Salzburg-Stadt: Zeitgenössische Kunst im Schlosspark Hellbrunn

vonRedaktion Salzburg
AUGUST 14, 2020

Foto: © Stadt Salzburg / Alexander Killer

Bgm.-Stv. Unterkofler: Neues entdecken im beliebten Naherholungsgebiet

Das manieristische Gesamtkunstwerk Hellbrunn verbindet seit jeher Architektur, Kunst und Natur zu einer Einheit. Diesen Sommer ist der Schlosspark Ausstellungsort für drei Projekte zeitgenössischer Kunst. Spiegel, Eisenglöckchen und der Grundriss eines Festspielhaus-Projekts aus den 1920er Jahren eröffnen neue Perspektiven und hinterlassen ungewöhnliche Eindrücke.

„In Hellbrunn findet man nicht nur Ruhe und Erholung, sondern kann die Verbindung zwischen Geschichte, Kunst und Kultur hautnah erleben und entdeckt bei fast jedem Besuch etwas Neues. Einst als Sommerdomizil des Fürsterzbischofs errichtet, ist die Anlage eines der beliebtesten Naherholungsgebiete in Salzburg. Ich hoffe, dass sich möglichst viele Salzburgerinnen und Salzburger in diesem Sommer von den diesjährigen Ausstellungen verzaubern lassen und Hellbrunn als das wahrnehmen, was es ist: Eine Oase für Geist und Sinne,“ erklärt Bürgermeister-Stellvertreterin Barbara Unterkofler, ressortzuständig für Park und Schloss Hellbrunn.

Spiel mit der Wahrnehmung
Wolfgang Richter führt in seiner Installation „ENDLICH UNENDLICH“ die Idee von Hellbrunn als magischen Ort weiter und treibt ein Spiel mit der Wahrnehmung. Er hat 1.400 kleine Spiegel an den Bäumen der streng beschnittenen Baumreihen der Lindenallee beim großen Wasserparterre angebracht. Diese markieren Zweige und Äste, die dem Baumschnitt zum „Opfer“ fielen und stehen für einen Neuanfang, in dem sich abhängig vom Standort Äste, Blätter oder Wasser spiegeln. Die Besucher*innen erleben den Ort beim Flanieren – je nach Tages- und Jahreszeit neu.

Fußabdruck eines „mächtigen Bauprojektes“
Anfang der 1920er Jahre war Hellbrunn auch als Standort des Festspielhauses im Gespräch. Man wollte der Enge der Innenstadt entfliehen. Architekt Hans Poelzig arbeitete ein Projekt aus, das bewusst die historische Bedeutung des Ortes einbezog. Er ließ sich von der Landschaft, Rokoko, Grotten und Steintheater inspirieren und entwarf einen mächtigen Bau. Dieser „Feentempel“ sollte sich vom Hellbrunner Park bis weit in das heutige Tiergartengelände erstrecken. Im Rahmen des Jubiläumsprojektes „Orte für das festliche Spiel“ zeigen Maria Flöckner und Hermann Schnöll vor Ort die Dimensionen des Poelzig-Projektes. Durch das Abschreiten der mit Vermessungspflöcken markierten Flächen entstehen die Räume für die Spaziergänger*innen vor dem geistigen Auge.

120 Eisenglöcken erklingen
Die Installation „Animitas“ des renommierten französischen Künstlers Christian Boltanski ist seit letztem Jahr im „SkupturenPark Hellbrunn“ zu sehen und zu hören. Dieses Projekt wurde erstmals 2014 in der chilenischen Wüste sowie anschließend in unterschiedlichen Dimensionen in Japan, Schottland, Kanada und Israel gezeigt. Die Installation „Animitas“ in Hellbrunn besteht aus 120 japanischen Eisenglöckchen, die an filigranen Metallstangen befestigt und in den Erdboden gesteckt werden. Bereits eine sanfte Windbrise lässt eine zarte Klangsymbiose entstehen, die Boltanski als „Musik der Seelen“ bezeichnet. Er spricht in diesem Zusammenhang auch von der „Sanftheit des Verschwindens“. Die Installation ist noch bis März 2021 zu sehen.

Öffnungszeiten Hellbrunner Park: täglich 6.30 – 21 Uhr

Quelle: Stadt Salzburg

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