Salzburg: Experten des Katastrophenschutzfonds bei der Arbeit

vonRedaktion Salzburg
JULI 26, 2021

Foto: Land Salzburg / Franz Neumayr

Schadenserhebung in der Stadt Hallein läuft / Interview mit Koordinator Egon Leitner

(LK) Der reißende Kothbach in Hallein hat großen Schaden angerichtet, auch jetzt noch wird aufgeräumt, zirka 300 Haushalte sind betroffen. Der Katastrophenfonds des Landes wird hier unbürokratisch und rasch helfen, die Experten rund um Egon Leitner sind in diesen Tagen unterwegs, um die Schäden zu begutachten.

Die Tennengauer Bezirkshauptstadt hat der reißende Kothbach hart getroffen. „Der Sachschaden ist groß, dennoch ist das Wichtigste, dass niemand verletzt wurde. Der Katastrophenfonds hilft schnell und unbürokratisch, wir arbeiten mit den betroffenen Menschen und den Gemeinden eng zusammen“, so Landesrat Josef Schwaiger und er fügt hinzu: „Ein wenig Bürokratie muss aber sein, um alles genau nachvollziehen zu können. Wir haben ein Grundvertrauen in die Bevölkerung.“

Schwaiger: „Wir lassen niemanden allein.“

„Nach den Ereignissen in Hallein können wir den Fokus neben den Aufräumarbeiten bereits auf die Reparatur der Schäden richten. Der Katastrophenfonds ist in dieser Situation ein bewährtes und unbürokratisches Mittel, um Existenzen zu sichern und die Infrastruktur wiederherzustellen. Auch wenn die Lage oftmals aussichtslos scheint, versichere ich, dass wir niemand alleine lassen“, betont Landesrat Josef Schwaiger. Seit gestern sind die Mitarbeiter des Katastrophenfonds deshalb im Halleiner Stadtzentrum unterwegs, um schnell zu helfen.

Effiziente Unterstützung

Ein wichtiger Partner bei der Abwicklung bis hin zu Auszahlung des Katastrophenfonds sind die Gemeinden: „Der Bürgermeister weiß meistens sehr genau, wie sehr eine Familie betroffen ist und kann das gut einschätzen. Mir ist nämlich sehr wichtig, dass die Gelder bei denen ankommen, die sie am nötigsten brauchen. Daher: Ganz ohne Bürokratie geht es nicht, aber wir haben sie sehr reduziert“, fasst Landesrat Josef Schwaiger zusammen. Neben der Gemeinde ist eine Einreichung ebenso digital über das Land möglich, sogar per App. Der wichtigste Tipp: Die Schäden mit Fotos dokumentieren.

Leitner: „Mut und Menschlichkeit.“

Egal ob Schadensaufnahme, Sanierungsberatung oder einfach ein offenes Ohr nach einem einschneidenden Ereignis: Bei Egon Leitner, Katastrophenfonds-Koordinator des Landes Salzburg, laufen im Fall der Fälle die Fäden zusammen. Allein zwischen dem Schneeereignis im November 2019 und Mai 2021 hat er mit seinen Kollegen 4.000 Anträge behandelt, 20,2 Millionen Euro an Unterstützung abgewickelt und davon bereits 18 Millionen Euro ausgezahlt. Das Landes-Medienzentrum (LMZ) hat mit ihm über seine Arbeit gesprochen:

LMZ: Herr Leitner, sie erleben Menschen in sehr schwierigen, ja existenzbedrohenden Situationen. Wie können Sie helfen?

Leitner: Am konkreten Beispiel hier in Hallein bin ich zuerst sehr froh, dass trotz der zerstörerischen Wucht des Kothbaches bis auf einige blaue Flecken und offene Knie kein Mensch schwer verletzt wurde oder zu Tode gekommen ist. Neben meiner fachlichen Arbeit rund um Schadensanalyse und Wiederherstellung komme ich dann immer wieder mit den Sorgen und Ängsten der Menschen in Berührung. Hier habe ich gelernt, dass Zuhören, Dasein und Mut zusprechen oft schon das größte Leid lindert. Man darf nicht vergessen, dass in jeder Wohnung und jedem Haus eine persönliche Geschichte schlummert, deswegen gehen wir so gut es geht individuell auf den oder die Einzelne ein. Ich bin einfach der Meinung, dass finanzielle Hilfe wichtig, aber nicht alles ist.

LMZ: Der Katastrophenfonds kommt oft zum Einsatz. Ist er das beste Mittel?

Leitner: Was mir am Katastrophenfonds so gut gefällt ist, dass wir im Härtefall wirklich Existenzen absichern. Es klingt vielleicht ein wenig salopp formuliert, aber wenn es keine Verletzten oder gar Todesopfer gab, lässt sich im Prinzip alles wiederherstellen. Zudem arbeiten wir schnell und können wirksame Summen auszahlen, mit denen man den Wiederaufbau wirklich gut vorantreiben kann. In Hallein werden wir planmäßig bereits in relativ kurzer Zeit die ersten Unterstützungen überweisen. Allein diese Perspektive reicht oft aus, um den Leuten wieder Mut zu machen.

LMZ: Der Katastrophenfonds greift den Menschen im Notfall unter die Arme. Ist da eine Versicherung überhaupt noch notwendig?

Leitner: Im Land Salzburg ist die Durchversicherungsrate zum Glück hoch. Eine Eigenvorsorge in Form einer guten Elementarschutzversicherung ist für alle Geschädigten eine Hilfe etwaige Schäden wiederherstellen zu können. In diesem Sinne kann ich nur dringend zu einer ordentlichen und von Fachexperten ausgearbeiteten Absicherung der eigenen vier Wände raten.

Anträge an den Katastrophenfonds

Quelle: Land Salzburg

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