Salzburg: Salzburg setzt seit 10 Jahren auf den Digitalfunk

vonRedaktion Salzburg
APRIL 04, 2026

Foto: Land Salzburg/Sandra Lanzl

BOS-System ist 2016 im Bundesland gestartet / Mittlerweile 155 Funkstationen und rund 8.300 Endgeräte im Einsatz

(LK) Es war ein Paradigmenwechsel in der Kommunikation von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Der Digitalfunk bietet ein abhörsicheres Kommunikationssystem, das durch umfassende Notstromkonzepte auch bei einem großflächigen Stromausfall voll einsatzbereit bleibt. Vor zehn Jahren wurde mit dem Netzausbau in Salzburg gestartet. Mittlerweile gibt es 155 Funkstationen im Land, rund 8.300 Hand- und Mobilfunkgeräte sind im Einsatz. Um in Katastrophenszenarien, etwa einem Blackout, auf verlässliche Kommunikation vertrauen zu können, arbeitet das Team der Stabsstelle Digitalfunk derzeit an einem eigenen redundanten Richtfunknetz.

Am 20. April 2016 startete der Bau des ersten Standortes in Thomatal. Innerhalb von rund eineinhalb Jahren wurde das Netz für den Digitalfunk auf ganz Salzburg ausgerollt. Vom Lungau ging es in den Pongau, dann in den Pinzgau sowie in den Tennengau und Flachgau. Mit 1. Jänner 2018 gingen 150 Funkstandorte in Betrieb. Durch die Inbetriebnahme weiterer fünf Standorte wurde im Dezember 2023 der Vollausbau durch das Innenministerium offiziell bestätigt. Seither wird flächendeckend im gesamten Bundesland mit dem Digitalfunk von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), beispielsweise der Feuerwehr, Rettungsorganisationen, der Polizei sowie dem Betriebsfunk der Landesstraßenverwaltung, gearbeitet. Die Standorte im Überblick:

Vollausbaustufe in Salzburg erreicht

Die Vorteile des BOS-Systems liegen für Martin Harter, er leitet die Stabsstelle Salzburg Digitalfunk BOS Austria, auf der Hand. „Wir haben eine sehr gute Sprachqualität, das System ist verschlüsselt und abhörsicher. Der Digitalfunk ermöglicht die direkte Funkverständigung zwischen den Einsatzorganisationen in Salzburg sowie anderen Bundesländern. Das steigert vor allem die Effizienz bei großflächigen Katastropheneinsätzen massiv. Einen besonderen Moment des gesamten Projekts konnten wir im Dezember 2023 erleben. Mit der Inbetriebnahme des BOS-Standortes am Trattberg im Tennengau wurde der Vollausbau bestätigt“, so Harter.

Edtstadler: „Schnelle und sichere Einsätze“

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer unserer Einsatzorganisationen setzen international Maßstäbe. Sie setzen sich selbstlos für die Sicherheit der Bevölkerung ein und nehmen bei ihren Einsätzen hohe Belastungen in Kauf. Diese Tätigkeit muss durch die bestmögliche Ausrüstung und moderne Kommunikationsmittel unterstützt werden, damit ein schnelles, sicheres und zielgerichtetes Handeln der Einsatzkräfte und Behörden gewährleistet ist“, sagt Landeshauptfrau Karoline Edtstadler.

Schnöll: „Nächster Schritt: Machbarkeitsstudie.“

Im Falle eines Stromausfalls sind die Funkgeräte so ausgerüstet, dass sie 36 Stunden mit Batterien versorgt sind. Bei exponierten und topografisch schwer erreichbaren Standorten sind es 72 Stunden. Für Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll, er ist für die Stabsstelle Digitalfunk ressortzuständig, hat sich das BOS-System sehr gut entwickelt und bewährt: „Derzeit arbeitet das Team in Kooperation mit dem Salzburger Roten Kreuz und dem Landesfeuerwehrverband an einer Funklösung im Blackout-Fall, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Der nächste Schritt ist hier eine Machbarkeitsstudie zur Entwicklung eines eigenen Richtfunksystems“, so Schnöll.

Eigenes Funknetz in Vorbereitung

Derzeit läuft der Digitalfunk über den Netzanbieter A1. „Im Falle eines Blackouts ist auch dieses Funknetz betroffen. Daher entwickeln wir parallel dazu ein Richtfunksystem, um unabhängig in der Zukunft zu sein. Derzeit müssten die Organisationen bei einem Blackout auf die direkte Kommunikation von Funkgerät zu Funkgerät ausweichen. Die Einsatzkräfte proben dies zwar laufend, dennoch ist es nicht die ideale Lösung. Daher arbeiten wir an einem ‚Plan B‘. Unser Ziel ist es, das gesamte Funknetz so abzusichern, dass es den Einsatzkräften auch im Katastrophenfall vollumfänglich zur Verfügung steht“, erklärt Martin Harter.

Rund-um-die-Uhr-Support

Das siebenköpfige Team von Martin Harter ist an 365 Tagen im Jahr für den betrieblichen Support des Digitalfunks in Salzburg zuständig. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche stellen sie eine Versorgung sicher. „Das gesamte Team hat dafür auch eine eigene Rufbereitschaft beziehungsweise ist eine Hotline eingerichtet. Das Tagesgeschäft umfasst neben den Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten sowie der Überwachung der Anlagen auch die Verwaltung und alle essenziellen Assistenzleistungen im Büro, die für einen reibungslosen Betrieb im Hintergrund unerlässlich sind. Wenn eine Störung auftritt, versuchen wir innerhalb von zehn Stunden die Wiederinstandsetzung zu ermöglichen“, berichtet Harter.

Digitaler Austausch im Landesdienst

Neben den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben ist der Digitalfunk auch auf die Straßenverwaltung aufgeschaltet. „Gerade im Winter hilft die direkte Kommunikation in der Schneeräumung. Unsere personelle Aufstellung spiegelt die regionale Bedeutung wider: Drei meiner Kollegen haben ihr Büro sowie ihre Werkstätte in der Straßenmeisterei Pinzgau in Bruck, während drei weitere Teammitglieder in der Stadt Salzburg tätig sind. Durch die Übersiedelung in das neue Landesdienstleistungszentrum entsteht dort eine moderne Werkstätte sowie eine voll einsatzfähige technische Basis. In Zukunft können wir so Entstörungen noch schneller und effizienter durchführen. Unterstützt werden wir zudem von zwei Kollegen beim Landesfeuerwehrverband, die das Management der Endgeräte für die Einsatzorganisationen übernehmen“, führt Martin Harter weiter aus.

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Quelle: Land Salzburg

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