Wien: Die Awareness-Teams starteten mit 15. Mai in die 6. Saison

vonRedaktion Salzburg
MAI 19, 2026

Wien

Awareness als sorgende und unterstützende Struktur im öffentlichen Raum Wiens

Auch im Sommer 2026 sind die Awareness-Teams, dank Förderung durch die Stadt Wien – Bildung und Jugend wieder an stark frequentierten Orten in Wien unterwegs. Insgesamt drei mobile Teams werden an Wochenend-Nächten im öffentlichen Raum präsent sein und niederschwellige Unterstützung dort anbieten, wo viele Menschen zusammenkommen.

Das Projekt „Awareness im öffentlichen Raum“ startete damit bereits in seine sechste Runde – getragen von den durchweg positiven Rückmeldungen der vergangenen Jahre. Awareness wird dabei als Teil einer sorgenden städtischen Struktur verstanden: sichtbar, ansprechbar und unmittelbar vor Ort.

„Die Awareness-Teams sind im Sommer zu einem festen Bestandteil des Wiener Nachtlebens geworden. Gerade in einer Großstadt wie Wien zählt es, dass Menschen aufeinander achtgeben. Genau dabei helfen die Teams: Sie hören zu, sie schlichten bei Konflikten und sie sorgen dafür, dass der öffentliche Raum auch nachts ein Ort bleibt, an dem man sich sicher fühlt. Damit leisten die Awareness-Teams wertvolle Arbeit für ein gutes Miteinander in Wien", betont Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling.

Mobile Anlaufstruktur im Nachtleben
Die Teams sind mobil unterwegs und stehen direkt dort zur Verfügung, wo sich Menschen treffen, feiern oder den öffentlichen Raum nutzen. Sie bieten Entlastungsgespräche, Verweisberatung, Hilfe und Orientierung – schnell und unkompliziert.

Am 15. Mai 2026 startete das erste Awareness-Team in die Sommersaison. Ab den darauffolgenden Wochenenden sind bis zu drei Teams bis zum 20. September im Einsatz. Die Teams sind an Wochenenden und in Nächten vor Feiertagen jeweils von 19:00 bis 04:00 Uhr unterwegs.

Erreichbarkeit:

0800 99 91 92 (kostenfrei mit AT und DE Nummern)
+43 677 641 002 05 (auch via WhatsApp, Signal, Telegram, SMS)

Unterstützung und Vermittlung
Die Awareness-Teams vermitteln zwischen feiernden Menschen, Nutzer*innen des öffentlichen Raumes und weiteren städtischen Akteur*innen und leisten vielfältige Unterstützung durch entlastende Gespräche und Deeskalation. Die Teams leisten Hilfe in Fällen sexualisierter Gewalt sowie bei rassistischen und queerfeindlichen Übergriffen. Sie stehen außerdem als Anlaufstelle bei geschlechterbezogener Diskriminierung und grenzverletzendem Verhalten zur Verfügung.

Darüber hinaus bieten sie Unterstützung bei alltäglichen Anliegen – von kleineren Verletzungen über verlorene Gegenstände bis hin zu praktischer Hilfe wie dem Aufladen von Mobiltelefonen.

„Mit den Awareness-Teams sind wir in der Nacht für alle da, die im öffentlichen Raum unterwegs sind – denn Wien schläft nie. Die Stadt ist divers, jede Form von Geschlecht, sexueller Orientierung oder Herkunft hat hier Platz. Für ein gutes Miteinander im öffentlichen Raum braucht es Rücksicht und Respekt. Wenn Grenzen überschritten werden oder Hilfe erforderlich ist, sind wir im Sommer wieder ansprechbar – als Teil einer sorgenden Struktur, die für alle Wiener*innen da ist“, so Willi Hejda von AwA – Kollektiv für Awareness-Arbeit.

Die Awareness-Teams unterstützen bei Gewalt- und Diskriminierungssituationen, greifen soziale Konflikte rund um die Nutzung des öffentlichen Raums auf und vermitteln bei Spannungen – etwa zwischen Nutzer*innen und Anrainer*innen. Durch ihre Kommunikations- und Vermittlungsarbeit tragen sie zu einem inklusiveren und angenehmeren Miteinander im öffentlichen Raum bei.

Damit stärken sie das subjektive Sicherheitsgefühl, insbesondere bei vulnerablen Gruppen wie jungen Frauen, Personen aus der LGBTIQA+ Community sowie Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind.

Das Projekt wird von AwA* – Kollektiv für Awareness-Arbeit umgesetzt.

Resümee der Saison 2025
Trotz eines regnerischen Sommers wurden 2025 insgesamt 14.381 Interaktionen verzeichnet. Diese verteilten sich überwiegend auf junge Erwachsene (20–24 Jahre) und Erwachsene (ab 25 Jahre), gefolgt von Jugendlichen (15–19 Jahre). Auch Gespräche mit jüngeren Personen fanden statt, bei Kindern in der Regel in Begleitung einer erziehungsberechtigten Person.

Die Statistik orientiert sich an der Wahrnehmung gelebter Realitäten und nicht an Personenstandseintragungen oder Ausweisdaten.

Die Unterstützung reichte von Grundversorgung (Wasser, Traubenzucker, Hygieneartikel) über Hilfe bei Verletzungen bis hin zu Krisenintervention, Konfliktvermittlung sowie Betreuung bei Fällen von sexualisierter, rassistischer oder queerfeindlicher Gewalt. Auch bei der Vermittlung mit Behörden oder Anrainer*innen sowie bei kleineren Alltagshilfen standen die Teams unterstützend zur Seite.

Weitere Informationen:
https://awa-stern.info/#

Quelle: Stadt Wien

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