Salzburg: Ein Land hält dicht

vonRedaktion Salzburg
AUGUST 04, 2020

Foto: FFMittersill

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Bis zu 180 Millimeter pro Quadratmeter Regen / Hochwasserschutz hielt Salzburgs Flüsse im Zaum

(LK) Die anhaltenden Regenfälle seit Montag haben zu einem fünf- bis zehnjährlichen Hochwasser an Salzach und Saalach geführt. Überflutungen gab es nur kleinräumig, grobe Schäden bis dato so gut wie keine. Der Hauptgrund dafür liegt für Landesrat Josef Schwaiger am kontinuierlich ausgebauten Hochwasserschutz. „Die Investitionen haben bestens gewirkt.“

Seit dem verheerenden Hochwasser in Salzburg im Jahr 2002 wurden im Land 230 Millionen Euro für Schutzmaßnahmen an den Flüssen eingesetzt. Im selben Zeitraum sorgte die Wildbach- und Lawinenverbauung mit 458 Millionen Euro für mehr Sicherheit. Ein Beispiel von vielen: In Mittersill wurden über die Jahre 25 Millionen investiert – und diese machten den Unterschied bei diesem aktuellen Starkregenereignis aus. 2005: Pegelstand 5,16 Meter, Schaden 50 Millionen Euro und viel Leid in der Bevölkerung. 2020: Pegelstand 5,11 Meter, Mittersill blieb weitgehend trocken.

Schwaiger: „Millionenschäden werden verhindert.“

Landesrat Josef Schwaiger jedenfalls ist in seinem Ressort sicher: „Es handelt sich bei den Schutzprojekten oftmals um hohe Summen, aber wir sparen uns noch weitaus größere Schäden und vor allem viel Leid in der Bevölkerung. Wenn das Wasser kommt und das eigene Hab und Gut, das man sich aufgebaut hat, ist in Gefahr, das ist unvorstellbar schwierig. Daher sind wir bemüht, Salzburg so hochwassersicher wie möglich zu machen, wenn es auch keine hundertprozentige Garantie gibt.“

Nur lokale Überflutungen in Salzburg

Zwar gab es in Salzburg in den vergangenen 48 Stunden lokale Überschwemmungen, Keller mussten ausgepumpt werden und mehr als 1.000 Feuerwehrleute waren insgesamt im Einsatz, die große Flut ist aber ausgeblieben, weil der Regen rechtzeitig nachgelassen hat und weil die Schutzmaßnahmen wirkten.

Mittersill: Schutzbauten rechnen sich mehrfach

Mittersills Bürgermeister Wolfgang Viertler bringt es noch einmal aus Sicht der Stadt im Oberpinzgau auf den Punkt: „Die über die Jahre eingesetzten rund 25 Millionen Euro haben sich etliche Male gerechnet. Wir können es uns Schutz gar nicht mehr vorstellen“, so Viertler. Beim Hochwasser 2005 betrug der Pegelstand in der Oberpinzgauer Stadt 5,16 Meter, 300 Haushalte waren direkt von Schäden betroffen, die Landwirte waren mit einem kompletten Ernteausfall konfrontiert. Gesamtschaden: 50 Millionen Euro. „Jetzt waren es 5,11 Meter und Mittersill ist trocken geblieben“, zieht der Bürgermeister einen Vergleich. Die bewegliche Hubbrücke auf der B168 im Ortszentrum musste nicht aktiviert werden.

Oberndorf: Schneckenpumpwerk zeigt Wirkung

„Seit 4 Uhr Früh ist das Schneckenpumpwerk in Betrieb. Hätte Oberndorf nicht die aktuellen Hochwasserschutzanlagen, wäre der Bereich in der Nähe des Schulzentrums überschwemmt worden“, resümiert dort Bürgermeister Georg Djundja. Als gemeinsame grenzüberschreitende Sicherheitsmaßnahme wurde am späten Vormittag der Europasteg zwischen Oberndorf und Laufen gesperrt.

Augustregenmenge auf Gaisberg in zwei Tagen

Seit 2. August sind im Einzugsgebiet der Salzach im Bereich von Wald bis Mittersill bis zu 100 Milliliter Regen und an der unteren Salzach im Bereich von Golling bis Oberndorf bis zu 180 Milliliter gefallen, der Spitzenwert auf dem Gaisberg entspricht einem durchschnittlichen Monatsniederschlag im August. In Hallein wurde am Vormittag vorsorglich der mobile Hochwasserschutz aktiviert, die Landeshauptstadt zog gegen Mittag ebenfalls an neuralgischen Stellen wie in der Josefiau nach.

Daten und Fakten


Quelle: Land Salzburg

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