Salzburg: 2026 - 40 Millionen Euro gegen Gefahren durch Wildbäche
Land, Bund, Gemeinden und Genossenschaften sorgen für bestmögliche Sicherheit
(LK) Aufgrund der Topographie des Landes sind die Gefahren durch Wildbäche im Land unterschiedlicher Natur: Von hohen Oberflächenwasserabflüssen im wenig bewaldeten Flachgau bis zu Geschiebe und Muren in den Gebirgsgauen reicht das Spektrum. Um das Risiko großer Schadensfälle bei Starkregenereignissen zu minimieren, werden heuer in Salzburg wieder 40 Millionen Euro in Schutzbauten investiert.
Umgesetzt werden die Maßnahmen von der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV), einer Dienststelle des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK). Finanziert wird nach folgendem Schlüssel: 60 Prozent der Kosten trägt der Bund, 15 Prozent das Land und 25 Prozent die Gemeinden beziehungsweise Wildbachwassergenossenschaften. In Salzburg gibt es beinahe 300 dieser Genossenschaften - ein in dieser Form einzigartiges System in Österreich, bei dem Personen, deren Objekte gefährdet sind, ihre Schutzmaßnahmen mitfinanzieren.
Aigner: „Sicherheit ist unsere Verantwortung.“
Für Landesrat Maximilian Aigner steht fest: „Sicherheit ist keine Option, sondern unsere Verantwortung. Aufgrund der klimatischen Veränderungen nehmen Extremwetterereignisse zu. Das zeigt deutlich, wie wichtig vorausschauende Schutzmaßnahmen sind. Mit einem Landesanteil von 15 Prozent, das entspricht rund 6,2 Millionen Euro, lösen wir Investitionen in Höhe von rund 40 Millionen Euro aus und stärken damit gezielt den Schutz unserer Bevölkerung. Wer heute vorsorgt, verhindert Schäden von morgen.“
Totschnig: „Gute Partner für effiziente Projektumsetzung.“
Bundesminister Norbert Totschnig weist auf die Bedeutung der Projekte in Salzburg hin: „Der Schutz vor Naturgefahren ist in Salzburg aufgrund der Gebirgsregionen von existenzieller Bedeutung. Beinahe jährlich stellen in Salzburg die Schutzmaßnahmen der WLV ihre Wirkung eindrucksvoll unter Beweis. Ein wirksamer Hochwasserschutz bedeutet Sicherheit für Familien, Gemeinden, Infrastruktur und Betriebe. Der Bund investiert dabei 23 Millionen Euro in die Sicherheit, Vorsorge und den Schutz der Bevölkerung. Es freut mich sehr, dass wir mit dem Land Salzburg und den Wildbachwassergenossenschaften so gute Partner für eine effiziente Umsetzung haben.“
Klimatische Rahmenbedingungen verändern sich
Der Leiter der Wildbach- und Lawinenverbauung in Salzburg, Gebhard Neumayr, informiert über die Vielzahl an Faktoren, die es bei der Errichtung von Schutzbauten zu berücksichtigen gibt: „Unsere Planungen basieren auf detaillierten Gefahrenanalysen, Erhebungen und jahrzehntelanger Erfahrung. Durch die Veränderung des Klimas steht in den nächsten Jahren und Jahrzehnten wesentlich mehr Geschiebe zur Verfügung. Daher sind wir in Salzburg gerade dabei ein Geschiebemonitoring aufzubauen, um Strategien entwickeln zu können. Durch all diese Maßnahmen und Weiterentwicklungen, auch bei den Berechnungsmethoden, können wir Schutzbauwerke präzise dimensionieren und bestehende Anlagen optimieren. Das gewährleistet nachhaltige Sicherheit unter sich verändernden klimatischen Rahmenbedingungen.“
Schutzmaßnahmen in allen Bezirken
Die Wildbach- und Lawinenverbauung ist im Land Salzburg in drei Gebietsbauleitungen unterteilt. Hier ein Überblick über die jeweils größten Projekte, die heuer starten, zum Abschluss kommen oder weitergeführt werden. Darunter finden sich neben Schutzmaßnahmen gegen Wildbäche auch Maßnahmen gegen Felsstürze oder Lawinen, wie zum Beispiel die Felssicherung am Kapuzinerberg in der Stadt Salzburg oder der Lawinenschutz in und um Obertauern (alle genannten Summen beziehen sich dabei auf das jeweilige Gesamtprojekt, nicht auf die Kosten für 2026).
Gebietsbauleitung Pinzgau
- Wald im Pinzgau: Oberste Salzach (18 Millionen Euro, Baustart März 2026 bis 2032, 349 geschützte Objekte)
- Mittersill: Rettenbach (5,5 Millionen Euro, Bauabschluss 2026, 31 geschützte Objekte)
- Saalbach Hinterglemm: Lahnkendllawine (3,5 Millionen Euro, Bauabschluss 2026, 22 geschützte Objekte)
- Zell am See: Schmittenbach – Köhlergraben (2,8 Millionen Euro, Baustart 2026, 617 geschützte Objekte)
- Zell am See/Bruck: Schaidmoosbach (2,7 Millionen Euro, Baustart Herbst 2026 bis 2029, 127 geschützte Objekte)
- Uttendorf: Uttendorferbach (2,5 Millionen Euro, Bauarbeiten 2024 bis 2027, 457 geschützte Objekte)
Gebietsbauleitung Pongau, Flachgau und Tennengau
- Großarl: Unterberggraben (6 Millionen Euro, Bauarbeiten Mai bis Oktober 2026, 77 geschützte Objekte)
- Bischofshofen: Gainsfeldbach (5,2 Millionen Euro, Bauarbeiten bis Herbst 2026, 454 geschützte Objekte)
- Mühlbach am Hochkönig: Mühlbach (5 Millionen Euro, Bauabschluss Juni 2026)
- Wagrain: Hubdörflgraben (3,9 Millionen Euro, Baustart April 2026)
- Stadt Salzburg: Felswand Kapuzinerberg, (3 Millionen Euro, Bauarbeiten August bis Herbst 2026)
Gebietsbauleitung Lungau
- Radstadt: Piberbach (4 Millionen Euro, Baustart 2026, 189 geschützte Objekte)
- Tweng und Untertauern: Lawinenschutz Tauernrampe (3,2 Millionen Euro, Bauarbeiten 2019–2027, 85 geschützte Objekte)
- St. Michael im Lungau: Markterbach (1,5 Millionen Euro, Bauabschluss 2026, 242 geschützte Objekte)
- Flachau: Klemmgraben (1,3 Millionen Euro, Bauabschluss 2026, 68 geschützte Objekte)
- Radstadt: Schatzl- und Gitschtalergraben (0,95 Millionen Euro, Bauarbeiten 2025–2027, 61 geschützte Objekte)
Quelle: Land Salzburg
