vonRedaktion Salzburg
MÄRZ 09, 2026
Foto: Land Salzburg/Neumayr/Christian Leopold
Präventiver Schutz vor Afrikanischer Schweinepest / Erfolgreiche Prüfung in der Antheringer Au
(LK) Emotionaler Ausnahmezustand herrschte am Freitagmorgen bei fünf Hundeführerinnen und -führern in der Antheringer Au. In monatelangem Training haben sie ihre Hunde ausgebildet, Wildschweinkadaver in unwegsamem Gelände aufzuspüren. Diese Fähigkeit galt es nun vor einer Prüfungskommission zu beweisen, um künftig als Suchteams bei möglichen Ausbrüchen der Afrikanischen Schweinepest eingesetzt werden zu können.
Mit Bravour gelang diese Prüfung gleich zum Start Suchhund Aloysia, begleitet von Hundeführer Alois Russegger. Aloysia entdeckte bereits nach sieben und dreizehn Minuten von insgesamt vierzig erlaubten die zwei ausgelegten Kadaverstücke. Und auch die meisten folgenden Suchteams bewältigten ihre Aufgabe hervorragend. Damit stehen in Salzburg nun erstmals Hundesuchteams zur gezielten Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest zur Verfügung. Die Ausbildung der Kadaversuchhunde wurde vom Land Salzburg finanziert und hat in Kooperation mit der Salzburger Jägerschaft stattgefunden.
Aigner: „Wichtiger Baustein für Tierseuchenbekämpfung.“
Landesrat Maximilian Aigner, der den Prüfungstag vor Ort in der Antheringer Au verfolgte, informiert: „Auch wenn Österreich bisher von der Afrikanischen Schweinepest verschont blieb, zeigen Ausbruchsgebiete in direkten Nachbarländern das bestehende Risiko. Und in der Vergangenheit haben wir gesehen, wie schnell Tierseuchen im Land oder unmittelbar an der Grenze sein können. Es gilt daher jede Möglichkeit zu nutzen, um präventiv bestmöglich vorbereitet zu sein. Das Land Salzburg investiert jährlich zwei Millionen Euro in die Tierseuchenbekämpfung und die Tiergesundheit - diese Ausbildung der Kadaversuchhunde ist ein weiterer wichtiger Baustein.“
Virus bleibt in Tierkadavern infektiös
Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich, verläuft bei Wild- und Hausschweinen jedoch tödlich. Landesveterinärdirektor Peter Schiefer: „Sollte es zu einem Ausbruch bei Wildschweinen kommen, ist es daher das Um und Auf, dies rechtzeitig zu erkennen, den Ausbruch auf ein kleines Areal zu beschränken und alle Tierkadaver zu entsorgen. Das Virus bleibt nämlich monatelang in Tierkadavern infektiös. Und Hunde sind mit ihrem Geruchssinn beim Auffinden der Kadaver 1000-mal effizienter als der Mensch.“
Svazek: „Jägerschaft übernimmt Verantwortung.“
Die für die Jagd zuständige Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek spricht anlässlich der erstmaligen Ausbildung von Kadaverspürhunden ihren Dank an die Jägerschaft aus: „Die Salzburger Jägerschaft hilft dort, wo es brennt, und übernimmt Verantwortung, wenn es darauf ankommt. Mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz unterstützt sie unsere Landwirtschaft im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest und sorgt im Ernstfall dafür, dass infektiöse Kadaver rasch gefunden und damit große Schäden verhindert werden. Wir können uns in Salzburg glücklich schätzen, eine so engagierte und verlässliche Jägerschaft an unserer Seite zu wissen."
Gutschi: „Prävention auch bei Tiergesundheit.“
Für Landesrätin Daniela Gutschi, in deren Zuständigkeitsbereich auch die Antheringer Au fällt, steht fest: „Prävention gilt auch bei Tiergesundheit als entscheidende Maßnahme. Die Au ist das perfekte Areal, um realitätsnah diese Ausbildung und Prüfung zu machen. Aktuell leben rund 25 Wildschweine in der Au und wir wissen, dass der Bestand landesweit ständig steigt. Daher gilt es im Seuchenfall gut vorbereitet zu sein, um agieren zu können und nicht reagieren zu müssen.“
Besondere Fähigkeiten der Hunde erforderlich
Geleitet wurde die Ausbildung von Alois Russegger. Die Auswahlverfahren für die Hunde wurde über den Jagdgebrauchshundeklub durchgeführt, im Mai 2025 gab es die Auslese. „Die Ausbildung war nicht so einfach, weil alle Hunde bisher gelernt hatten, am lebenden Wild zu arbeiten und es galt sie umzuschulen. Infizierte Wildschweinkadaver dürfen nämlich nicht apportiert werden, die Hunde müssen Bringselverweisen lernen.“ Beim Bringselverweisen nimmt ein Hund einen festen Gegenstand ins Maul, den er bis dahin am Halsband befestigt hatte, um dem Hundeführer eine erfolgreiche Suche zu signalisieren.
Quelle: Land Salzburg