vonRedaktion International
FEBRUAR 02, 2026
© NLK Burchhart
LH Mikl-Leitner: „KernTec zeigt, wie Innovation und Verantwortung Hand in Hand gehen“
Michael Beitl betreibt mit KernTec Niederösterreichs einzigartige „Kernspaltungs-Maschine“ in Herzogenburg. 2019 hat er das Unternehmen gegründet - heute beschäftigt KernTec knapp 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Unternehmen produziert aus Steinobstkernen wie Marillen-, Kirsch-, Pfirsich- und Zwetschkenkernen Pflanzendrinks, Cremes, Pasten und Öle.
„Es ist beeindruckend zu sehen, wie aus einer Idee ein Unternehmen entsteht, das Nachhaltigkeit lebt und zugleich Arbeitsplätze schafft“, so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im Gespräch mit Michael Beitl. Sie betonte dabei: „KernTec zeigt, wie Innovation und Verantwortung Hand in Hand gehen. Darauf können wir in Niederösterreich stolz sein. Gleichzeitig zeigt KernTec, dass wir mit unserem Fokus auf Kreislaufwirtschaft nicht nur Ressourcen schonen, sondern auch neue Wirtschaftszweige erschließen können. Genau dieser Weg sichert unseren Wohlstand für die Zukunft.“
„Niederösterreich war und ist der perfekte Standort für uns. Die Unterstützung reicht von professioneller Beratung bis hin zur Prototypen-Förderung. Zudem ist die geografische Lage ideal, da wir importieren und exportieren – wir liegen für alle gut erreichbar in der Mitte Europas“, erklärt Geschäftsführer Michael Beitl.
Der Ursprung der Idee liegt im Jahr 2018: Bei einem Abendessen mit Obstbauern wurde deutlich, dass Kerne von Marille, Pfirsich, Zwetschke und Kirsche bei der Produktion von Marmeladen oder Säften meist entsorgt oder bestenfalls als Brennmaterial genutzt werden. Eine umfassende Recherche zeigte, dass dieses Problem nicht nur regional, sondern europaweit besteht. Vor allem große Fruchtverarbeiter stehen vor Herausforderungen: Pro Fabrik fallen durchschnittlich rund 2.000 Tonnen Kerne an – verbunden mit Entsorgungskosten, Schimmelgefahr und Platzproblemen.
Dabei enthalten diese vermeintlichen Abfallstoffe wertvolle Materialien. Um sie nutzen zu können, müssen die Kerne in inneren Samen und äußere Hartschale getrennt werden – bisher war das mit gängigen Verfahren nicht möglich. Eine händische Trennung, wie in einigen asiatischen Ländern üblich, wäre in Österreich wirtschaftlich nicht umsetzbar. Die Vision von KernTec war es daher, diese heimischen Rohstoffe regional und im großen Maßstab nutzbar zu machen. Das Unternehmen entwickelte eine innovative Technologie, die erstmals eine wirtschaftliche und regionale Spaltung sowie Sortierung von Pfirsich-, Marillen-, Kirsch- und Zwetschkenkernen ermöglicht.
Seit 2020 befindet sich der Produktionsstandort der Kern Tec GmbH in Herzogenburg – und damit steht die weltweit einzigartige „Kernspaltungs-Maschine“ in Niederösterreich. Verarbeitet werden österreichische wie auch europäische Kerne. Die Nachfrage ist groß, exportiert wird mittlerweile in sieben Länder. Von Beginn an begleitet RIZ UP-Berater Robin Gerl das KernTec-Team in allen Fragen rund um Businessplan, Finanzierung und Wachstum.
Quelle: Land Niederösterreich