Salzburg: Frühjahrsputz XXL im Schwarzacher Schönbergtunnel

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Foto: Land Salzburg/Melanie Hutter
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10 Apr 04:00 2024 von Redaktion Salzburg Print This Article

50.000 Quadratmeter werden vom Straßendreck befreit / Schweres Gerät, viel Erfahrung im Einsatz / Reportage aus dem Pongau

(LK) Rund 50.000 Quadratmeter, 36 Kameras, 280 Kanaldeckel, Verkehrszeichen, Lüftungssysteme, Drainagen und vieles mehr. Wenn im Schwarzacher Schönbergtunnel der Frühlingsputz ansteht, dann gleicht das fast einer Sisyphusaufgabe. Seit Montag um vier Uhr früh sind 25 Männer der Straßenmeisterei und externe Firmen mit dem Großputz und der Wartung beschäftigt – unterstützt werden die absoluten Profis von schwerem Gerät.

„Uns eint ein Ziel: dass die Autofahrer den Tunnel sicher benutzen können“, sagt Hannes Mußbacher, Leiter der Straßenmeisterei des Landes Salzburg im Pongau. Im Hintergrund zischt und pfaucht es, das Tunnelwaschfahrzeug hat seinen Sprüharm ausgefahren und lässt dem Dreck an der Tunnelwand keine Chance. Unterstützt mit High-Tech im und am Fahrzeug kämpfen sich Gerhard Rohrmoser und Johan Dum Meter für Meter voran. Dabei gibt es ein deutlich sichtbares Vorher und Nachher, an der Tunnelwand hatte sich dick der Dreck angelegt, aus Schwarz wird nach dem Hochdruckstrahl ein Beige.

Schnöll: „Profis im eigenen Haus.“

Landeshauptmann-Stellvertreter und Verkehrsreferent Stefan Schnöll hebt die Bedeutung der Tunnelwäsche für die Verkehrssicherheit und die Leistung der Mannschaft der Straßenmeistereien hervor: „Wir haben die Profis in den Straßenmeistereien sozusagen im eigenen Haus. Die Reinigung und Wartung muss passen, da geht es vor allem um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. In dieser Hinsicht ein großes Danke an alle, die da im gesamten Bundesland kräftig anpacken“, so Schnöll.

Drei Tage Großputz

Insgesamt dauert der Großputz und die Wartung in der rund drei Kilometer langen Tunnelröhre drei Tage, es ist dabei auch jede Menge Handarbeit nötig. Dazu kommen auch noch die Fluchtstollen, die 300 und 500 Meter lang sind. „Jeder Kanaldeckel ist verschraubt, muss gelöst werden. Der Rost setzt dem Material stark zu. Die Lüftungssysteme werden gecheckt, aber auch die Beleuchtung und die Notfallnischen. Jeder Abfluss muss kontrolliert werden. Ohne viele fleißige Hände und viel Kleinarbeit wäre das nicht möglich“, so Polier August „Gust“ Mulitzer. Und das alles unter erschwerten Bedingungen: lange Tage, Dreck, kein Tageslicht und feucht.

Alles geht Hand in Hand

Dabei funktionieren die Arbeiten wie ein Schweizer Uhrwerk, alles geht Hand in Hand. Während zum Beispiel die Elektriker Thomas Moser und Florian Kreuzberger die Notrufnische und die Feuerlöscher unter die Lupe nehmen, heben ein paar Meter weiter Christian Steger und Ernst Fritzenwanker einen der 280 Kanaldeckel heraus, schrubben und schmieren ihn. Wichtige Sicherheitsmaßnahmen, die die Autofahrer nicht merken, die den Tunnel aber sicher machen.

Saugen und wischen, bitte!

Die erfahrene Mannschaft rund um Hannes Mußbacher und Polier August Mulitzer kennt praktisch jeden Quadratzentimeter im Tunnel. „Wir nutzen diese ganze Erfahrung, um möglichst effizient und schnell zu arbeiten. Zuerst wird der gröbste Dreck zum Beispiel mit der Kehrmaschine beseitigt, erst dann kommt das Tunnelwaschgerät zum Einsatz. So sparen wir uns enorme Kosten beim Entsorgen des Dreck-Wassergemischs“, erklären die beiden. Dennoch: rund 200.000 Liter Wasser sind nötig, um die wichtige Verkehrsverbindung für die Pongauer und alle Pendler wieder sauber zu bekommen.

Feinschliff und Handarbeit

Die großen Sauger und Hochdruckstrahler kommen nicht überall hin. Vor allem die Elektriker leisten Präzisionsarbeit und warten unter anderem die Notrufnischen, die Brandmeldeanlagen, elektronische Verkehrszeichen und die Lüftungen. Um das alles in drei Tagen zu bewältigen, helfen die Mitarbeiter der Tunnelwarte in Bruck aus, umgekehrt rücken die Pongauer Kollegen mit den schweren Geräten Richtung Schmittentunnel aus, wenn die Reinigung in Zell am See ansteht.

Bis zu 20.000 Fahrzeuge pro Tag

Nach der Reinigung ist der Tunnel nicht nur sauber, sondern auch sicherer. „Die Technik muss funktionieren und gewartet werden, denn feucht, salzig und dreckig ist die denkbar schlechteste Umgebung für die Technik. Außerdem ist der Tunnel danach wieder heller und somit auch sicherer für die rund 14.000 Fahrzeuge, die ihn pro Tag durchschnittlich nutzen, an Spitzentagen sind es rund 20.000“, erklärt Hannes Mußbacher.

Drei Sektoren für effizienten Ablauf

Damit der Schönbergtunnel nur so kurz wie möglich gesperrt werden muss, gehen die Arbeiten in der „Röhre“ Hand in Hand. Sie wurde in drei Sektoren unterteilt, damit die Arbeiten koordiniert ablaufen können. „Im Grunde genommen kann man sich das wirklich wie beim Hausputz vorstellen. Da wird auch alles der Reihe nach gemacht und dass sich die Arbeiten nicht gegenseitig behindern“, schmunzelt Mußbacher.


Quelle: Land Salzburg



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