Salzburg: Landesdienstleistungszentrum steht kurz vor der Fertigstellung

vonRedaktion Salzburg
OKTOBER 09, 2026

Foto: Land Salzburg/Neumayr/Kolarik

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Schlüsselübergabe rückt näher / Baufertigstellung erreicht / Projekt exakt im Zeit- und Kostenplan / Serviceeinrichtungen für Bürger an einem Ort

(LK) Das Logo des Landes Salzburg ist bereits beim künftigen Haupteingang in der Kaiserschützenstraße montiert. In einem Monat ist die Schlüsselübergabe vom Generalunternehmer an das Land Salzburg geplant. Dann beginnt die schrittweise Inbetriebnahme des modernsten Verwaltungsgebäudes Österreichs sowie die Übersiedelung der ersten Dienststellen in das LDZ. Besonders die Bürgerinnen und Bürger werden vom neuen Amtsgebäude profitieren.

Rund 500 Arbeiter befinden sich derzeit noch auf der Baustelle des Landesdienstleistungszentrums, davon sind 350 allein mit dem Innenausbau beschäftigt. Bis zum 10. November muss alles fertig sein, denn an diesem Tag findet die Schlüsselübergabe vom Generalunternehmer an das Land Salzburg statt. „Das Bauvorhaben liegt voll im Zeit- und Kostenplan“, betonen Mia Flieher und Thomas Kerschbaum vom Projektteam.

Edtstadler: „Das Herz unserer Landesverwaltung“

Landeshauptfrau Karoline Edtstadler betont den großen Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger sowie für die Landesverwaltung: „Hier, mitten in Salzburg, perfekt angebunden, wird gerade fertiggestellt, was mein Vorgänger Wilfried Haslauer auf den Weg gebracht hat: das Herz unserer Landesverwaltung. Es ist nicht nur das modernste Verwaltungsgebäude in ganz Österreich, sondern vor allem Arbeitsplatz für 1.400 Landesbedienstete, Heimat fast aller Abteilungen und ganz besonders wichtig: eine konzentrierte Service- und Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger. Das Landesdienstleistungszentrum vereint zeitgemäße Infrastruktur mit einer gebündelten, leistungsfähigen Landesverwaltung, die für die Menschen in Salzburg da ist“, so die Landeshauptfrau.

Neue Ära für die Landesverwaltung

Landesamtsdirektor Franz Moser spricht von einer neuen Ära für die Landesverwaltung: „Es ist ein Aufbruch in eine neue Zeit. Zum ersten Mal arbeiten 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter einem Dach und noch nie war die Verwaltung durch das große Bürgerservice der Bevölkerung so nahe“, sagt der Leiter des Inneren Dienstes beim Land. „Dass rund 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an einem Standort vereint sind und nicht mehr auf die ganze Stadt aufgeteilt, sehe ich als großen Vorteil – für die Verwaltung und für die Bevölkerung. Ich war in den vergangenen Wochen mehrmals im LDZ, wir werden hier die beste Infrastruktur und ein gutes Arbeitsumfeld vorfinden – in einem funktionellen Haus auf der Höhe der Zeit“, betont Landesamtsdirektor Moser.

Service- und Beratungsangebot an einem Ort

Nicht nur 25 Dienststellen, auch das Service- und Beratungsangebot des Landes wird künftig an diesem Standort gebündelt, damit die Bürgerinnen und Bürger nur mehr einen Ort ansteuern und kennen müssen. So stehen beispielsweise die Wohnberatung, Pflegeberatung, Elternberatung und der Psychosoziale Dienst künftig der Bevölkerung in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof zur Verfügung. Zudem gibt es eine öffentliche Caféteria im Erdgeschoß. Die Bürgerinnen und Bürger sollen von einer zentralen Anlaufstelle profitieren.

Kerschbaum: „Wirtschaftlich klar die beste Lösung“

Noch bevor das Gebäude fertig ist, lässt sich sagen: Der Bau des Landesdienstleistungszentrums rechnet sich schon mittelfristig. Projektleiter Thomas Kerschbaum schildert: „Das LDZ ist wirtschaftlich klar die beste Lösung. Es wurden vor der Bauentscheidung viele Varianten eingehend von Experten geprüft. Die beiden Standorte in der Michael-Pacher-Straße und am Bahnhof wären im Fall einer Weiternutzung als Büroflächen entweder generalsanierungsbedürftig oder in dieser Form gar nicht mehr sinnvoll sanierbar gewesen. Berechnungen haben ergeben, dass eine Sanierung der beiden Objekte insgesamt jedenfalls rund 200 Millionen Euro (Preisbasis 2025) gekostet hätte.“ Dennoch hätten der hohe Standard, die Vorteile und die Funktionalität des neuen Hauses bei Weitem nicht erreicht werden können. „Allein die Einsparung von Mietkosten für Ausweichquartiere und angemietete Büroflächen beläuft sich auf 2,2 Millionen Euro jährlich, inklusive Betriebskosten sind es rund 4,4 Millionen Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Die Baukosten des LDZ betragen etwas mehr als 200 Millionen Euro, die Gesamtkosten mit Umzug, Ausweichquartieren und so weiter rund 340 Millionen Euro brutto. Kurz gesagt: Die Vorteile durch den Neubau des LDZ an diesem zentralen Standort überwiegen ganz klar“, so Projektleiter Thomas Kerschbaum.

Enorme Einsparungen für öffentliche Hand

Mit dem Umzug ins neue Landesdienstleistungszentrum sind über die Jahre und Jahrzehnte gesehen enorme Einsparungen für die öffentliche Hand verbunden, weil es deutlich kostensparender ist, wenn viele Dienststellen an einem Standort gebündelt sind und somit viele Wege entfallen. Zudem setzt das Haus Maßstäbe bei Nachhaltigkeit und Energieeffizienz unter anderem mit der Nutzung von Erdwärme und Solarenergie. Die offizielle Eröffnung des Gebäudes wird im März 2027 stattfinden, wenn alle Übersiedelungstätigkeiten abgeschlossen sind und das Gebäude zur Gänze in Echtbetrieb genommen wird. Dann wird auch die Bevölkerung eingeladen sein, das neue Landesdienstleistungszentrum kennenzulernen.

Vorbild bei gelungener Baukultur

Das Landesdienstleistungszentrum setzt aber auch in Sachen Baukultur neue Standards. Baukultur umfasst die Qualität unserer gebauten Umwelt – von Gebäuden und öffentlichen Räumen. Sie entsteht durch das Zusammenspiel von Raumplanung, Architektur, Bauausführung, Nutzung und Pflege und beeinflusst, wie wir leben und einander begegnen. Das Wiener Architekturbüro Burtscher Durig konnte damals den EU-weiten offenen Generalplanerwettbewerb zum LDZ in zwei Stufen für sich entscheiden. Mia Flieher, Leiterin des Referats Landeshochbau in der Abteilung 6, betont: „Das Land Salzburg möchte als öffentlicher Auftraggeber mit der Umsetzung dieses Projektes Vorbild in Sachen guter Baukultur sein: Transparente Prozesse in der Projektentwicklung, bestmögliche Lage nahe zu öffentlichen Verkehrsanbindungen, keine neue Bodenversiegelung, energieeffiziente Maßnahmen und eine Zertifizierung nach klimaaktiv, kurze Wege und das Zusammenführen mehrerer Dienststellen an einen Standort. Das Projekt eröffnet mit seiner Form neue Plätze und Räume und trägt zur Aufwertung des Stadtviertels rund um den Salzburger Bahnhof bei.“

Übersiedelungen starten im Dezember

Nach der Schlüsselübergabe am 10. November wird das Haus sukzessive eingerichtet und ausgestattet. Sowohl die Hausdruckerei als auch die Poststelle übersiedeln in das neue Gebäude. Anfang Dezember beginnt dann der Umzug für die ersten Bediensteten. Weitere Umzugstranchen sind für Jänner und Februar eingetaktet. Insgesamt werden Dienststellen von 25 Standorten künftig im LDZ vereint, was für deutlich mehr Effizienz in den Abläufen sorgen wird.

Eckdaten zum Landesdienstleistungszentrum

  • Geplant vom Architekturbüro Burtscher-Durig
  • Umsetzung: Bietergemeinschaft Habau-Swietelsky, ARGE LDZ
  • Spatenstich am 12. Jänner 2024, Firstfeier am 28. November 2025, Fertigstellung mit 10. November 2026
  • Modernstes Verwaltungsgebäude Österreichs
  • Baukosten: rund 200 Millionen Euro netto, weitere Kosten: Rund 100 Millionen Euro für Grundstücksankäufe, Übergangsquartiere, Abgaben an Behörden, Ausstattung.
  • Platz für rund 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesverwaltung
  • Großes und offenes Bürgerservice mit sämtlichen Beratungsstellen
  • 13 Stockwerke - zehn oberirdisch, drei unterirdisch
  • Rund 220 Bohrpfähle, die zirka 40 Meter in den Untergrund gehen, tragen das Gebäude
  • Nettonutzfläche: Rund 50.000 Quadratmeter
  • Holz-Hybridbauweise: Rund 2.500 Holzträger und rund 540 Holzstützen
  • Rund 1.720 Stufen, 13 Lifte und zirka 1.800 Türen
  • 492 Fahrrad-Abstellplätze
  • In der Kantine werden bis zu 800 Essen täglich frisch gekocht, für Besucher gibt es eine öffentlich zugängliche Caféteria
  • Offizielle Eröffnung des Gebäudes inklusive Tag der offenen Tür für März 2027 geplant

Quelle: Land Salzburg

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