Vorarlberger Wissenschaftspreis 2020 für Pharmazeutin Judith Rollinger und Strukturbiologe Matthias Wolf

vonRedaktion Salzburg
AUGUST 03, 2020

Foto: Archiv

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LH Wallner und LSth. Schöbi-Fink: Verdiente Würdigung für herausragende Leistungen

Bregenz (VLK) – Die Pharmazeutin Judith Rollinger und der Strukturbiologie Matthias Wolf werden mit dem diesjährigen Wissenschaftspreis des Landes Vorarlberg gewürdigt, geben Landeshauptmann Markus Wallner und Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink bekannt. Der Würdigungspreis wird an Rechtswissenschafter Michael Waibel verliehen. Chemikerin Barbara Rietzler und Philosoph Murat Ates erhalten je einen Spezialpreis. Die feierliche Preisverleihung wird am 9. November 2020 im Landhaus Bregenz stattfinden.

Als Ausdruck der Wertschätzung und Anerkennung für hervorragende wissenschaftliche Leistungen vergibt das Land Vorarlberg jährlich den Wissenschaftspreis. Geehrt werden dabei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die aus Vorarlberg stammen oder herausragende Arbeiten zu Themen mit Vorarlberg-Bezug verfasst haben. Im Preis, der seit dem Jahr 2000 verliehen wird, zeige sich auch die hohe Priorität, die Vorarlberg der Förderung von Wissenschaft und Forschung beimisst, unterstreichen Landeshauptmann Wallner und Landesrätin Schöbi-Fink. "Die zukünftige Innovationskraft unseres Produktions- und Wirtschaftsstandorts hängt maßgeblich auch davon ab, welchen Stellenwert wir Bildung, Wissenschaft und Forschung einräumen", hält Wallner fest.

Der Wissenschaftspreis wird in den drei Kategorien "Hauptpreis", "Würdigungspreis" sowie "Spezialpreis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses" verliehen. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden auf Vorschlag einer eigens dafür bestellten Jury ausgewählt. Der Hauptpreis ist mit 10.000 Euro dotiert, die Würdigungspreise mit je 7.000 Euro. Für die Spezialpreise werden je 3.000 Euro zuerkannt.

Hauptpreise
Judith Rollinger wurde 1964 geboren und ist in Bludesch aufgewachsen. Sie studierte Pharmazie an der Universität Innsbruck und war nach ihrer Sponsion an der Universität Innsbruck wissenschaftlich tätig. Sie habilitierte 2007 am Institut für Pharmakognosie der Universität Innsbruck. Bis 2014 war sie außerordentliche Universitätsprofessorin am Institut für Pharmakognosie der Universität Innsbruck, seitdem ist sie Professorin für Pharmakognosie/Pharmazeutische Biologie an der Universität Wien.

Rollinger leitet dort die Abteilung „Phytochemistry & Biodiscovery”, einer ihrer Forschungsschwerpunkte liegt auf der Erforschung von Heilpflanzen und Naturstoffen. In einem Forschungsprojekt untersuchte sie mit ihrem Team überliefertes Heilwissen mit modernen Methoden nach neuen Wirkstoffen aus der Natur, die gegen Infektionen wie Influenza oder Pneumokokken eingesetzt werden können. In einem Folgeprojekt soll die klinische Forschung anhand der gewonnenen Erkenntnisse vorangetrieben werden. Ein Forschungsprojekt zu Wirkstoffen gegen das Coronavirus ist geplant.

Matthias Wolf wurde 1969 geboren, ist in Wolfurt aufgewachsen und studierte Pharmazie an der Universität Innsbruck. Nach dem Abschluss 1998 absolvierte er ein Doktoratsstudium in Biophysik/Strukturbiologie an der Brandeis University in den USA. Von 2005 bis 2011 war er als Postdoctoral Fellow an der Harvard Medical School in den USA tätig. Seit 2011 ist er Professor am Okinawa Institute of Science and Technology in Japan.

Wolfs Schwerpunkte liegen auf der Strukturbiologie, Virologie und Mikrobiologie. Mit seinem Team ist es ihm gelungen, die Struktur des Ebola Virus nucelocapsids sichtbar zu machen. Diese Erkenntnisse sollen dabei helfen, den Erreger besser zu bekämpfen. Neben dem Ebola Virus ist sein Labor derzeit auf das neue Corona Virus fokussiert.

Würdigungspreis

Michael Waibel wurde 1980 geboren und ist in Dornbirn aufgewachsen. Nach der Matura studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Wien, 2008 schloss er mit dem Doktorat ab. Während des Studiums absolvierte er Auslandsaufenthalte an der Universität Paris, an der London School of Economics und an der Harvard Law School und erwarb dort weitere akademische Abschlüsse in Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Von 2008 bis 2019 war er an der Universität Cambridge Postdoctoral Fellow und Professor für internationales Recht. Seit 2019 ist er Professor für Internationales Recht an der Universität Wien. In seinen Forschungen widmet er sich Fragen der internationalen Streitbeilegung, dem internationalen Finanzrecht oder Staatsschulden und Finanzkrisen.

Spezialpreise

Barbara Rietzler wurde 1991 geboren und kommt aus Feldkirch. Sie studierte Chemie an der Universität Innsbruck. Nach dem Bachelor und dem Master absolvierte sie von 2016 bis 2019 ein Doktorat am Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik der Universität Innsbruck am Standort Dornbirn. 2019 promovierte sie mit Sehr Gut. Im Rahmen ihrer Dissertation untersuchte sie die Modifikation von Polyamidfasern mittels eines umweltfreundlichen Lösungsmittelsystems. Damit befasste sie sich mit einem äußerst wichtigen und aktuellen Thema und lieferte einen wissenschaftlichen Beitrag zum tieferen Verständnis des Verhaltens des Polyamides.

Murat Ates wurde 1979 in Bregenz geboren und begann nach dem Abschluss des Diplomlehrgangs „Offene Jugendarbeit“ an der Sozialakademie Bregenz, ein Philosophiestudium an der Universität Wien. 2011 schloss er das Magisterstudium mit Auszeichnung ab, 2019 promovierte er im Fach Philosophie (Universität Wien) und im Fach Kulturwissenschaften (Universität Saarbrücken) mit einer Arbeit zur „Phänomenologie des Traums“ mit Auszeichnung. Seine Dissertation wurde mit dem Promotionspreis der Universität Wien für die bestbeurteilte Dissertation an der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaften ausgezeichnet. Mit seiner Arbeit möchte er den Horizont der phänomenologischen Forschung erweitern, die Arbeit wird bereits jetzt in der interdisziplinären Traumforschung anerkannt und diskutiert.

Quelle: Land Vorarlberg

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