Salzburg: Pflegekräftemangel - Maßnahmen im Ausbildungssektor greifen

vonRedaktion Salzburg
DEZEMBER 06, 2022

Foto: Land Salzburg/Neumayr/Leopold

Bedarfserhebung wurde evaluiert / Zahl der Absolventen mit hoher Steigerung / Weiterhin 900 Fachkräfte bis 2030 gesucht

(LK) Eine aktuelle Evaluierung der Bedarfserhebung im Pflegebereich wirft einen Blick bis ins Jahr 2030. „Es zeigt sich, dass die von uns gesetzten Maßnahmen im Ausbildungssektor zwar greifen, wir auf Grund der erhöhten Nachfrage bis Ende des Jahrzehnts aber weiterhin rund 900 zusätzliche Fachkräfte benötigen werden“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl.

In einem Pressegespräch präsentierte Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl heute in der Landesgeschäftsstelle des Hilfswerks Salzburg eine Evaluierung der Bedarfserhebung für den Pflegebereich.

Stöckl: „Ausbildungsplätze wurden maximiert.“

Von jährlich rund 350 neuen Fachkräften für Pflege und Betreuung vor dem Jahr 2019 ist der Schnitt laut den aktuellen Zahlen der Landesstatistik bei jährlich 450 für den Zeitraum 2019 bis 2024 anzusiedeln und wird von 2025 bis 2030 auf jährlich 550 ansteigen. „Wir haben die Zahl der Ausbildungsplätze im Land kontinuierlich erhöht und steigern damit auch die Zahl der Fachkräfte, die in der Folge in Salzburg beruflich einsteigen, deutlich“, so Stöckl.

Angebot und Nachfrage gestiegen

Angesichts der ausgeweiteten Ausbildungsangebote stehen im Vergleich zur letzten Bedarfserhebung rund 400 Fachkräfte mehr für den Zeitraum 2019 bis 2024 zur Verfügung. „Eine erfreuliche Entwicklung. Allerdings ist auch die Nachfrage, bedingt durch mehr Personen mit Pflegebedarf und Berufsaustritte, von 3.000 auf 3.300 gestiegen,“ informiert Stöckl.

Filipp: „Altersgruppe über 85 wächst stark.“

Während sich die Altersgruppe der Salzburgerinnen und Salzburger über 85 seit 1960 von 1.200 auf 13.500 um mehr als verelffacht hat, ist die Gesamtbevölkerung im selben Zeitraum nur um rund 65 Prozent gestiegen. „Ein Blick in die Zukunft zeigt: Während die Gesamtbevölkerung bis Mitte des Jahrhunderts in etwa stabil bleibt, wird der Anteil der Bevölkerung über 85 Jahre weiterhin enorm steigen und 2050 40.000 erreichen“, informiert Gernot Filipp, Leiter der Landessstatistik.

Zuwanderung von Fachkräften

„Auf Grund des demografischen Wandels sind wir damit in einer Situation angelangt, in der wir momentan nicht beliebig viele zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten schaffen können, da es schlicht und einfach nicht mehr genug junge Menschen in Salzburg geben wird, die auf den Arbeitsmarkt nachdrängen. Den Weg, den wir gehen müssen, ist einerseits eine Attraktivierung des Pflegeberufs, um weniger Berufsaussteiger zu haben und andererseits gezielte Zuwanderung von Fachkräften aus dem Nicht-EU-Raum“, so Stöckl.

Ausblick auf das Jahr 2030

Trotz der höheren Zahl an Personen, die in den Pflegeberuf kommen, werden 2030 aus heutiger Sicht daher 5.900 Fachkräfte einem Bedarf von 6.800 gegenüberstehen. „Die bestehende Lücke müssen wir bis dahin mit jährlich rund 100 zusätzlichen Personen füllen. Das wird über zusätzliche Ausbildungsplätze allerdings nicht gehen, da nicht genug junge Menschen in den Arbeitsmarkt kommen werden. Zur Attraktivierung des Berufs haben wir mit der Pflegeplattform II kürzlich ein großes Paket geschnürt. Was die Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland betrifft, so muss man sich hier mittlerweile auf Länder außerhalb der EU konzentrieren, weil die EU allgemein von der steigenden Alterung betroffen ist“, steht für Stöckl fest.

Plattform Pflege I und II

Das Land hat bereits 2018 die Plattform Pflege ins Leben gerufen und eine Verdoppelung der kostenlosen Ausbildungsplätze beschlossen, begleitet von der Informationskampagne „Das ist stark!“ und dem Ausbau der Pflegeberatung. Für das erste Paket wurden finanzielle Mittel in Höhe von mehr als 74 Millionen Euro bis 2023 zur Verfügung gestellt. Zusätzliche 220 Millionen Euro werden im Rahmen der Plegeplattform II in den nächsten fünf Jahren zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Pflegekräfte im Bundesland investiert.

Hagleitner: „Neue Lehrgänge.“

Ein Beispiel für die laufenden Ausbildungsmaßnahmen ist ein Lehrgang des Hilfswerks für Heimhilfen mit Schwerpunkt Seniorenheime: „Der Lehrgang wird vom Land gefördert und richtet sich an Personen, die in einem Sozial- bzw. Gesundheitsbetrieb oder in einem von der Gemeinde geführten Seniorenheim tätig sind und nun berufsbegleitend ihre Ausbildung absolvieren. Seit Anfang Oktober befinden sich 21 Frauen und Männer in Ausbildung und auch für das Frühjahr 2023 ist bereits wieder ein Lehrgang für 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer geplant. In Summe wird das Hilfswerk 2023 rund 100 Heimhilfen für die mobile und stationäre Betreuung ausbilden“, so Geschäftsführer Hermann Hagleitner.

Quelle: Land Salzburg

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