Österreich: Verschlungene Wege oder wie das Wissen in die Welt kommt

vonOTS
APRIL 23, 2026

Foto: Technisches Museum/APA-Fotoservice/Heinz Stephan Tesarek

Neue Dauerausstellung im TMW: Wie aus Ideen Wissen wird

Mit der neuen Dauerausstellung „Wissenschaft im Wandel“ geht das Technische Museum Wien dem ältesten menschlichen Bedürfnis auf den Grund: dem Streben nach Wissen. Besucher:innen begeben sich auf eine Reise durch verschiedene naturwissenschaftliche Bereiche – eine Reise, die von unbändiger Neugierde und sensationellen Entdeckungen erzählt. Die Ausstellung macht die Faszination sowie Akribie wissenschaftlichen Tuns sichtbar und zeigt, dass neue Erkenntnisse immer das Ergebnis ausdauernder Arbeit verschiedenster Menschen sind – und dass Wissen über die Welt sich laufend weiterentwickelt und nie stillsteht.

Viele Wege und zahlreiche Abzweigungen

Auf 800 m² werden Themenfelder von der Astronomie bis zur Arktisforschung für Besucher:innen ab 12 Jahren vorgestellt: Die Entwicklung der Naturwissenschaften wird dabei anhand von zahlreichen Exponaten aus einer Zeitspanne von mehr als 400 Jahren sichtbar gemacht. Historisch bedeutende und kunstvolle Instrumente wie die astronomische Uhr von Philipp Imsser erzählen davon, wie sich Erkenntnisse im Laufe der Zeit wandeln und unser Verständnis von uns selbst und der Welt immer wieder grundlegend verändert. „Wissenschaft im Wandel“ schärft den Blick auf die Naturwissenschaften und lässt Kritik und Zweifel ebenso Raum, wie sie Verständnis für wissenschaftliche Methoden erzeugt. Hands-on und interaktive Stationen laden dazu ein, wissenschaftliche Denkweisen nachzuvollziehen. Die Ausstellung gleicht einem Labyrinth, das hinter jeder Ecke neue Entdeckungen bereithält und die verschlungenen Wege der Erkenntnis begehbar macht.

Wie funktioniert Wissenschaft?

Wie Forschende arbeiten, welche Mittel sie benötigen und warum zu gewissen Themen geforscht wird und zu anderen nicht, zeigt sich anhand interaktiver Stationen: In „Wissenschaft im Wandel“ lernen Besuchende die Mechanismen hinter den Kulissen kennen, vergeben Förderungen und entdecken Möglichkeiten, sich selbst an Forschung zu beteiligen.

Von der Elektrisiermaschine bis nach CERN

Dem stehen Leuchttürme der Forschung gegenüber: faszinierende Großobjekte, aber auch Mahnmale fataler Irrtümer wie der Atombombe. Orientierung geben unter anderem ein imposantes, menschenhohes Gehirnmodell, eine Elektrisiermaschine, wie sie im 18. Jahrhundert vor exklusivem Publikum zur Präsentation der neu entdeckten Elektrizität verwendet wurde, aber auch ein Nachbau eines Quantenoptiklabors. Sie machen Forschung von den Anfängen bis heute greifbar, bauen Vorbehalte gegenüber komplexen Erkenntnissen ab und fördern kritisches Denken. Dabei wird deutlich: Zweifel und Hinterfragen sind keine Schwächen, sondern der Motor der Wissenschaft. Als wissenschaftlicher Partner fungiert dabei die Österreichische Akademie der Wissenschaften, die das kuratorische Team des TMW und dessen Expertise in Wissenschaftskommunikation mit zahlreichen Stimmen und aktuellen Forschungsergebnissen unterstützt.

Die Welt im stetigen Wandel

Die Dauerausstellung zeichnet ein vielfältiges und detailreiches Bild der Naturwissenschaften, spannt einen Bogen von den Anfängen bis in die Gegenwart und fragt nach dem Warum und vor allem: dem Wie. Sie vermittelt den Grund dafür, warum der zutiefst menschliche Wunsch nach einer endgültigen Wahrheit eine Illusion ist. Und wie wir alle von neuem Wissen profitieren – sei es durch neue medizinische Behandlungen oder das bessere Verständnis unserer Umwelt.

Eröffnung mit Science Show

Peter Aufreiter, Generaldirektor des TMW, eröffnete gemeinsam mit Heinz Faßmann, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, am 22. April 2026 die neue Dauerausstellung. „Wissenschaft im Wandel“ ist das Herzstück der verstärkten Wissenschaftskommunikation des Museums, die dessen Bildungsauftrag im Sinne des Gründungsgedankens und als Brückenbauer zwischen Forschung und Öffentlichkeit hervorhebt. Moderiert wurde der Abend von Wissenschaftskommunikator Bernhard Weingartner, der im Rahmen der Eröffnung auch eine Science Show präsentierte.

Zitate
Mit ‚Wissenschaft im Wandel‘ rücken wir das Herzstück unseres Museums in den Fokus: die Entstehung von Wissen selbst. Faszination und Neugierde, Skepsis und Verständnis – die Ausstellung zeigt Wissenschaft als lebendigen, oft widersprüchlichen Prozess. Es ist unsere Aufgabe, als Drehscheibe und Brückenbauer zwischen Forschung und Öffentlichkeit, Vertrauen in wissenschaftliche Methoden sowie kritisches Denken zu stärken.
Peter Aufreiter, Generaldirektor TMW

Die Ausstellung ‚Wissenschaft im Wandel‘ zeigt: Forschung endet nicht. Sie ist stets auf der Suche nach belastbarer Erkenntnis. Wir formulieren Thesen, prüfen sie rigoros, bestätigen oder verwerfen sie und beginnen notfalls neu. Was bleibt, ist geprüftes Wissen: keine Scharlatanerie, keine Meinung, sondern die Basis einer informierten, zukunftsfähigen Gesellschaft.
Heinz Faßmann, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften


Quelle: OTS

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