Weltwassertag – Stadt Wien und GLOBAL 2000 - Sauberes Trinkwasser für kriegsgebeutelte Kinder

vonRedaktion International
MÄRZ 21, 2026

Wien

Gemeinsames Umweltprojekt sichert Kindern in der Ukraine nachhaltige Hilfe

Zum Weltwassertag erinnert das Umweltprojekt „Kinder- und Umwelthilfe Ukraine“ von GLOBAL 2000 gemeinsam mit der Stadt Wien – Wiener Wasser daran, dass sauberes Trinkwasser selbst in Europa keine Selbstverständlichkeit ist. Während in Österreich Wasser direkt aus der Leitung getrunken werden kann, müssen viele Menschen in der Ukraine Trinkwasser teuer kaufen, in Kanistern transportieren oder auf unsichere Quellen zurückgreifen.

Seit dem Start des Projekts im Jahr 2008 finanzierte die Stadt Wien – Wiener Wasser 170 Wasseraufbereitungsanlagen – ein entscheidender Beitrag für mehr als 180.000 Menschen, darunter besonders schutzbedürftige Gruppen wie Kinder mit Behinderungen, Waisen, schwangere Frauen, Patient:innen in Krankenhäusern oder Binnenvertriebene.

Für Juliana Matusova, Projektleiterin von „Kinder- und Umwelthilfe Ukraine“ von GLOBAL 2000, zeigt das Projekt, wie langfristige internationale Zusammenarbeit konkrete Verbesserungen bewirken kann.

„Auch 2025 konnte unser gemeinsames Projekt mit der Stadt Wien in der Ukraine fortgesetzt werden. Wir haben weitere neun Anlagen installiert, vor allem in Bildungseinrichtungen, und damit mehreren tausend Kindern Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht. Unsere Hilfe ist nachhaltig und wird auch nach einem hoffentlich baldigen Ende des Krieges den Menschen in der Ukraine zugutekommen.“

Die Nachfrage sei groß: „Viele Einrichtungen kennen das Projekt bereits und möchten ebenfalls eine Anlage erhalten. Gemeinsam mit lokalen Behörden bereiten wir derzeit die nächste Projektphase mit weiteren Installationen in der Region vor.“

„Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist ein Menschenrecht. Gemeinsam mit GLOBAL 2000 setzen wir uns dafür ein, dass dieses Recht für viele Menschen in den kriegsgebeutelten Gebieten der Ukraine verwirklicht wird“, betont Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.

Die Stadt Wien unterstütze das Projekt „Kinder- und Umwelthilfe Ukraine“ bereits seit vielen Jahren, erklärt Czernohorszky: „So konnten wir gemeinsam schon zehntausenden Menschen in jenen Gebieten der Ukraine helfen, die besonders schwer von der Katastrophe von Tschernobyl betroffen waren.“

„Eine stabile Versorgung mit sauberem Wasser ist entscheidend für die Gesundheit und Entwicklung von Kindern. Deshalb sehen wir es als unsere Verantwortung, die Ukraine bei der Sicherung ihrer Grundversorgung zu unterstützen“, sagt Paul Hellmeier, Chef von Wiener Wasser.

Logistische Meisterleistung

Um die logistischen Herausforderungen im Krieg besser zu bewältigen, arbeitet GLOBAL 2000 seit drei Jahren mit einem ukrainischen Hersteller zusammen – einer Tochter des österreichischen Unternehmens BWT AG. Die Kooperation ermöglicht moderne Technologie bei gleichzeitig kurzen Lieferwegen.

Auch Yuliia Konotoptseva, Direktorin der Stiftung vor Ort, betont die Bedeutung solcher Programme für die Bevölkerung:

„Nächtliche Drohnenangriffe, ständiger Alarm und psychischer Dauerstress gehören hier zum Alltag. Wir können die Entscheidung der Menschen, in ihrer Heimat zu bleiben, nicht ändern. Aber wir können dazu beitragen, ihre Lebensqualität zu verbessern – besonders für Kinder.“

Sauberes Wasser bleibt damit auch im 21. Jahrhundert keine Selbstverständlichkeit – selbst in Europa. Projekte wie dieses zeigen jedoch, wie internationale Zusammenarbeit konkret helfen kann, Gesundheit zu schützen und Hoffnung zu geben.

Einblicke direkt hinter die Frontlinie

Die Situation ist besonders in der Region Charkiw dramatisch. Die Stadt steht seit Beginn des russischen Angriffskrieges unter ständigem Beschuss. Raketen und Drohnen treffen regelmäßig zivile Infrastruktur – mit langfristigen Folgen für Umwelt, Böden und Wasser.

„Sauberes Trinkwasser ist für unsere Arbeit von entscheidender Bedeutung. Schon vor mehr als zehn Jahren wurde in unserem Kinderkrankenhaus eine Wasseraufbereitungsanlage installiert, damit kranke Kinder Wasser ohne Schwermetalle und andere schädliche Stoffe erhalten. Damals waren wir eine der ersten Einrichtungen in der Region“, sagt Maryna Kutscherenko, Medizinische Direktorin für Kinderheilkunde im Städtischen Krankenhaus Nr. 25 in Charkiw.

Heute habe die Anlage eine noch größere Bedeutung: „Durch Raketenangriffe gelangen giftige Stoffe in die Umwelt. Für Kinder – besonders für schwerkranke Kinder – ist jede zusätzliche Belastung ein Risiko.“

Wie wichtig sichere Wasserversorgung im Krieg sein kann, zeigte sich bereits zu Beginn der großflächigen Invasion 2022. Damals lebten viele Ärztinnen, Ärzte und Mitarbeitende direkt im Krankenhaus, weil der öffentliche Verkehr nicht funktionierte. Auch Kinder mit ihren Eltern und Bewohner:innen aus der Umgebung suchten dort Schutz.

„Die funktionierende Wasseraufbereitung war in dieser Zeit lebenswichtig – für medizinische Behandlungen, für die Zubereitung von Nahrung und für den Alltag im Krankenhaus“, so Kutscherenko. Auch im Regionalen Klinischen Zentrum für medizinische Rehabilitation und palliative Hilfe für Kinder „Hippokrates“ in Charkiw zeigt sich, wie entscheidend der Zugang zu sauberem Wasser ist.

„Die nächste artesische Quelle liegt in Sarzhyn Jar – etwa 14 Kilometer entfernt“, erzählt Direktor Roman Marabjan. „Viele unserer Kinder erhalten spezielle medizinische Nahrung mit exakt abgestimmten Anteilen von Vitaminen, Mineralstoffen und Proteinen. Diese darf nur mit ökologisch sicherem, mineralisiertem Wasser zubereitet werden.“

Früher bedeutete das für das Personal eine enorme Belastung. Wasser musste organisiert, transportiert und in großen Behältern in die Einrichtung getragen werden – oft mehrere hundert Liter täglich. „Wir suchten Transportmöglichkeiten, fuhren zu Quellen und baten Freiwillige um Unterstützung. Seit der Installation der Wasseraufbereitungsanlage hat sich unsere Situation grundlegend verändert“, sagt Marabjan. „Heute steht sauberes Wasser direkt im Zentrum zur Verfügung.“

Quelle: Stadt Wien

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