vonRedaktion International
MÄRZ 18, 2026
Tirol
Einigung zwischen Land, Stadt Innsbruck, Gemeindeverband, ARGE Tiroler Altenheime und Arbeitsgemeinschaft Mobile Pflege
Beim Geschäftsführenden Ausschuss Pflege (GFA) haben sich das Land Tirol, der Tiroler Gemeindeverband, die Stadt Innsbruck und die ARGE Tiroler Altenheime sowie die Arbeitsgemeinschaft Mobile Pflege (AMP Tirol) auf eine Anpassung der Normkostensätze in der Langzeitpflege verständigt. In der Vergangenheit mussten vermehrt bestehende Pflegebetten aufgrund des Personalmangels gesperrt werden, nun blickt das Land Tirol auf einen Höchststand an Pflegeauszubildenden. Ziel ist es, auch durch die Erhöhung der Tarife insbesondere gesperrte Pflegebetten wieder schrittweise zu mobilisieren, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken und die bestehende Struktur bestmöglich zu nützen.
„Der demografische Wandel ist die wohl größte gesellschaftliche Herausforderung. Deshalb ist die Kostenentwicklung in der Pflege besonders dynamisch. Aufgrund der angespannten budgetären Situation auf allen Ebenen ist es auch im Bereich der Pflege notwendig, die Steigerungsraten der vergangenen Jahre einzufangen und Einsparungs- sowie Effizienzpotentiale bestmöglich zu nützen. Im heurigen Jahr werden die Tarife deshalb um zwei Prozent erhöht. Wir setzen auf die bestehenden Strukturen und schaffen mit der Erhöhung der Tarife die Grundlage, insbesondere gesperrte Pflegebetten wieder schrittweise zu mobilisieren. Denn Tirol verfügt zweifellos über eine qualitativ hochwertige Pflegelandschaft, die wir absichern müssen“, erklärt LRin Cornelia Hagele.
93 Alten- und Pflegeheime sowie 66 mobile Dienstleister von Tarifen umfasst
Im Jahr 2026 werden die Tarife in der Pflege um zwei Prozent und für das Jahr 2027 um 2,5 Prozent erhöht. Die Tarife im sogenannten „Normkostenmodell“ sichern den laufenden Betrieb der stationären Langzeitpflege sowie der Angebote in der Tagespflege, der mobilen Pflege und dem Betreuten Wohnen. Von den Tarifen sind insgesamt 93 Alten- und Pflegeheime sowie 66 mobile Dienstleister umfasst.
„Die finanziellen Spielräume der Gemeinden werden zunehmend kleiner, während die Anforderungen, insbesondere im Pflegebereich, stetig steigen. Die vereinbarten Tariferhöhungen ermöglichen es den Gemeinden, die Pflegeleistungen nachhaltig zu organisieren und gleichzeitig für die nächsten Jahre eine stabile Grundlage zu schaffen“, so Gemeindeverbandspräsident Karl-Josef Schubert. „Für die Stadt Innsbruck als größter Heimträger ist es essenziell, verlässliche Rahmenbedingungen zu erhalten und dadurch langfristig planen zu können. Die Einigung über die Tariferhöhung für die kommenden zwei Jahre bedeutet für uns daher vor allem Planungssicherheit, aber auch, dass wir die Qualität der Versorgung für unsere Bewohnerinnen und Bewohner weiterhin sichern können“, betont Bürgermeister Johannes Anzengruber.
Systempartner einig: Veränderungen müssen angegangen werden
In den vergangenen Jahren waren die Anpassungen der Normkostensätze aufgrund von Gehaltsabschlüssen, steigenden Preisen sowie einer zunehmenden Pflegeintensität besonders gestiegen. Aufgrund der immer älter werdenden Gesellschaft wurden zuletzt auch wieder Pflegeplätze geöffnet und Angebote im mobilen Bereich erweitert. Die Systempartner sind sich einig: Um in Zukunft die Kostendynamik im Pflegebereich im Blick zu behalten, müssen Veränderungen angegangen werden. Aus diesem Grund wird eine entsprechende Arbeitsgruppe eingerichtet, um Einsparungspotentiale auszuloten.
Kostendynamik eindämmen, Pflege finanziell nachhaltig sichern
„Unsere Richtung ist klar: Wir wollen eine qualitativ hochwertige und verlässliche Pflegeversorgung für die Menschen in Tirol sichern. Mit unseren Systempartnern haben wir uns deshalb im konstruktiven Austausch und am Verhandlungstisch auf einen gemeinsamen Weg geeinigt, der für alle Seiten vertretbar ist. Mein Dank gilt insbesondere dem Tiroler Gemeindeverband und der Stadt Innsbruck, die sich mit ihren Vorschlägen eingebracht haben, um die Kostendynamik der vergangenen Jahre einzudämmen und die Pflege nachhaltig finanziell abzusichern. Der Pflegebereich ist reformbereit, damit begegnen wir gemeinsam der großen Herausforderung des demografischen Wandels“, sagt Pflegelandesrätin Hagele.
Quelle: Land Tirol