zum Publikumserfolg: Ursprünglich waren rund 50.000 Besucher*innen prognostiziert, tatsächlich besuchten bis zu ihrer Finissage im November 2023 insgesamt 100.205 Menschen die Ausstellung.

Auf diesem Erfolg wurde aufgebaut. Unter dem Leitgedanken „Von der Wehrburg zur Friedensburg“ wurden die Ausstellungsflächen neu konzipiert und die Geschichte der Burg selbst stärker in den Mittelpunkt gerückt – ein Wunsch, der von Besucher*innen immer wieder geäußert worden war. Seit 2024 spannt sich der inhaltliche Bogen von der Entstehung und Architektur der mittelalterlichen Wehrburg über die Geschichte des Burgenlandes bis hin zu den Themen Frieden, Demokratie und Zeitgeschichte.

Mit dem „Six in One“-Konzept entstand ein in Österreich einzigartiges Museumsangebot: Mehrere eigenständige Ausstellungen können mit nur einem Ticket besucht werden und ermöglichen unterschiedliche Zugänge zu Burg-, Landes-, Zeit- und Friedensgeschichte.

Neben der Geschichte des Burgenlandes und der Friedensburg werden auch schwierige Kapitel der Vergangenheit bewusst thematisiert. Die Ausstellung „Dunkle Zeiten. Von Tätern und Gerechten“ setzt sich mit Nationalsozialismus, Verfolgung, Anpassung und Widerstand im Burgenland auseinander und ist auch über die Landesgrenzen hinaus auf große fachliche Resonanz gestoßen. Die Friedensarbeit des Austrian Centre for Peace (ACP) wiederum ist eng mit der Geschichte und Gegenwart des Standortes verbunden.

„Unsere Aufgabe war es, aus dem erfolgreichen Jubiläumsprojekt einen dauerhaft attraktiven Museums- und Kulturstandort zu entwickeln. Heute verbindet die Friedensburg hochwertige Ausstellungen mit moderner Vermittlung, Musik, Veranstaltungen und touristischen Angeboten. Dabei entwickeln wir das Programm laufend weiter und reagieren auch auf die Interessen unserer Gäste. Gerade die Burggeschichte, Familienangebote und neue Vermittlungsformate werden sehr stark angenommen. Die Friedensburg soll ein Ort sein, an dem Kultur erlebt, Geschichte entdeckt und Musik genossen werden kann“, erklärt Claudia Priber, Geschäftsführerin der Kultur-Betriebe Burgenland.

Neue Ausstellungen und neue Themen

Dass die Friedensburg kein statisches Museum ist, zeigt auch das Ausstellungsjahr 2026. Mit „80 Jahre Rotes Kreuz Burgenland“ wird noch bis Ende Dezember die Geschichte einer der bedeutendsten humanitären Organisationen des Landes erzählt. Die Ausstellung „Blech mit Herz – Faszination Blasmusik im Burgenland“, die bis November 2027 zu sehen ist, widmet sich wiederum einer musikalischen Tradition, die das kulturelle und gesellschaftliche Leben des Burgenlandes seit Generationen prägt.

Darüber hinaus etabliert sich die Friedensburg zunehmend auch als Ort für wechselnde und externe Ausstellungsprojekte. Damit bleibt das Angebot dynamisch und schafft immer wieder neue Gründe für einen Besuch.

Mehr als 300.000 Gäste – zunehmend internationales Publikum

Die Bilanz nach fünf Jahren unterstreicht diese Entwicklung: Mehr als 300.000 Besucherinnen und Besucher kamen seit 2021 auf die Friedensburg Schlaining.

Bemerkenswert ist dabei auch die zunehmende Internationalisierung. Lag der Anteil ausländischer Gäste zu Beginn bei rund zehn Prozent, kommt inzwischen knapp jeder fünfte Besucherin oder Besucher aus dem Ausland. Einen besonders hohen Anteil stellen aufgrund der unmittelbaren Grenznähe Gäste aus Ungarn. Insgesamt reicht die Herkunft der internationalen Besucher*innen jedoch sprichwörtlich von A wie Australien bis Z wie Zypern.

„2021 hatten wir die große Chance, die Burg völlig neu zu positionieren. Fünf Jahre später können wir sagen: Das Ziel, Schlaining zu einem kulturpolitischen Hotspot des Südburgenlandes zu entwickeln, ist erreicht. Besonders freut uns, dass sehr viele Menschen wiederkommen und wir gleichzeitig immer mehr Gäste aus dem Ausland erreichen. Stillstand darf es aber gerade bei einem solchen Standort nicht geben. Deshalb arbeiten wir an neuen Ausstellungs- und Führungsformaten, an zusätzlichen Angeboten für Familien und Gruppen und daran, die Geschichte dieser außergewöhnlichen Burg künftig noch stärker erlebbar zu machen“, sagt Norbert Darabos, Standortleiter der Friedensburg Schlaining.

Kultur, Frieden, Musik und Tourismus unter einem Dach

Eine wesentliche Stärke des Standortes liegt im Zusammenspiel unterschiedlicher Bereiche. Die Ausstellungen der Friedensburg, die internationale Friedensarbeit des Austrian Centre for Peace, das Burghotel mit Hochzeiten, Seminaren und Veranstaltungen, gastronomische Angebote sowie das KLANGfestival Schlaining ergänzen einander und sorgen für eine ganzjährige Belebung.

Das KLANGfestival wurde in den vergangenen Jahren konsequent weiterentwickelt. Neben dem traditionsreichen KLANGfrühling erweitern Formate wie „Blues & More“ das musikalische Spektrum. 2025 wurde erstmals eine musikalische Ganzjahresbespielung des Standortes umgesetzt; das Festival gilt mittlerweile als fixer kultureller Bestandteil des Südburgenlandes.

Auch die Infrastruktur wurde kontinuierlich ausgebaut. Die modernisierte Burgarena ermöglicht Veranstaltungen mit bis zu 600 Besucher*innen, und der 2026 eröffnete Burgladen vor der Burgbrücke bündelt Ticketing, Information und Shop und verbessert damit das Serviceangebot für Gäste zusätzlich.

Wichtiger Wirtschafts- und Beschäftigungsfaktor

Die Entwicklung der Friedensburg wirkt weit über den Kulturbereich hinaus. Gemeinsam beschäftigen die am Standort tätigen Einrichtungen – Kultur-Betriebe Burgenland, Burghotel und Austrian Centre for Peace – rund 80 Mitarbeiter*innen. Hinzu kommen wirtschaftliche Impulse für Gastronomie, Beherbergungsbetriebe, regionale Dienstleister und den Tourismus im gesamten Südburgenland.

Bereits die ersten Jahre zeigten diese Wirkung deutlich: Bis Ende 2023 hatten Jubiläumsausstellung, Friedensarbeit, Gastronomie und kulturelle Veranstaltungen gemeinsam mehr als 150.000 Menschen nach Stadtschlaining gebracht. Das Land definierte die Stadt bereits damals als „kulturtouristischen Hotspot des Südburgenlandes“.

Die nächsten fünf Jahre: weiterentwickeln statt stehen bleiben

Nach fünf erfolgreichen Jahren richtet sich der Blick daher bereits nach vorne. Neue Führungs- und Vermittlungsangebote, wechselnde Ausstellungsformate und eine stärkere Einbindung der Geschichte der Burg sollen zusätzliche Besuchsanlässe schaffen. Gleichzeitig soll die erfolgreiche Verbindung von Museum, Veranstaltungen, Musik, Friedensarbeit, Hotellerie und Tourismus weiter ausgebaut werden.

Das Leitmotiv bleibt dabei so einfach wie umfassend: Kultur erleben. Geschichte entdecken. Musik genießen.

Was 2021 mit der Jubiläumsausstellung zu 100 Jahre Burgenland begann, ist fünf Jahre später zu einem dauerhaften kulturellen Zentrum geworden – und aus der historischen Wehrburg endgültig eine lebendige Friedensburg.


Quelle: Land Burgenland



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