vonRedaktion Salzburg
FEBRUAR 24, 2026
Polizeiauto - Symbolbild
© Creativan, shutterstock.com
Eine Frau erstattete bei der Polizeiinspektion Herzogenburg die Anzeige, dass ihre Bankdaten und Bankomatkarten betrügerisch herausgelockt wurden. Nach Angaben des Opfers wurde sie in den Nachmittagsstunden des 24. März 2025 von einer ihr unbekannten Nummer angerufen. Der männliche Anrufer gab sich als Bankmitarbeiter aus und spielte der Frau vor, dass ihr Bankkonto gehackt wurde. In weiterer Folge brachte er das Opfer dazu, sich eine App (Fernwartungssoftware) auf ihr Handy herunterzuladen und ihm sämtliche Bankdaten sowie auch zugehörige PIN-Codes bekanntzugeben. Danach löschte der Mann mittels Fernzugriff die Bank-App des Opfers und gab vor, dass dies zum "Wiederherstellungsprozess" gehören würde. Weiters gab der unbekannte Mann auch die Anweisung, dass die Frau ihre Bankomatkarten samt Notiz mit sämtlichen relevanten Bankdaten in ein Kuvert geben soll, damit es von einem Mitarbeiter abgeholt werden könne. Später kam ein unbekannter Mann an die Wohnadresse des Opfers, der das besagte Kuvert abholte. Über diesen gesamten Zeitraum wurde die Frau angewiesen, das Telefonat unbedingt aufrechtzuerhalten. Auch nach der Abholung der Bankomatkarten wurde das Opfer noch über eine Stunde weiter zum Telefonieren verleitet. So soll das gesamte Telefongespräch etwa acht Stunden gedauert haben. Als sich die Frau nach Beendigung des Telefonats bei der Service-Hotline ihrer Bank erkundigte, stellte sie fest, dass sie Opfer eines Betrugs wurde.
Die unbekannte Täterschaft tätigte nach dem betrügerischen Anruf sieben Bargeldbehebungen sowie eine Auslandsüberweisung. Der dadurch entstandene Schaden beläuft sich auf mehr als 43.000 Euro.
Aufgrund intensiver kriminalpolizeilicher Erhebungen durch Bedienstete der Polizeiinspektion Herzogenburg in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Niederösterreich und dem Bundeskriminalamt ist es gelungen, einen Beschuldigten auszuforschen. Bei dem Mann, der die Abholung bzw. die Überweisungen und Behebungen getätigt haben soll, handelt es sich den Ermittlungsergebnissen zufolge um einen 22-jährigen niederländischen Staatsbürger, der bereits nach Spanien ausgereist war.
Von der Staatsanwaltschaft Wien wurde ein Europäischer Haftbefehl erlassen. Am 18. Dezember 2025 konnte der 22-Jährige im Zuge einer Polizeikontrolle durch die spanischen Behörden festgenommen werden. Nach der Auslieferung nach Österreich am 20. Februar 2026 wurde der Mann von den ermittelnden Beamten der Polizeiinspektion Herzogenburg festgenommen und zum Sachverhalt einvernommen. Er verweigerte die Aussage.
Der Beschuldigte wurde in die Justizanstalt Wien-Josefstadt eingeliefert.
Quelle: LPD Niederösterreich