vonRedaktion International
FEBRUAR 14, 2026
Wien
Am Ende der Faschingszeit hat der traditionelle Heringsschmaus wieder Saison – aus Sicht des Tierschutzes ein Grund, um beim Einkaufen oder Speisenbestellen genauer hinzusehen. „Starten Sie mit gutem Gewissen in die Fastenzeit und setzen Sie mit der Wahl Ihres Fischgerichts ein Zeichen für Tier- und Umweltschutz“, appelliert Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky. Unterstützung dabei bietet der Ratgeber „Augen auf beim Fischeinkauf!“ der Tierschutzombudsstelle Wien mit vielen praktischen Hinweisen.
Fast acht Kilogramm Fisch konsumieren Menschen in Österreich pro Jahr. Der Heringsschmaus gehört für viele fix zum kulinarischen Jahresablauf. „In Zeiten heillos überfischter Heringsbestände in den Ozeanen und hochtechnisierter Fangmethoden, die großes Leid bei den Tieren verursachen, sollte diese Tradition zeitgemäßer gelebt werden“, rät die Wiener Tierschutzombudsfrau Eva Persy.
Wie die Recherche der Tierschutzombudsstelle Wien zeigt, sind Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei Fischprodukten wie dem Heringsschmaus kaum möglich. „Verarbeitete Produkte wie Konserven oder Salate sind von der EU-Kennzeichnungspflicht ausgenommen. Die Rückverfolgbarkeit sowie das Treffen einer ethischen Kaufentscheidung sind daher viel schwieriger“, so Persy. Auch in der Gastronomie fehlen verpflichtende Kennzeichnungen zur Herkunft und zur Fang- bzw. Produktionsmethode von Fisch bzw. zu den Haltungsbedingungen bei tierischen Produkten generell. Persy: „Hier sind daher umso mehr die Konsument*innen gefragt, die mit ihrem Verhalten und ihrer Wahl einen Unterschied machen können.“
Tipps für einen verantwortungsvollen Heringsschmaus:
Auch die Stadt Wien achtet beim Lebensmitteleinkauf auf hohe Standards: Für die Essensversorgung in Schulen, Spitälern, Pensionist*innenwohnhäusern und anderen städtischen Einrichtungen werden vorrangig Fischarten beschafft, deren Bestand laut unabhängiger Empfehlungsliste nicht gefährdet ist bzw. deren Fang oder Zucht möglichst schonend für Tiere und Umwelt erfolgt.
„Mit unserem Lebensmittelaktionsplan und unserem Programm ÖkoKauf Wien sind wir Vorreiter in der nachhaltigen öffentlichen Beschaffung von Lebensmitteln, die zu Klima- und Umweltschutz und natürlich für das Tierwohl einen Beitrag leisten. Als öffentliche Verwaltung haben wir hier eine besondere Verantwortung. Wichtig ist mir jedoch zu sagen, dass jede und jeder Einzelne an jedem Tag des Jahres mit der Wahl der Lebensmittel und Speisen in Einkaufskorb, Kantine oder Lokal einen Unterschied machen kann“, so der abschließende Appell von Stadtrat Czernohorszky.
Die Einkaufsratgeber der Tierschutzombudsstelle Wien stehen hier kostenfrei zum Download bereit und sind als gedruckte Broschüre in der Stadtinformation im Rathaus, Friedrich Schmidt-Platz 1, 1010 Wien, Montag bis Freitag von 7:30 bis 17 Uhr erhältlich.
Quelle: Stadt Wien