Kärnten: Fürnitz bald internationaler Zoll-Umschlag-Hot-Spot?

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Kärnten

15 Nov 13:55 2019 von Redaktion Salzburg Print This Article

LH Kaiser, LR Schuschnig: Vertragsunterzeichnung zwischen Österreichs und Italiens Finanzministerien wichtiger Schritt zur Etablierung des 1. Zollkorridors in Europa zwischen Hafen Triest und Logistic Center Austria South

Klagenfurt (LPD). Die Realisierung eines jahrelang diskutierten und geplanten Zollkorridors zwischen dem Hafen in Triest und dem Logistic Center Austria South (LCAS) in Villach Fürnitz nimmt nun konkrete Formen an. „Ein wichtiger Schritt für die Errichtung des ersten Zollkorridors in Europa überhaupt wurde gestern mit der Vertragsunterzeichnung auf Beamtenebene zwischen Österreichs und Italiens Finanzministerien gesetzt“, zeigen sich Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser und der für Logistik zuständige Landesrat Sebastian Schuschnig zuversichtlich.

Kärnten habe sich in den letzten Jahren intensiv darum bemüht, Villach-Fürnitz mit dem LCAS zu einem internationalen Zoll-Umschlag-Platz zu machen. „Mit dem ersten Zollkorridor Europas hätten wir nicht nur ein international viel beachtetes Standort-Alleinstellungsmerkmal. Damit verbunden sind auch viele neue Arbeitsplätze“, betont Kaiser, der das Projekt auch im Rahmen der Zusammenarbeit mit Friaul-Julisch-Venetien in der Euregio senza confini vorangetrieben hat. Daneben sieht der Landeshauptmann weitere positive Folgen wie etwa zu erwartende Firmenansiedelungen am Standort Villach-Fürnitz zur unmittelbaren Weiterverbreitung der Produkte, eine schnellere, effizientere Waren-Verteilung zum Kunden, ein geringerer Co2 Ausstoß durch Verlagerung des Transportes auf die Schiene.

Das Logistikcenter Austria Süd liege ideal am Schnittpunkt zweier wichtiger Verkehrsachsen und habe genügend freie Ressourcen, um Verkehre und Güter von und in Richtung Triest am Terminal Villach Süd zu bündeln, um so den Hafen Triest zu entlasten und zu unterstützen. „Damit hat Kärnten die enorme Chance, von den international zunehmenden Güterströmen wirtschaftlich zu profitieren. Der Hafen Triest wird eine sehr zentrale Rolle einnehmen. Mit dem Zollkorridor schaffen wir die wichtige Grundlage, dass Kärnten nicht Durchzugsland für Schienentransit wird, sondern Wertschöpfung im Land generiert wird. Mit der Vertragsunterzeichnung wurde ein wichtiger strategischer Schritt gesetzt“, so Schuschnig. Mit der Fertigstellung der Koralmbahn werde Kärnten künftig Mitten im Herzen Europas eine wesentliche Rolle im europäischen Güterverkehr einnehmen. „Dazu setzen wir schon heute die wesentlichen Weichen“, so Schuschnig.

Als nächsten Schritt erwarten Kaiser und Schuschnig nun einen raschen Vertragsabschluss zwischen den beiden Verkehrsdienstleistern RailCargo und Adriafair, um das Ziel Zollkorridor Villach-Fürnitz raschest möglich ins Trockene zu bringen.

Gleichzeitig appellieren die beiden an die ÖBB, an die Übergangs- und insbesondere an die neue Regierung, dringend notwendige und teilweise bereits vereinbarte Maßnahmen zur Reduzierung des Güter-Bahnlärmes insbesondere im Kärntner Zentralraum zwischen Klagenfurt und Villach umzusetzen. „Die Vorteile, die sich für Kärnten und die Gesamtbevölkerung durch eine mögliche Aufwertung des LCAS ergeben sind natürlich erfreulich. Gleichzeitig dürfen ÖBB und Bund die lärmgeplagten Menschen im Zentralraum nicht im Regen stehen lassen“, machen Kaiser und Schuschnig deutlich.






Quelle: Land Kärnten



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