Salzburg: Landesdienstleistungszentrum - „Ein Fenster in die Zukunft“

vonRedaktion Salzburg
JÄNNER 09, 2024

Foto: (c) ZOOMVP.AT

Das Projektteam des modernsten Verwaltungsgebäudes Österreichs im Interview

(HP) Ende 2026. Das neue Landesdienstleistungszentrum ist fertig. Es ist von außen und von innen, in Bezug auf die Arbeitswelten sowie auf das Bürgerservice das modernste Verwaltungsgebäude Österreichs. Mehr als 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesverwaltung arbeiten Hand in Hand unter einem Dach für die Salzburgerinnen und Salzburger. Die Bevölkerung hat eine perfekt mit den Öffis angebundene, zentrale Anlaufstelle.

Diese Zukunftsversion ist kein Traum, sondern bald Realität und sie geht noch weiter: In der Kantine wird frisch gekocht, falls man als Kunde kurz zwischen zwei Terminen warten muss, geht man auf einen Kaffee. Alles ist mit Licht durchflutet und hell, Holz ist ein dominanter Baustoff, im Innenhof ist es grün. Im Betriebskindergarten spielen die Kinder. Das Amt ist keines mehr, wie wenn Asterix und Obelix auf der Suche nach Passierschein A38 wären, sondern offen und Service-orientiert für die Bürgerinnen und Bürger. Zu schön, um wahr zu sein? Nein. Am 12. Jänner ist Spatenstich.

„Keine Illusion, so wird es.“

Thomas Kerschbaum und Mia Flieher leiten das Projekt Landesdienstleistungszentrum (LDZ) und sprechen im Interview mit dem Landes-Medienzentrum (LMZ) über das neue Verwaltungsgebäude, über Chancen und Neuheiten – und auch über Hürden und Bedenken. Für sie ist das neue LDZ wie ein Fenster in die Zukunft, „das sehen wir auch am großen Interesse anderer Bundesländer und Unternehmen.“

LMZ: Moderne Arbeitswelten, großes, offenes Bürgerservice, alle Ansprechpartner unter einem Dach. Ist das eigentlich zu schön, um wahr zu sein?

Kerschbaum/Flieher: Ein modernes Verwaltungsgebäude darf nicht nur ein paar Jahre up to date sein, sondern muss es für einige Jahrzehnte bleiben. Wir denken, dass im neuen Landesdienstleistungszentrum die besten Ideen und Erfahrungen anderer, ähnlicher nationaler und internationaler Projekte zusammengefasst und für Salzburgs Bedürfnisse optimiert wurden. In Wahrheit ist es für die Landesverwaltung ein Quantensprung. Derzeit sind die Landesbediensteten auf zahlreiche Standorte verteilt. Kommt ein Großteil davon unter ein Dach, wird das die Effizienz steigern – was letztendlich den Bürgerinnen und Bürgern zugute kommt.

LMZ: Gebäude, Büro, Verwaltung – es gibt viele Begriffe für das Landesdienstleistungszentrum, aber was ist es für Sie beide?

Kerschbaum/Flieher: Eine Herzensangelegenheit – für uns und das gesamte Projektteam aus unterschiedlichen Bereichen des Landesdienstes. Es gibt viel zu koordinieren, zu planen, zu besprechen, Partner ins Boot zu holen, oft muss man sehr geduldig und auch mitunter hartnäckig sein, Konflikte aushalten und auch schlichten. Aber unter dem Strich wird uns allen immer wieder bewusst: Bei so einem Schlüsselprojekt für das ganze Land ist man nur einmal im Leben dabei, es ist ein Privileg. Und genau dieser Gedanke motiviert das Team in Situationen, in denen man – formulieren wir es so – nicht ganz so motiviert ist oder sich die Sinnfrage stellt.

LMZ: Gehen wir zuerst aus Sicht der Salzburgerinnen und Salzburger ein wenig ins Detail. Was werden sie im neuen Landesdienstleistungszentrum vorfinden?

Kerschbaum/Flieher: Ein großes, offenes Bürgerservice, das seinem Namen gerecht wird. Die Bürger haben alle Ansprechpartner unter einem Dach, ein einfaches Orientierungssystem und einen Info-Desk. Gibt es zwischen den Terminen Zeit, kann man auf einen Kaffee gehen oder das Ambiente genießen. Man könnte es so sagen: Das graue Amt, da mitunter noch in den Köpfen existiert, ist mit dem Landesdienstleistungszentrum Geschichte. Es entsteht ein modernes Bürgerservice, auch architektonisch gesehen. Dazu kommt, dass es am Salzburger Hauptbahnhof am größten Öffi-Verkehrsknotenpunkt Salzburgs liegt und sehr leicht zu erreichen ist.

LMZ: Und aus Sicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Was wird anders?

Kerschbaum/Flieher: Es wird definitiv ein anderes Arbeiten sein als das, was viele gewohnt sind. Viele offene Bereiche, buchbare Besprechungsräume, Kommunikationsinseln, modernste Kommunikationstechnik, ein Betriebskindergarten, eine Kantine, in der frisch gekocht wird. Und natürlich: Die meisten Kollegen unter einem Dach, was den Austausch und das Miteinander sehr erleichtern wird. Die Ausstattung wird zeitgemäß und modern sein, die Mitarbeiter können sich hier einbringen.

LMZ: Dafür wurde in Wals sozusagen ein „Probebüro“ geschaffen, das dem neuen Verwaltungsgebäude nahekommt. Wie sind hier die Rückmeldungen?

Kerschbaum/Flieher: Zu einem sehr großen Teil positiv. Bisher konnten schon zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Büro testen. Bedenken gibt es hauptsächlich in Bezug auf die Geräuschkulisse beim Telefonieren, das Kommen und Gehen in einer offenen Bürowelt und der Notwendigkeit, trotzdem konzentriert zu arbeiten. Die Inputs werden alle aufgenommen und fließen soweit umsetzbar mit ein.

LMZ: Versetzen wir uns in den Frühling 2027. Das LDZ ist in Betrieb, alles ist planmäßig verlaufen, alles geht seinen Gang. Was wäre der Satz, den sie beide dann am liebsten hören würden?

Kerschbaum/Flieher (schmunzeln): Das ist schwierig. Kommt drauf an, von wem. Von einem Bürger sicher „Wow, das neue Gebäude ist sehr hell, das Service sehr freundlich und ich bin froh, dass wir so etwas in Salzburg haben.“ Von einer Mitarbeiterin in etwa: „Das Arbeiten ist super, die technische Ausstattung perfekt. Warum konnten wir nicht schon vor zehn Jahren so arbeiten?“ Und unser eigener Satz könnte lauten: „Es hat sich gelohnt, aber sowas von!“

Eckpunkte Landes-Dienstleistungszentrum

Quelle: Land Salzburg

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