Wenn der Tod zum Tanzen lädt ... Beeindruckendes Kultur-Highlight heuer in Metnitz!

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Foto: Totentanzmuseum Metnitz
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Foto: Region Mittelkärnten
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Foto: Region Mittelkärnten
20 Jul 16:00 2018 von Gerhard Repp Print This Article

Nur alle vier Jahre wird das mystische Laienschauspiel um den „Metnitzer Totentanz“ aufgeführt – heuer ist es wieder soweit - an zwei Wochenenden im Sommer 2018 hat der Tod in Metnitz wieder seinen großen Auftritt, am 27. und 28. Juli, sowie am 3. und 4. August! Immer zu sehen bzw. Grundlage des Schauspiels sind der mittelalterliche Freskenzyklus an der Fassade des Karner (Beinhaus) und das Totentanz-Museum in Metnitz.

(St. Veit, 18. Juli 2018) – Die Rolle des Todes hat in Metnitz Familientradition: War es früher der Vater, so spielt mittlerweile sein Sohn, Anton Engl-Wurzer, Bürgermeister von Metnitz, die Rolle des Todes. Aber nicht nur der Hauptdarsteller kommt aus Metnitz, sondern auch alle weiteren Darsteller, Chöre und Musiker sind ortsansässig.

Der Metnitzer Totentanz, ein nach liturgischen Spielen im ausgehenden Mittelalter entstandenes Stück bei Fackelschein in Szene gesetzt wird, ist ein Schauspiel das zum Nachdenken anregt, aber auch ein wahrer Pflichttermin!

„Kultur spielt in Mittelkärnten eine sehr große Rolle, es gibt wohl nicht viele vergleichbare Regionen in Kärnten, wo Kultur und Geschichte auf engstem Raum in geballter Ladung aufeinander treffen“, sagt Dr. Andreas Duller, Geschäftsführer der Tourismusregion Mittelkärnten. „Nicht umsonst wird Mittelkärnten auch als das Geschichtsbuch Kärntens bezeichnet. Mit dem Metnitzer Totentanzspiel wird ein traditionelles Volksschauspiel gezeigt, das wohl zu den bekanntesten und beeindruckendsten Kulturveranstaltungen in Mittelkärnten zählt“.

Mittelalterliche Totentanz-Fresken und moderne Künstler-Interpretationen

Auf der Außenwand des Karner, einer mittelalterlichen Friedhofskapelle mit typischem Pyramidendach, mahnte Jahrhunderte lang ein monumentaler Fresken-Zyklus die Menschen. Sein Credo: Vor dem Tod sind alle gleich, denn er kennt keine Standesunterschiede. Er holt hoch und niedrig, arm und reich, Alte und Junge zu sich und keiner weiß die Stunde.

Die mittelalterlichen Totentanzdarstellungen zeigen abwechselnd den Tod mit verschiedenen Personen, vom Papst und Kaiser bis zum Bettler und Kind in einer tanzenden Reihe – sie symbolisieren die einzelnen gesellschaftlichen Stände.

Die Fresken in Metnitz wurden 1968/69 stark verwittert vom Karner abgenommen, in den Werkstätten des Bundesdenkmalamtes konserviert und im eigenen Museum, dem Totentanzmuseum wieder zugänglich gemacht. Neben den historischen Fresken finden sich hier auch unterschiedliche, teils moderne und abstrakte Interpretationen des Totentanzes von Künstlern unserer Tage.

Das Totentanz-Museum wurde übrigens 2015 erweitert und im Rahmen des LEADER-Förderprogramms der EU unterstützt.



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Gerhard Repp

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