Wien: Grüner Strom am Wiener Donauufer - Wien Energie nimmt 13 Landstrom-Anlagen in Betrieb

vonRedaktion Salzburg
MAI 19, 2026

Wien

Ökostrom statt Dieselaggregate an 13 Anlegestellen beim Donauraum Wien rund um das Schifffahrtszentrum Reichsbrücke und Hafen Freudenau – CO2-Vermeidung von 17.350 Tonnen pro Jahr

Rund 2.700 Kabinenschiffe legen jedes Jahr allein beim Schifffahrtszentrum Reichsbrücke, das von Donauraum Wien betrieben wird, an und bringen rund 413.000 Besucher*innen in die Stadt. Für eine umweltfreundlichere Schifffahrt nimmt Wien Energie nun eine neue Landstrom-Infrastruktur in Betrieb: Dadurch werden an insgesamt 13 Anlegestellen beim Donauraum Wien (Schifffahrtszentrum Reichsbrücke) sowie beim Hafen Wien in Freudenau Schiffe, während sie im Hafen liegen, über Landstrom-Stationen mit 100 Prozent Ökostrom von Wien Energie versorgt. Sowohl Donauraum Wien als auch der Hafen Wien sind Unternehmen der Wien Holding. Der Strom ersetzt den Einsatz von Dieselgeneratoren und trägt somit zu einer sauberen Luft und einer ruhigeren Umgebung vor Ort bei, denn ein durchschnittliches Kabinenschiff benötigt pro Tag im Hafen so viel Strom wie ein österreichischer Haushalt im ganzen Jahr. Durch den Einsatz von Landstrom können jährlich rund 17.350 Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden. Das entspricht – je nach Berechnungsgrundlage – in etwa der CO2-Bindung von mehr als einer Million Bäumen pro Jahr.

„Wien verfolgt ambitionierte Ziele für eine nachhaltige, sichere und unabhängige Energieversorgung. Um diese zu erreichen, setzen wir auf ein breites Maßnahmenpaket, das auch bislang weniger sichtbare COâ??-Emittenten konsequent miteinbezieht. Die Landstrom-Infrastruktur ermöglicht es Schiffen, während ihres Aufenthalts in Wien saubere Energie zu nutzen. Dies stärkt die Lebensqualität entlang des Donauufers und in der ganzen Stadt“, so Barbara Novak, Vizebürgermeisterin und amtsführende Stadträtin für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Digitales.

Strom während dem Aufenthalt im Hafen ist für den Bordbetrieb, die Klimaanlagen und die Küchen der Schiffe essenziell. Bisher wurden dafür Dieselaggregate verwendet, der Wechsel zu Ökostrom schafft nun wichtige Vorteile für die Wiener*innen und die Umgebung: besonders die Umgebung entlang der Reichsbrücke ist ein beliebtes Freizeitgebiet für Anrainer*innen, die von einer verbesserten Luftqualität und einer deutlichen Reduktion des Lärmpegels profitieren. „Die Energiewende passiert in Wien nicht nur an Land, sondern auch am Wasser. Die Kabinenschiffe, die unsere Stadt besuchen, nutzen künftig während ihres Aufenthalts im Hafen Ökostrom von Wien Energie an den Landstrom-Ladestellen. Das führt zu weniger Lärm, deutlich geringeren Abgasen und einer spürbar umweltfreundlicheren Schifffahrt am Wiener Donauufer“, so Ulli Sima, Stadträtin für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener Stadtwerke.

Landstrom: Sauber, leise, zukunftssicher

Nach einem erfolgreichen Testbetrieb im Herbst 2025 können nun bis zu 50 angelegte Schiffe zeitgleich durch die Landstrom-Stationen mit Ökostrom versorgt werden. „Mit der neuen Landstrom-Infrastruktur bringen wir unsere Kompetenz aus der E-Mobilität auch in den Schiffsverkehr – und zeigen, wie auch dieser leiser, effizienter und umweltfreundlicher sein kann“, erklärt Sascha Zabransky, Geschäftsführer von Wien Energie. Während des gesamten Schiffsaufenthalts läuft der Bordbetrieb – von der Beleuchtung über Klimaanlagen bis hin zur Küche – verlässlich über die landseitige Infrastruktur. Abgerechnet wird, wie man es von der E-Mobilität kennt, transparent nach abgegebenen Kilowattstunden. Die von den Schiffen direkt mitgeführten Powerlockkabel für den Anschluss an die Landstrom-Stationen gelten dabei als Standard entlang der Donau und sind bereits auch in der Veranstaltungstechnik erprobt. Somit ist ein einfacher, unkomplizierter Anschluss an Ökostrom im Hafen gesichert. Für die neuen Landstrom-Infrastruktur wurden beim Schifffahrtszentrum Reichsbrücke und Hafen Freudenau insgesamt rund 25.000 Meter Kabel verlegt.

„Die neuen Landstrom-Anlagen zeigen, dass moderne Hafeninfrastruktur und Klimaschutz Hand in Hand gehen können. Die Schiffe, die bei unseren Unternehmen Donauraum Wien und Hafen Wien anlegen, werden statt Diesel nun mit 100 Prozent Ökostrom versorgt. Damit leisten wir einen weiteren Beitrag zu einer lebenswerten und nachhaltigen Stadt“, so Oliver Stribl, Geschäftsführer der Wien Holding.

Mit der Inbetriebnahme der Anlagen in Wien steht in allen österreichischen Donaubundesländern Landstrom-Infrastruktur zur Verfügung. Durch die große Anzahl an Schiffen und langen Liegezeiten ist der Energiebedarf für Schiffe in Wien so hoch wie an keinem anderen Ort entlang der österreichischen Donau.

Die Maßnahmen werden im Rahmen des Projekts „Renewable Shore Power - Vienna Pier“ aus dem EU-Förderprogramm Connecting Europe Facility kofinanziert.


Quelle: Stadt Wien

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