Österreich: Verteidigungsministerin Tanner besucht klimafitten Versuchswald

vonOTS
OKTOBER 06, 2026

Foto: BMLV/ HBF

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Forschungsprojekt des Bundesheeres und der BOKU untersucht geeignete Baumarten für die Wälder der Zukunft

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner hat am Montag, den 5.10.26, den klimafitten Versuchswald am Truppenübungsplatz Bruckneudorf besucht. Als sichtbares Zeichen für die Bedeutung des Forschungsprojekts pflanzte die Ministerin eine Pinie. Die aus dem Mittelmeerraum bekannte Baumart könnte nicht nur für die Waldbewirtschaftung, sondern auch für die Landwirtschaft im Osten Österreichs interessant sein – etwa in der Agroforstwirtschaft zur Produktion von Pinienkernen. Mit der Pflanzung setzte Tanner zugleich ein Zeichen für die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem Bundesheer und der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), die mittlerweile seit 15 Jahren besteht. Der vier Hektar große Versuchswald liefert Erkenntnisse, welche Baumarten auch unter veränderten klimatischen Bedingungen widerstandsfähig und forstwirtschaftlich interessant sind. Hintergrund des Projekts sind die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels. Immer häufiger auftretende Hitzeperioden und länger anhaltende Trockenheit setzen zahlreichen heimischen Baumarten zu und führen zunehmend zu Waldschäden.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner betont die Bedeutung der Forschungskooperation: „Das Bundesheer freut sich, Partner in einer so zukunftsweisenden Forschungskooperation zu sein. Davon profitiert die gesamte Gesellschaft, denn unsere heimischen Wälder sind eine wesentliche Grundlage für ein funktionierendes Ökosystem. Die Erkenntnisse aus dem Versuchswald sollen dazu beitragen, unsere Wälder fitter und widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.“

Der Versuchswald Bruckneudorf ist Teil einer internationalen Forschungskooperation mit der Schweiz und Deutschland. Die österreichische Versuchsfläche wurde vom Institut für Waldbau der BOKU um weitere heimische und mediterrane Baumarten ergänzt. Die wissenschaftliche Betreuung erfolgt durch das Institut für Waldbau der Universität für Bodenkultur Wien. Für die Pflege des Versuchswaldes sind Mitarbeiter der Forstverwaltung des Truppenübungsplatzes verantwortlich.

Gepflanzt wurden Baumarten, die aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel, ihres Holz- und Ertragspotenzials sowie ihrer nicht invasiven Eigenschaften als vielversprechend gelten. Zu den untersuchten Arten zählen unter anderem Libanon-Zeder, Griechische Tanne, Hemlocktanne, Troja-Tanne, Orient-Buche, Silber-Linde, Amerikanische Gleditschie, Europäischer Zürgelbaum und verschiedene Hickory-Arten. Wie auf allen Truppenübungsplätzen des Bundesheeres haben auch in Bruckneudorf Natur- und Umweltschutz einen hohen Stellenwert. Der insgesamt 4.130 Hektar große Truppenübungsplatz liegt vollständig im Europaschutzgebiet „Neusiedler See – Nordöstliches Leithagebirge“. Das Schutzgebiet zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Vielfalt an Lebensräumen sowie eine große Zahl schützenswerter Pflanzen- und Tierarten aus. Ein eigener Managementplan trägt dazu bei, diese wertvollen Lebensräume langfristig zu erhalten. Fünf Waldflächen sind am Truppenübungsplatz mit einer Gesamtfläche von rund 110 Hektar sind als Naturwaldreservate ausgewiesen und von der forstwirtschaftlichen Nutzung ausgenommen. In diesen Bereichen kann sich der Wald weitgehend ungestört und natürlich entwickeln. Das Bundesheer hat sich 2021 dazu bekannt, den Erhalt dieser Naturwaldreservate für weitere 20 Jahre sicherzustellen.

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Quelle: OTS

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