Vorarlberg: Landesrätin Wiesflecker - Kinderschutz hat hohe Priorität

vonRedaktion International
AUGUST 22, 2022

Vorarlberg

Landesregierung setzt zahlreiche Maßnahmen, um Kinder- und Jugendhilfe zu stärken

Bregenz (VLK) – „Kinderschutz hat immer oberste Priorität und es wird allen Mitteilungen über mögliche Kinderwohlgefährdungen nachgegangen“, erläutert Landesrätin Katharina Wiesflecker in einer aktuellen Anfragebeantwortung. Die Personalausstattung der Kinder- und Jugendhilfeabteilungen der vier Vorarlberger Bezirkshauptmannschaften wurde innerhalb von zehn Jahren von 65 auf 80 Vollzeitstellen verstärkt, die derzeit mit insgesamt 97 Mitarbeitenden besetzt sind. Weiters arbeiten in privaten Einrichtungen ca. 570 Personen in der Kinder- und Jugendhilfe.

Laut Kinder- und Jugendhilfegesetz besteht die gesetzliche Verpflichtung, unter Berücksichtigung der Dringlichkeit umgehend eine Gefährdungsabklärung einzuleiten und durchzuführen, wenn sich insbesondere aufgrund von gesetzlich normierten Mitteilungspflichten oder glaubhafter Mitteilungen Dritter, der konkrete Verdacht der Gefährdung eines Kindes oder Jugendlichen ergibt. 2021 gab es 1.249 Mitteilungen, die von verschiedenen Stellen gemeldet wurden. Die meisten Mitteilungen gab es von Behörden, gefolgt von Betreuungs- oder Beratungseinrichtungen, privaten Trägern der Kinder- und Jugendhilfe, aber auch von Familienangehörigen oder Nachbarn. „Die Mitarbeitenden in den Bezirkshauptmannschaften unternehmen alles, um das Kindeswohl zu sichern. Zentral ist dabei, die Erziehungsberechtigten miteinzubeziehen und zu unterstützen, damit diese ihre Erziehungsaufgaben gut erfüllen können“, so Landesrätin Wiesflecker.

In den letzten fünf Jahren hat die Landesregierung zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um die Kinder- und Jugendhilfe zu stärken und damit letztendlich den Kinderschutz zu garantieren. So wird ein verschränkter Lehrgang für Mitarbeitende der öffentlichen und der privaten KJH angeboten. „Diese Kooperation zwischen der öffentlichen und privaten Kinder- und Jugendhilfe hat sich sehr bewährt und fördert eine gemeinsame Sprache, gemeinsame Haltungen und gemeinsame Systemkenntnisse“, sagt Landesrätin Wiesflecker. Weiters werden fachliche Standards für die Kernprozesse der Arbeit gemeinsam erarbeitet und weiterentwickelt. Daneben finden laufende Fachtagungen und themenspezifische Lehrgänge statt.

Mit Stand Juni 2022 befinden sich 976 Kinder und Jugendliche in ambulanter und 220 in vollstationärer Betreuung und 212 Kinder sind in einer Pflegefamilie untergebracht. Aktuell sind insgesamt 41 Kinder/Jugendliche auf einer Warteliste. „Durch die Covid-19 Pandemie war und ist der stationäre Bereich besonders belastet. In diesem Bereich müssen Dienste 365 Tage im Jahr abgedeckt werden, auch wenn es im Team zu (krankheitsbedingten) Ausfällen kommt. Die Mitarbeitenden sind stark belastet bzw. beansprucht. Das führte zu einer höheren Fluktuation in den Teams. Auch wird es zunehmend schwieriger, freie Stellen nachzubesetzen“, skizziert Landesrätin Wiesflecker die Herausforderungen. Im ambulanten Bereich sind die Angebote aktuell sehr gut ausgelastet. Es kommt lediglich vereinzelt zu Wartezeiten, wobei es auch in der Vergangenheit immer Schwankungen gegeben hat. Durch sogenannte Überbrückungshilfen werden aber alle während der Wartezeiten unterstützt.

Die Landesregierung ist mit den privaten Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen laufend im Gespräch, um einen guten Überblick über die aktuelle Situation im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe zu haben, diese zu analysieren und mögliche Lösungen/Ideen für den Umgang mit den aktuellen Herausforderungen zu diskutieren. Bereits gesetzte Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel – vor allem im stationären Bereich – sind beispielsweise der berufsbegleitende Aufbaulehrgang für Sozialpädagogik (für AbsolventInnen der SOB und der Kathi-Lampert-Schule) oder die Mitfinanzierung von Praxisstellen in den sozialpädagogischen Einrichtungen. Seit heuer gibt es auch eine Einspring- und eine Wochenendzulage. „Im Budgetentwurf des Sozialfonds für das Jahr 2023 werden wir ebenfalls zusätzliche Mittel vorsehen, die Verhandlungen dazu laufen gerade. Kinderschutz hat hohe Priorität“, so Landesrätin Wiesflecker abschließend.

Quelle: Land Vorarlberg

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