Österreich: Universitäten im Umbruch - Lehr- und Lernkultur wird zum Karrierefaktor

vonOTS
JUNI 26, 2026

Foto: IT:U

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Innerhalb von sechs Jahren hat sich die Lehrkultur an Universitäten messbar verändert, mit direkten Auswirkungen auf wissenschaftliche Karrieren

Die Teaching Cultures Survey 2025 unter der Leitung von Hochschulberaterin Dr. Ruth Graham zeigt, dass sich die Lehrkultur an Universitäten schneller verändern lässt als bisher angenommen. An der Studie nahmen 12.071 Wissenschaftler:innen an 17 Universitäten in neun Ländern teil, darunter die Interdisciplinary Transformation University (IT:U) als einzige österreichische Institution. Besonders deutlich wird: Wo Lehre prioritär verankert ist, beschleunigt sich der Kulturwandel und verbessern sich Karriereperspektiven.

Die Studie misst den Wandel universitärer Kulturen, insbesondere ob und wie Lehrleistungen neben Forschung angemessen anerkannt und belohnt werden. Die Ergebnisse machen deutlich, dass sich dort, wo die Bedeutung von Lehre auf Führungsebene klar verankert ist, kulturelle Veränderungen im Hochschulsystem schneller vollziehen und sich auch die wahrgenommenen Karrierechancen verbessern. Gleichzeitig zeigt sich ein Unterschied: Nachwuchswissenschaftler:innen bewerten die Anerkennung von Lehrleistungen zurückhaltender als erfahrene Kolleg:innen.

„Die Ergebnisse des Teaching Cultures Survey zeigen eindrucksvoll, wie entscheidend die Anerkennung und Wertschätzung von Lehre für die Qualität universitärer Bildung ist. Für die IT:U ist das ein Grundprinzip, das uns von Beginn an begleitet. Die Studie und aktuelle Forschung bestätigen unseren Weg und helfen uns dabei, einen fundierten Rahmen für die Evaluation unserer Lehre zu entwickeln. Das verstehen wir als Teil eines langfristigen Engagements für akademische Exzellenz in Forschung und Lehre gleichermaßen“, so Christina Nyström, die als Founding Director Learning die Lehr- und Lernstrategie der IT:U definiert.

IT:U als neues Modell universitärer Kulturentwicklung

Die IT:U nahm als einzige neu gegründete Universität eine besondere Rolle ein: Sie gestaltet ihre akademische Kultur ohne historisch gewachsene Strukturen und damit ohne die typischen systemischen „Altlasten“ etablierter Universitäten – etwa eingefahrene Beförderungskulturen und Schwierigkeiten, etablierte Praktiken zu ändern. Während bestehende Universitäten ihre Strukturen schrittweise reformieren müssen, entwickelt die IT:U ihre Systeme zur akademischen Bewertung und Anerkennung von Beginn an neu.

Nyström ergänzt: „Lehre und Forschung werden nicht getrennt gedacht, sondern als eng verzahnte, gleichwertige Tätigkeiten verstanden. Professorinnen und Professoren begleiten Studierende aktiv in projektbasierten Lehrformaten. Ergänzend bringen sogenannte Lab Experts mit professionellem und industriellem Hintergrund ihre Expertise direkt in die Lehre ein und stärken so die Verbindung zwischen Wissenschaft und Anwendungspraxis.“

Fünf Hebel für starke Lehrkulturen

Die Studie identifiziert fünf zentrale Faktoren, die Universitäten mit besonders ausgeprägter Lehrkultur auszeichnen: starke akademische Führung, die systematische Berücksichtigung von Lehre in Mitarbeitergesprächen, klare und evidenzbasierte Kriterien zur Bewertung von Lehrleistungen, karrierestufenspezifische Entwicklungsansätze sowie eine enge Verbindung zwischen lehr- und forschungsorientierten Wissenschaftler:innen.

Für die IT:U bieten diese Ergebnisse eine direkte Orientierung beim Aufbau ihrer Universitätskultur. Zugleich zeigt die Studie, dass das Vertrauen in die Messung und Bewertung von Lehrqualität im Hochschulsektor insgesamt weiterhin gering ist. Die IT:U orientiert sich daher an internationalen Reforminitiativen wie der San Francisco Declaration on Research Assessment (DORA) und der Coalition for Advancing Research Assessment (CoARA), die Impact-Faktoren nicht als zentrales Maß wissenschaftlicher Qualität heranziehen.



Quelle: OTS

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