Salzburg: Entschädigung für 227 Opfer von Missbrauch und Misshandlungen

vonRedaktion Salzburg
FEBRUAR 04, 2026

Salzburg

Aufarbeitung der Vergangenheit von Josef-Rehrl-Schule und Jugendwohlfahrt

(LK) Im Zuge der Aufarbeitung der Vergangenheit der Josef-Rehrl-Schule sowie Einrichtungen der Jugendwohlfahrt in Salzburg hat das Land bisher Entschädigungsleistungen und Kosten für Psychotherapie in der Höhe von rund 2,9 Millionen Euro an bisher 227 Opfer von Missbrauch und Misshandlungen ausgezahlt.

Seit die Opferentschädigung im Jahr 2011 etabliert wurde haben 110 Personen Anträge auf Entschädigungsleistungen in Zusammenhang mit der Jugendwohlfahrt des Landes gestellt. Zudem stellten 117 Personen, die in der ehemaligen Landesstaubstummenanstalt betreut wurden, Anträge. Das Land Salzburg geht davon aus, dass sich noch weitere Betroffene melden werden.

Fürweger: „Ehrliche Aufarbeitung.“

Für Soziallandesrat Wolfgang Fürweger steht bei der Aufarbeitung der Vergangenheit der Jugendwohlfahrt und der ehemaligen Landestaubstummenanstalt ein ehrlicher Umgang mit den Betroffenen im Mittelpunkt: „Für uns ist klar, dass das Land Salzburg für eine lückenlose Aufklärung und eine ehrliche Aufarbeitung dieser dunklen Kapitel steht. Unser Ziel ist es, Verantwortung zu übernehmen, den Betroffenen Anerkennung und Unterstützung zu bieten und mit aller Konsequenz dafür zu sorgen, dass sich derartiges Unrecht niemals wiederholt.“

110 Fälle in der Jugendwohlfahrt

110 Opfer von Missbrauch und Misshandlungen in Einrichtungen der Salzburger Jugendwohlfahrt haben bisher einen Antrag auf Entschädigung gestellt. Insgesamt wurden Entschädigungsleistungen in Höhe von 1.391.750 Euro sowie 112.856,97 Euro für Psychotherapie ausgezahlt.

117 Opfer in Landestaubstummenanstalt

Im Zusammenhang mit der ehemaligen Landestaubstummenanstalt, jetzt Josef-Rehrl-Schule, haben bisher 117 Personen Anträge gestellt. Hier wurden insgesamt 1.382.500 Euro an Entschädigungsleistungen ausgezahlt.

Kälte, Angst, Gewalt

Jene Betroffene, die Anträge auf Entschädigung gestellt haben, berichteten von zahlreichen traumatischen Erlebnissen. Totale Kälte, psychische und physische Gewalt, sexuelle Übergriffe und Angst vor Bestrafung prägten oft den Alltag der Opfer, die damals allesamt Kinder waren. Harte Arbeit, Essenszwang oder zu wenig Essen und teils sehr beengte Wohnverhältnisse sind ebenso in den Schilderungen der Betroffenen zu finden.


Quelle: Land Salzburg

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