Kärnten: Zur Vorsorge - Forschungsgruppe zu Molybdän und Vanadium am Krappfeld gebildet

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Kärnten

29 Jän 16:00 2023 von Redaktion Salzburg Print This Article

Maßnahmen zur weiteren Emissionsverringerung sollen identifiziert werden – Weiterhin verdichtete Messungen und Untersuchungen des Landes um Standort der Treibacher Industrie AG – Auch TIAG setzte bereits Reihe von Maßnahmen

KLAGENFURT. Bereits seit einigen Jahrzehnten ist bekannt, dass um den Krappfelder Industriestandort der Treibacher Industrie AG (TIAG) Werte der Elemente Molybdän und Vanadium vorliegen, die im Vergleich zu anderen Regionen erhöht sind. Das Land Kärnten hat die Öffentlichkeit darüber informiert. Vom Land wurden und werden zudem entsprechende Messungen und Untersuchungen laufend erweitert und verdichtet. Auch seitens der TIAG wurde eine Reihe von Maßnahmen gesetzt. Um die Situation weiter zu verbessern, wurde nun eine Forschungsgruppe unter dem Titel „Molybdän und Vanadium am Krappfeld“ gebildet. Die konkreten Ziele der Forschungsgruppe sind nach wissenschaftlichen Standards in Ausarbeitung. Betrachtet werden insbesondere die Emissionen, die Immissionen und darüber hinaus das Verhalten von Molybdän im Boden beziehungsweise dessen Aufnahme durch Pflanzen.

Das Land Kärnten ist aufgrund der sensiblen Vorgeschichte der Region vorsorglich aktiv und geht dabei über die allgemein üblichen Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen hinaus. Es besteht keine akute Problemlage. Es wird auch nochmals darauf verwiesen, dass von der Medizinischen Universität Wien 2017, 2018, 2020 und im Juli 2022 bestätigt wurde, dass keine Gesundheitsgefährdung vorliegt.

Die Forschungsgruppe „Molybdän und Vanadium am Krappfeld“ steht unter unabhängiger wissenschaftlicher Leitung. Seitens des Landes Kärnten gehören ihr Fachleute aus der Gesundheits-, Umwelt- und Landwirtschaftsabteilung an. Auch die TIAG ist in der Forschungsgruppe vertreten. Deren Finanzierung teilen sich Land und TIAG. Über die genauen Kosten können aktuell noch keine Angaben gemacht werden, weil das Forschungsprojekt auf mehrere Jahre angesetzt ist.

Warum wurde die Forschungsgruppe gerade jetzt gebildet? – Grund dafür ist, dass seitens der TIAG mehrere Maßnahmen zur weiteren Emissionsverringerung erfolgt sind, darunter eine große Investition im Jahr 2019 durch Installierung einer Hallenluftabsaugung. Durch letztere konnten die Molybdändepositionen aus der Luft um ca. 40 Prozent reduziert werden. Im Zusammenhang mit diesen Maßnahmen wurden vom Land mehrere zusätzliche Untersuchungsergebnisse gesammelt, die nun vorliegen und von der Forschungsgruppe gebündelt und gezielt ausgewertet werden sollen. Beispielsweise zeigten die Messergebnisse bisher trotz der gesetzten Maßnahmen keine merkliche Reduzierung der Molybdänwerte in Lebensmitteln und Futtermitteln. Darüber hat das Land die Öffentlichkeit auch im August 2020 informiert.

Ziel der Forschungsgruppe ist es, Maßnahmen zu identifizieren, welche die Emissionen noch weiter verringern könnten. Zudem soll von den Forschenden der Weg von Molybdän aus den Luftdepositionen – direkt oder über den Boden – in Pflanzen und in weiterer Folge in Tiere und Lebensmittel beschrieben werden. Parallel dazu laufen natürlich das dichte Monitoring durch das Land Kärnten und Untersuchungen externer Einrichtungen wie der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Standards weiter.

Vanadium und Molybdän sind Metalle und Spurenelemente. Molybdän ist für Pflanzen und auch in der menschlichen Ernährung essentiell.


Quelle: Land Kärnten



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