Salzburg: Wildbach-Schutzbauten verhinderten rund 1,3 Milliarden an Schäden

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Wildbachverbauung Hochwasserschutz Kötschach in Gastein
Foto: Land Salzburg/Melanie Hutter
24 Aug 20:00 2022 von Redaktion Salzburg Print This Article

Mehr als 500 Millionen Euro seit 2002 investiert / 40.000 Gutachten zu Gefahrenzonen in nur 20 Jahren

(LK) Rund 520 Millionen Euro wurden im Bundesland Salzburg in nur zwei Jahrzehnten in die Wildbach- und Lawinenverbauung investiert. „Diese wichtigen Projekte in enger Zusammenarbeit mit dem Bund mit Kosten von rund einer halben Milliarde Euro haben dafür gesorgt, dass tausende Menschen in allen Bezirken wieder ruhiger schlafen können. Der Einsatz für die Sicherheit der Menschen ist noch lange nicht beendet, wir arbeiten in enger Abstimmung mit allen Beteiligten unermüdlich weiter“, betont Landesrat Josef Schwaiger.

Mit großem Engagement und einer Investition von mehr als einer halben Milliarde Euro durch Bund, Land und Interessenten wie beispielsweise Gemeinden und Genossenschaften wurden seit 2002 jährlich in rund 100 Einzugsgebieten in allen Bezirken Salzburgs Schutzmaßnahmen durch die Wildbach- und Lawinenverbauung Salzburg (WLV) gesetzt. Dafür sorgten 125 Spezialisten, die wie die beschäftigten Firmen aus den Regionen stammen, unter teils schwierigsten Bedingungen und wenn notwendig rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche.

1,3 Milliarden an Schäden verhindert

Mit den eingesetzten 520 Millionen Euro können laut einer aktuellen Kosten-Nutzen-Analyse im Bundesland Salzburg laut WLV Schäden von 1,3 Milliarden Euro verhindert werden. „Jeder Cent, der hier eingesetzt wurde und noch wird erzeugt mehr als den doppelten Nutzen. Und was nicht weniger wichtiger ist: Tausende Salzburgerinnen und Salzburger haben durch unsere Bauten an Sicherheit und Lebensqualität gewonnen“, so Leonhard Krimpelstätter, Leiter der WLV-Salzburg.

„Unsichtbarer“ Schutz vor Naturgefahren

Neben den gut sichtbaren Wildbachsperren, Filterbauwerken und Lawinen-Verbauungen sind es die Gefahrenzonenpläne und die Sachverständigentätigkeit der WLV, die wesentlich dazu beitragen, dass Siedlungsgebiete nachhaltig geschützt bleiben. In den vergangenen 20 Jahren wurden die Gefahrenzonenpläne für fast alle Salzburger Gemeinden erneuert und rund 40.000 Gutachten erstellt. „Für die Bewohner von einem Wildbach gefährdeten Siedlung ist es enorm wichtig, wenn das Haus nicht mehr in einer ‚roten‘ Zone steht. So wirken die ‚unsichtbaren‘ Gutachten und Pläne unmittelbar auf die Lebensqualität“, betont Krimpelstätter.

Wildbach-Hotspot-Pinzgau

Der Hotspot für die Wildbachverbauung ist der Pinzgau. Nicht nur ist es der flächenmäßig größte Bezirk des Landes, durch die alpin geprägte Topografie sind auch viele Siedlungsräume in der Region bei Unwettern gefährdet. Entsprechend wurden auch die größten WLV-Investitionen dort getätigt. Hier ein paar Beispiele: Das mit 58 Millionen Euro aktuell größte Schutzprojekt Österreichs in Saalbach-Hinterglemm befindet sich gerade in Umsetzung. Die Urslau in Saalfelden wurde beispielsweise mit 38,2 Millionen Euro gezähmt, bei der Leoganger Ache wurden 43,3 Millionen Euro investiert, in Taxenbach 13 Millionen Euro, am Schmittenbach in Zell am See 6,1 Millionen Euro und am Dürnbach bei Neukirchen 10,5 Millionen Euro.

Auch Pongau und Lungau sind Risikogebiete

Auch der Pongau steht unter großem Druck durch Muren- und Lawinengefahr. Beispiele: Das 15 Millionen Euro-Projekt Kleinarler Ache, zwölf Millionen am Fritzbach bei Hüttau und seinen Zubringern sowie 7,5 Millionen beim Kötschachbach in Bad Gastein, 8,4 beim Payerbach in Wagrain und 7,9 beim Zauchbach in Altenmarkt für die Sicherheit der Menschen investiert. Die Schlüsselprojekte im Lungau waren die Wildbäche an der A10, die für 17 Millionen Euro gezähmt wurden, jene in St. Michael wo 5,75 Millionen aufgewendet wurden sowie die Oberste Mur in Muhr (3,3 Millionen Euro) sowie der Burgstallgraben in St. Michael (2,8 Millionen Euro).

Auch Stadt, Flach- und Tennengau betroffen

Auch in der Stadt Salzburg sowie dem Flach- und Tennengau wurde massiv in Schutzprojekte investiert. 13 Millionen Euro waren es alleine in Thalgau, am Kothbach in Hallein 6,3 Millionen, die Hintereseer Taugl wurde mit 7 Millionen sicherer gemacht, 3 Millionen Euro waren es beim Mörtelbach in Krispl.

Die Arbeit geht weiter

In allen Bezirken geht die Arbeit für die Sicherheit der Menschen vor Wildbächen und Lawinen weiter. „Dem Schutzwald und dessen Stabilisierung wird dabei eine unverzichtbare Rolle zukommen und bei nahezu allen neuen Projekten begleitende Maßnahmen zur Verbesserung der Schutzwälder in den Wildbach- und Lawineneinzugsgebieten getätigt“, so Krimpelstätter. Hier ein Überblick über laufende und neu startende Schlüsselprojekte in den Bezirken:

  • Stadt Salzburg und Flachgau: Kapuzinerberg, Unterlauf Fischbach und Brunnbach (Thalgau), Ebenauer und Köstendorfer Wildbäche
  • Tennengau: Kothbach (Hallein), Gamper Wildbäche (Hallein), Lammer (Annaberg)
  • Pinzgau: Schmittenbach Zubringer (Zell am See), Thumersbacher Wildbäche, Lengdorfer Pölsenbach (Niedernsill), Krimmler Ache (Krimml), Breuergraben (Wald im Pinzgau), Weiseldorfergraben (Bramberg), Wagauberg (Fusch)
  • Pongau: Wiedneralpsbach (Bad Hofgastein), Gainfeldbach (Bischofshofen), Kleinarlerache (Wagrain), Schaiblingbach (Bad Gastein), Schloßbach (Bad Hofgastein)
  • Lawinenschutz Tauernrampe (Tweng, Untertauern), Lahnschützgraben (St. Michael), Hangmuren (Ramingstein), Leißnitzbach (Tamsweg), Seethaler Wildbäche (Tamsweg)

Totschnig: „Schutz vor Naturgefahren weiter forcieren“

„Das Landwirtschaftsministerium investiert seit vielen Jahren, um die Salzburger Bevölkerung und ihren Siedlungsraum bestmöglich vor Wildbächen und Lawinen zu schützen. Mit über 300 Millionen Euro an Bundesmitteln hat unsere Wildbach- und Lawinenverbauung in den letzten 20 Jahren nicht nur eine große Zahl an Schutzbauwerken errichtet, wir haben auch dafür gesorgt, dass alle Gemeinden aktuelle Gefahrenzonenpläne führen und die Behörden mit Sachverständigengutachten unterstützt werden. Die Extremereignisse der letzten Wochen haben verdeutlicht, dass wir unsere Anstrengungen zum Schutz vor Naturgefahren weiter fortführen müssen. Jede Investition in bewährte Schutzbauwerke ist eine Investition in mehr Sicherheit“, so Bundesminister Norbert Totschnig.

Wildbach- und Lawinenverbauung seit 2002

  • 520 Millionen Euro investiert. (Bund 304, Land Salzburg 85, Interessenten 131 Millionen Euro)
  • 1,3 Milliarden Euro an Schäden verhindert
  • Gefahrenzonenpläne in fast allen Gemeinden erneuert
  • 40.000 Sachverständigengutachten für die Behörden
  • 125 Mitarbeiter in allen Bezirken für WLV tätig
  • Schutzmaßnahmen in 100 Einzugsgebieten pro Jahr


Quelle: Land Salzburg



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