Burgenland: LH-Stv.in Haider-Wallner/LR Kaineder - "Was hab´ ich da am Teller?"

vonRedaktion Salzburg
APRIL 30, 2026

Bildquelle: Land Oberösterreich/Denise Stinglmayr

Bildquelle: Land Oberösterreich/Denise Stinglmayr

Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie bringt Transparenz für Konsumentinnen und Konsumenten

Wer ins Wirtshaus geht, will genießen. Und wissen, was am Teller liegt. Doch genau das ist oft unklar: Woher kommt das Fleisch im Schnitzel? Die Milch im Dessert? Die burgenländische Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner und der oberösterreichische Landesrat Stefan Kaineder fordern daher eine klare Antwort: Herkunftskennzeichnung muss auch in der Gastronomie Standard werden: in ganz Europa und im ersten Schritt schon in Österreich.

Im Supermarkt ist vieles längst geregelt. Doch sobald Menschen im Gasthaus sitzen, endet diese Transparenz oft. Genau hier setzt die Forderung an: Herkunft muss sichtbar sein: bei Fleisch, Milch, Eiern und allen daraus hergestellten Produkten. In Österreich gibt es bereits einen ersten Schritt: In Kantinen und Großküchen gilt seit 2023 eine verpflichtende Kennzeichnung, ein Erfolg des damaligen Gesundheits- und Konsument:innenschutz-Ministers Johannes Rauch. Doch im Wirtshaus, am Take-Away-Stand oder im Restaurant fehlt diese Klarheit noch.

Anja Haider-Wallner und Stefan Kaineder betonen daher: „Wir wollen beim Essen keine Detektivarbeit leisten müssen. Wenn ich im Gasthaus sitze, will ich wissen: Kommt das Fleisch aus Oberösterreich, aus Österreich oder gar aus Südamerika? Das ist kein Luxus, das ist eine Frage von Respekt gegenüber den Konsumentinnen und Konsumenten und unseren Bäuerinnen und Bauern.“

Europa zeigt vor: Es geht längstAndere Länder machen vor, wie Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie funktioniert und dass sie den Alltag nicht komplizierter, sondern ehrlicher macht:

Diese Beispiele zeigen: Es gibt Lösungen. Was fehlt, ist der politische Wille, sie flächendeckend umzusetzen.

Forderung an Bundesregierung: Jetzt handeln statt warten

Solange es keine einheitliche EU-Regel gibt, braucht es eine klare nationale Lösung. Das Ziel ist klar: Herkunftskennzeichnung in allen gastronomischen Betrieben in Österreich.

„Wer Transparenz ernst meint, muss sie auch durchsetzen. Jetzt ist der Moment, das in Österreich umzusetzen“, sind sich Anja Haider-Wallner und Stefan Kaineder einig.

Mit dem EU-Mercosur-Abkommen wächst der Druck auf heimische Betriebe. Billigfleisch aus Südamerika könnte noch leichter auf den europäischen Markt kommen, oft produziert unter Tierhaltungsstandards, die es in Österreich zurecht nicht mehr gibt. Ohne klare Kennzeichnung bleibt für Konsumentinnen und Konsumenten unsichtbar, was tatsächlich am Teller liegt.

Gastronomie: Ehrlichkeit als Qualitätsmerkmal

Ein Linzer Gastronom zeigt schon längst, dass eine Kennzeichnung der Herkunft seiner Produkte möglich ist: der gebürtige Mühlviertler Johannes Eidenberger. In seinem Restaurant „beim Hannes“ in der Linzer Klammstraße legt er jederzeit offen, woher seine Produkte kommen. Das Gemüse aus Tragwein, das Wildfleisch aus Bad Leonfelden, die Pilze aus St. Georgen an der Gusen und das Bier aus Freistadt. Gerne gibt Eidenberger seinen Gästen Auskunft über die Herkunft seiner Produkte und widerspricht auch dem weit verbreiteten Argument, dass eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung zu viel Bürokratie auslösen würde: „Es gibt einfache, digitale Lösungen, um die Herkunftskennzeichnung in allen Betrieben umzusetzen. Andere Länder zeigen längst vor, dass es funktioniert und dort hat noch kein Betrieb deshalb zugesperrt. Es geht auch um Ehrlichkeit gegenüber seinen Gästen.“

Landwirtschaft: Fairness statt Preisdruck

„Wir produzieren mit hohen Standards, mit Verantwortung für Tiere und Umwelt. Wenn am Teller nicht steht, woher das Fleisch kommt, stehen wir im Wettbewerb mit Produkten, die unter ganz anderen Bedingungen entstehen. Das ist nicht fair“, gibt Klaus Bauernfeind zu bedenken. Er ist Obmann der Bio-Region Mühlviertel, Landwirt und Gastronom am Köglerhof in Gramastetten.
Transparenz schafft Vertrauen – und stärkt die Region

Herkunftskennzeichnung ist mehr als eine Information. Sie ist eine Entscheidungshilfe für Konsument:innen, ein Schutz für ehrliche Betriebe und ein klares Signal für Qualität.

„Wer weiß, was am Teller liegt, entscheidet bewusster. Und genau darum geht’s: Transparenz für Konsumentinnen und Konsumenten – und Fairness für unsere Erzeugerinnen und Erzeuger“, so Haider-Wallner und Kaineder abschließend.

Quelle: Land Burgenland

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