ARBÖ: Autofahren in anderen Umständen

vonOTS
MÄRZ 30, 2021

Foto: Bildagentur Zolles

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Der ARBÖ gibt Informationen über die richtigen Gurtsysteme und was als werdende Mama im Straßenverkehr beachtet werden sollte.

Wien (OTS) - Eine schwangere Frau muss sich so über einiges Gedanken machen. Vor allem wenn der Babybauch immer größer wird, denken viele an die Farbe des Kinderzimmers, welche Hebamme sie wählen aber auch Geburtsvorbereitungskurse werden ins Visier genommen. Einhergehend fragen sich viele, ob man als Schwangere noch Autofahren darf und wie man den Babybauch am besten vor Gefahren schützt. „Es spricht grundsätzlich nichts dagegen, in der Schwangerschaft zu fahren. Zusätzlich gibt es keine gesetzliche Regelung, wie lange man als Schwangere Autofahren darf“, erklärt Renate Eschenlohr vom ARBÖ Salzburg.

Die Straßenverkehrsordnung (§58 StVO) spricht ganz allgemein davon, dass man nur dann Autofahren darf, wenn man körperlich und geistig dazu in der Lage ist. „Wichtig ist, auf das eigene Wohlbefinden zu achten. Fühlt man sich unwohl oder verspürt man Übelkeit, sollte in diesen Momenten, wenn möglich, auf das Autofahren verzichtet werden“, so Eschenlohr weiter.

Gurtpflicht in Österreich

Niemals ohne Gurt fahren. Sicherheit hinterm Lenkrad hat – auch wenn sich der Gurt möglicherweise unangenehm anfühlt - während der Schwangerschaft oberste Priorität. In Österreich gilt Gurtpflicht, daher muss sich auch eine Schwangere anschnallen. „Zusätzlich zur eigenen und der Sicherheit des Ungeborenen, kommt hinzu, dass im Falle eines Unfalls die Versicherung die Zahlung verweigern kann,“ sagt ARBÖ-Rechtsexperte Martin Echsel.

Spezielles Gurtsystem verwenden

Der Fachhandel bietet Schwangerschaftsgurte, die die Sicherheit des Kindes beim Autofahren erhöhen. „Dieses Gurtführsystem kann bereits ab dem 2. Schwangerschaftsmonat verwendet werden und bietet dem ungeborenen Kind im Falle eines Unfalls erhöhte Sicherheit. Zusätzlich sind solche Gurtsysteme beim Autofahren für viele Frauen angenehmer, da der Gurt nicht auf Bauch oder Blase drückt,“ empfiehlt Eschenlohr. Sollte die Autofahrt ohne speziellen Gurt gemacht werden, so sollte der Gurt möglichst straff angezogen sein. Wichtig ist auch darauf zu achten, dass dieser nicht verdreht ist und zwischen den Brüsten verläuft. Der untere Teil des Gurtes sollte möglichst unter dem Bauch herumgezogen werden und nicht zu fest sein, damit er nicht auf den Bauch drückt. Keine Sorge: Ein richtig angelegter Gurt schützt Mutter und Kind.

Vorsicht bei langen Autofahrten

Man kann nicht pauschal vorgeben, wie lange eine Autofahrt dauern sollte. Grundsätzlich ist es wichtig darauf zu achten, wie sich die Frau fühlt. Es kann sein, dass mit fortschreitender Schwangerschaft Autofahrten behäbiger werden. Die Beweglichkeit könnte eingeschränkt sein, aber auch Müdigkeit und Kreislaufprobleme können auftreten. Daher ist es wichtig, auf einige Punkte bei längeren Fahrten zu achten:

- Ausreichend Pausen einlegen, aussteigen, frische Luft tanken und leichte Körperübungen durchführen.

- Genügend Flüssigkeit mitführen und trinken.

- Bei längeren Wartezeiten Übungen mit den Beinen machen, um die Durchblutung anzuregen.

- Eventuell Kompressionsstrümpfe tragen.

- Bei Unwohlsein vor Fahrtantritt ist es besser, das Auto stehen zu lassen und Alternativen überlegen.

Wann sollte man auf das Autofahren verzichten

Da der Gesetzgeber grundsätzlich nichts Konkretes bei einer Schwangerschaft vorschreibt, sollte man bei folgenden Punkten auf das eigenständige Fahren vom Auto verzichten:

- Am Ende der Schwangerschaft, wenn bereits Wehen eingesetzt haben oder die Fruchtblase geplatzt ist.

- Grundsätzlich bei Unwohlsein. Übelkeit, Schwindel oder Müdigkeit erhöhen das Unfallrisiko.

- Zur Sicherheit des Kindes sollte man sehr holprige Fahrbahnen meiden.

- Bei sehr schlechtem Wetter bzw. wenn man selbst unsicher ist. Zum Beispiel bei Schneefall, Eisfahrbahn oder Nebel.

Quelle: OTS

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