vonRedaktion Salzburg
MAI 20, 2026
Salzburg
Landessportstrategie 2036 präsentiert / Im Fokus: Vernetzung von Stakeholdern und Stärkung der Vereine / Gesetzte Ziele vor Umsetzung
(LK) Im ULSZ Rif wurde heute Vormittag die Landessportstrategie Salzburg 2036 präsentiert. In dem zweijährigen Prozess wurden vonseiten der Politik, Verwaltung und der Universität alle relevanten Stakeholder des Breiten-, Freizeit- und Vereinssports im Bundesland zusammengeführt und gemeinsam an einer Zukunftsvision des Salzburger Sports gearbeitet.
Egal ob im Verein, in der Freundesgruppe oder in der Schule: Der Sport hat von Abtenau bis Zell am See einen großen Stellenwert für die gesamte Salzburger Bevölkerung. 62 Prozent der Menschen im Bundesland haben bei einer repräsentativen Befragung im November 2024 mit „eher ja“ befunden, dass Salzburg ein Sportland ist. Das ist nur eines von vielen Ergebnissen der Landessportstrategie 2036, die heute von Landesrat Martin Zauner, der Leiterin des Landessportbüros, Andrea Zarfl, sowie dem zuständigen Projektleiter der Universität Salzburg (PLUS), Minas Dimitriou, vorgestellt wurde. Die Vorstellung der Zukunftsstrategie für den Leistungssport ist für 2027 geplant und befindet sich derzeit in Bearbeitung.
Zauner: „Anpfiff für die Sportstrategie.“
Für Landesrat Martin Zauner ist die heutige Präsentation der Landessportstrategie 2036 ein wichtiger Zwischenschritt des Projekts „doch die wirkliche Arbeit beginnt erst. Denn jetzt geht es in die Umsetzung der formulierten Ziele. Zwei Beispiele sind etwa der niederschwellige Zugang der Bevölkerung zu frei zugänglicher Sportinfrastruktur sowie die Stärkung des Vereinswesens und Sicherung des Ehrenamtes. Gerade bei Letzterem geht es darum, die Vereine im Bundesland fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen. Hier wollen wir mit einem One-Stop-Förderportal Bürokratie abbauen und den Aufbau eines landesweiten Qualifizierungsprogramms für Ehrenamt und Verein etablieren“, so Zauner. Die sechs definierten Leitziele der Strategie im Überblick:
Bewegung allumfassend gedacht
Die Landessportstrategie hat nicht nur den Breiten-, Freizeit- oder Vereinssport unter die Lupe genommen. Es wurden auch Schnittstellen zu Bildung, Gesundheit, Wirtschaft, Tourismus und Raumplanung untersucht. „Der Prozess ist von den Stakeholdern aus dem Sport angestoßen worden. Der partizipative Ansatz der Universität mit Bevölkerungs- und Vereinsbefragungen sowie Fokusgruppen hat evidenzbasierte Ergebnisse mit klaren Handlungsanleitungen für Politik und Verwaltung hervorgebracht. Mit dieser wissenschaftlichen Grundlage und breiten Einbindung von Bevölkerung, Vereinen oder Institutionen haben wir österreichweit Pionierarbeit geleistet“, betont Landesrat Martin Zauner.
Gesetzliche Grundlagen bereits erarbeitet
Mit dem 2026 in Kraft getretenen Landessportgesetz hat das Land Salzburg bereits die ersten Grundlagen für die neue Sportstrategie vorbereitet. „Wir haben etwa die Landessportorganisation breiter aufgestellt und mit Vertretern aller Fachverbände oder auch Bildungseinrichtungen ergänzt. Damit schaffen wir die Grundlagen für die Vernetzung und Schnittstellen der einzelnen Stakeholder in den Gemeinden zur Wirtschaft und zum Tourismus“, führt Martin Zauner weiter aus.
Zarfl: „Transparentes Fördersystem.“
In Vorbereitung auf die Umsetzung der Landessportstrategie 2036 hat das Landessportbüro in den vergangenen Jahren die Förderangebote grundlegend überarbeitet und gestrafft. „Wir haben eine sehr feingliedrige Förderlandschaft in größere Förderpakete zusammengefasst, damit bereits Bürokratie reduziert und ein nachvollziehbares und transparentes System entwickelt. Das strukturierte und übersichtliche Fördersystem ermöglicht es uns, in Zukunft die Schwerpunkte, die wir aus der Strategie ableiten, gezielter auf den Weg zu bringen. Auch bei der Sportstättenförderung wurden die Richtlinien bereits so angepasst, dass auf einen niederschwelligen, breiten Zugang Rücksicht genommen und die Schaffung von Synergien geachtet wird und es gibt Anreizeffekte für gemeindeübergreifende Projekte“, so Zarfl.
Zugang für alle sportbegeisterten Menschen
Damit ist in der Sportstättenförderung bereits der Schwerpunkt der Sportstrategie 2036, des sogenannten „informellen“ Sports, berücksichtigt. „Darunter wird Hobby- und Freizeitsport außerhalb von Vereinen und Verbänden subsumiert. Gemeinsames Ziel muss es sein, den Menschen einen noch leichteren Zugang zu Sportstätten zu ermöglichen. Zu analysieren gilt es dabei Auslastungen bestehender Sportstätten sowie Maßnahmen für digitale Buchungs- und Zutrittssysteme zu setzen“, informiert Andrea Zarfl.
Dimitriou: „Grundlage für nachhaltige Entwicklung.“
Minas Dimitriou vom Fachbereich Sport- und Bewegungswissenschaft der Universität Salzburg war für die wissenschaftliche Erstellung der Sportstrategie verantwortlich. „Im Zuge eines partizipativen Prozesses ist es gelungen, alle relevanten Stakeholder auf eine gemeinsame Entwicklungsrichtung für den Sport in Salzburg auszurichten. Basierend auf fundierten wissenschaftlichen Analysen wurde der zentralen Frage nachgegangen, wie sich der Sportstandort bis zum Jahr 2036 positionieren und weiterentwickeln soll. Das Ergebnis: klar definierte Schnittstellen, neue Synergiepotenziale und konkrete Kooperationsmöglichkeiten, die ohne diesen breit angelegten Dialog nicht erschlossen worden wären. Damit wurde eine tragfähige Grundlage für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Entwicklung geschaffen“, so der Experte.
Nächster Schritt: Laufende Evaluierung
Für Minas Dimitriou ist der Prozess damit jedoch nicht abgeschlossen. „In einer nächsten Phase werden die erarbeiteten Maßnahmen kontinuierlich begleitet, überprüft und weiterentwickelt. Ziel ist es, die Ergebnisse langfristig zu verankern und die positive Dynamik aufrechtzuerhalten. So soll sichergestellt werden, dass sich der Sport in Salzburg bis 2036 sichtbar weiterentwickelt und ein neues, modernes Profil erhält“, so Dimitriou.
Quelle: Land Salzburg