vonRedaktion Salzburg
FEBRUAR 13, 2026
Tirol
Pakt wurde 2005 von 13 Partnerorganisationen gegründet –Kooperationsvereinbarung wieder bis 2030 verlängert
2005 wurde in Tirol ein neues Kapitel der Arbeitsmarktpolitik aufgeschlagen: Mit dem Beschäftigungspakt Tirol (BPT) schufen insgesamt 13 Partnerorganisationen eine auf mehrere Jahre vertraglich abgesicherte Partnerschaft. Das Ziel: In Angelegenheiten der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik gemeinsam und abgestimmt vorgehen. Im Vorjahr feierte der Pakt sein 20-jähriges Jubiläum. Er ist längst zu einem bewährten Fachgremium geworden, in dem sich die Partnerorganisationen zu arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen beraten, ihre Maßnahmen abstimmen und bündeln sowie neue Initiativen anstoßen. Die Entwicklung gemeinsamer Arbeitsprogramme, die Umsetzung von Aktivitäten und Maßnahmen sowie die Prozessmoderation wird von der amg-tirol als Koordinationsstelle wahrgenommen. Diese bewährte und wertvolle Zusammenarbeit wurde nun mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung für die Jahre 2026 bis 2030 erneut bekräftig.
Die 13 Partnerorganisationen des Beschäftigungspakts sind das Land Tirol, das Arbeitsmarktservice Tirol (AMS Tirol), das Sozialministeriumsservice – Landesstelle Tirol (SMS Tirol), die Arbeiterkammer Tirol, die Wirtschaftskammer Tirol, die Landwirtschaftskammer Tirol, die Landarbeiterkammer Tirol, der Österreichische Gewerkschaftsbund – Landesorganisation Tirol, die Industriellenvereinigung Tirol, der Tiroler Gemeindeverband, der Österreichische Städtebund – Landesgruppe Tirol, das Tiroler Bildungsinstitut Grillhof und die Tiroler Arbeitsmarktförderungsgesellschaft mbH (amg-tirol). Sitzungen des Beschäftigungspaktes finden drei- bis viermal jährlich statt.
Menschen in Arbeit bringen und begleiten
„Der Tiroler Arbeitsmarkt steht vor großen, gleichzeitig aber auch chancenreichen Herausforderungen. Um diesen gerecht zu werden, ist der Beschäftigungspakt Tirol auch zwanzig Jahre nach seiner Gründung ein stabiles Fundament für das gemeinsame und abgestimmte Vorgehen in arbeitsmarktpolitischen Fragestellungen. Durch die Vernetzung zentraler Akteurinnen und Akteure konnten in den vergangenen zwei Jahrzehnten praxisnahe arbeitsmarktpolitische Impulse gesetzt werden, Menschen auf ihrem Weg in Beschäftigung begleitet und nachhaltige Angebote entwickelt werden. Gerade in herausfordernden Zeiten zeigt sich: Der Beschäftigungspakt leistet einen wichtigen Beitrag, damit Menschen Arbeit finden, halten und sich auch weiterentwickeln können. Mein Dank gilt allen, die sich in diesem langjährigen, erfolgreichen Prozess engagiert haben und auch weiterhin dafür einsetzen“, sagt Arbeitslandesrätin Astrid Mair.
„Arbeit sichert Einkommen und die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben. Um in diesem Recht niemanden zurückzulassen, ist das koordinierte Vorgehen im Beschäftigungspakt Tirol sehr wesentlich: Austausch zu spezifischen arbeitsmarktpolitischen Fragestellungen, gut abgestimmte Aktivitäten und verlässliche Angebote. Dies unterstützt unseren klaren Fokus auf die berufliche Inklusion, um Menschen mit Behinderungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Unternehmen bedarfsgerecht und nachhaltig zusammenzuführen. Mein Dank gilt allen Paktpartnern für 20 Jahre offene und engagierte Zusammenarbeit“, betont Angelika Alp-Hoskowetz, Leiterin der Landesstelle des SMS Tirol.
„Am Arbeitsmarkt spiegeln sich die großen aktuellen Bewegungen wie Demografie, Landflucht, wirtschaftliche Zyklen wider. Trotz relativ niederer Arbeitslosigkeit haben wir in Tirol große Herausforderungen: Fachkräftemangel, steigende Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit prägen die aktuelle Situation und sicher auch die nächsten Jahre. Hier hilft das bewährte gemeinsame Vorgehen aller Pakt-Partner in Analyse und Ableitung gemeinsamer Maßnahmen und Aktionen. Dafür sind wir sehr dankbar und leisten gerne auch unsere aktiven Beiträge“, hebt AMS-Landesgeschäftsführerin Sabine Platzer-Werlberger hervor.
„Es braucht Initiativen, die nicht bei Absichtserklärungen stehen bleiben, sondern in den Betrieben tatsächlich Wirkung entfalten. Genau dafür steht der Beschäftigungspakt Tirol. Er schafft Voraussetzungen, die gute Ideen zu umsetzbaren Lösungen werden lassen. Formate wie beispielsweise das ‚Ausbilderforum‘ zeigen, wie wichtig der Beschäftigungspakt Tirol als Plattform ist, um die Ausbildungsqualität für die Tiroler Wirtschaft zu steigern und gemeinsam Erfolge zu erzielen“, betont WK-Präsidentin Barbara Thaler.
„Der Beschäftigungspakt Tirol beweist seit 20 Jahren, was durch gemeinsame und konstruktive Bemühungen für den Tiroler Arbeitsmarkt geleistet werden kann. Immer wieder wurden mit richtungsweisenden Projekten arbeitsmarktpolitische Impulse gesetzt, sowohl für Jugendliche, die in den Arbeitsmarkt einsteigen, als auch für Erwachsene, die eine berufliche Neuorientierung anstreben", hält AK-Präsident Erwin Zangerl fest.
Was der Beschäftigungspakt Tirol in 20 Jahren bewegt hat
In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat der Pakt wesentlich dazu beigetragen, gemeinsam erfolgreich auf Herausforderungen und Veränderungen am Tiroler Arbeitsmarkt zu reagieren. Einige Beispiele zeigen, wie breit das Spektrum ist:
Factbox: Über den Beschäftigungspakt – vom EU-Pilotprojekt zur Tiroler Erfolgsgeschichte
Seine Wurzeln hat der Beschäftigungspakt Tirol in den Territorialen Beschäftigungspakten (TEP) der Europäischen Union. Bereits 1997 beteiligte sich Tirol mit einem Regionalpakt im Oberland/Außerfern an diesem Programm. 2000 bis 2004 folgte der landesweite „TEP-Tirol“. Parallel dazu entstand mit dem „Pakt für Arbeit und Wirtschaft Tirol“ eine Plattform, auf der Wirtschaft, Sozialpartner und Politik gemeinsam daran arbeiteten, die Beschäftigungslage in Tirol nachhaltig zu verbessern.
Mit der Neustrukturierung der Tiroler Wirtschafts- und Arbeitsmarktförderung beschloss die Tiroler Landesregierung 2004, diese Ansätze zu bündeln: Aus dem TEP-Tirol und dem Pakt für Arbeit und Wirtschaft wurde der Beschäftigungspakt Tirol, gleichzeitig wurde die amg-tirol als eigene Gesellschaft gegründet und mit der Koordination des Beschäftigungspakts Tirol betraut. Dieser versteht sich seither als Koordinationsplattform von Organisationen am Tiroler Arbeitsmarkt, die zur operativen Abstimmung von Maßnahmen zusammenarbeiten, um frühzeitig auf Veränderungen zu reagieren, Arbeitslosigkeit zu verhindern, Fachkräfte zu sichern und die Teilhabe am Arbeitsmarkt für alle Menschen zu verbessern. Seit 2023 ist der Beschäftigungspakt Tirol zudem das fachliche Steuerungsgremium der Strategie für den „Arbeitsmarkt Tirol 2030“.
Strategischer Rahmen: Arbeitsmarkt Tirol 2030
Der Tiroler Arbeitsmarkt befindet sich in einem tiefgreifenden strukturellen Wandel – von der demografischen Veränderung der Erwerbsbevölkerung über die Digitalisierung und ökologische Transformation der Wirtschaft bis zu den daraus folgenden Herausforderungen für die ArbeitnehmerInnen. Um diesen Wandel aktiv zu gestalten, hat das Land Tirol gemeinsam mit dem AMS Tirol, der Arbeiterkammer und der Wirtschaftskammer Tirol sowie dem ÖGB Tirol die Strategie für den „Arbeitsmarkt Tirol 2030“ erarbeitet, deren Umsetzung seit 2023 vom Beschäftigungspakt Tirol gesteuert, von der amg-tirol koordiniert und in thematischen Arbeitsgruppen bearbeitet wird.
Damit bildet der Beschäftigungspakt heute – zwanzig Jahre nach seiner Gründung – den strategischen Rahmen für viele der Vorhaben, um den Tiroler Arbeitsmarkt auch weiterhin resilient und gewappnet für die mannigfaltigen zukünftigen Herausforderungen zu gestalten.
Quelle: Land Tirol