Sugar Dating: Die neuen Regeln der modernen Liebe

vonRedaktion International
JÄNNER 09, 2026

Bild von Levi Ayala auf Pixabay

Während klassische Dating-Apps an Bedeutung verlieren, wächst eine Branche, die Beziehungen neu definiert. Wir haben mit dem Gründer einer der größten Plattformen Europas gesprochen, mit einer Psychologin, die das Phänomen erforscht, und mit zwei Menschen, die diese Realität in Österreich leben.

Von der Redaktion REGIONEWS.AT | Wien, Jänner 2026

Laura ist 24 Jahre alt, studiert Jus an der Universität Wien und diniert heute Abend im Steirereck mit einem 52-jährigen Mann, der weder ihr Vater noch ihr Onkel noch ihr Freund ist. Er ist ihr Sugar Daddy. Sie haben sich vor acht Monaten auf einer Online-Plattform kennengelernt. Er unterstützt sie finanziell bei Studium und Lebenshaltungskosten. Sie bietet ihm Gesellschaft: Abendessen, kulturelle Veranstaltungen, gelegentlich gemeinsame Reisen. Die genauen Bedingungen ihrer Vereinbarung behält sie für sich. Was sie teilt, ist ihre Perspektive auf ein Phänomen, das in Österreich zwar existiert, aber selten offen besprochen wird.

Sie möchte nicht, dass wir ihren echten Namen verwenden. Auch keine Fotos. Ihre Eltern in Salzburg glauben, sie arbeite als juristische Assistentin in einer Kanzlei. "Wenn sie die Wahrheit wüssten, würden sie es nicht verstehen", sagt sie während unseres Gesprächs in einem Café im ersten Bezirk. "Für sie wäre das moralisch verwerflich. Für mich ist es der Unterschied zwischen einem Abschluss mit hohen Schulden oder einem schuldenfreien Start ins Berufsleben." Sie spricht ruhig, ohne Rechtfertigungsdruck. Es ist offensichtlich, dass sie diese Argumente bereits durchdacht hat.

Die Zahlen geben ihr zumindest teilweise Recht, was den finanziellen Druck betrifft. Laut dem Portal studieren.at (https://www.studieren.at/studienfinanzierung/kosten/) benötigen Studierende in Österreich durchschnittlich 1.216 Euro monatlich für Miete, Essen, Transport und andere Ausgaben. In Wien, wo die Mieten in den letzten Jahren besonders stark gestiegen sind, liegt der Bedarf oft noch höher. Ein Nebenjob, der mit dem Studium vereinbar ist, bringt selten mehr als 600 Euro. Die Gleichung geht für viele nicht auf.

Die Geschichte von Laura ist keine Ausnahme. Sie ist, wenn man den Branchendaten glaubt, Teil eines wachsenden Trends. Sugar Dating – Beziehungen, in denen eine finanziell gut gestellte Person eine jüngere im Austausch für Gesellschaft unterstützt – verzeichnet in Europa zweistellige Wachstumsraten. Verschiedene Plattformen berichten von Zuwächsen zwischen 30 und 66 Prozent im vergangenen Jahr. In Österreich, einem Land mit konservativen Traditionen, wo das Kennenlernen über Familie und Freundeskreis noch immer weit verbreitet ist, melden einschlägige Plattformen steigende Nutzerzahlen – nicht nur in Wien, sondern auch in Graz, Salzburg, Linz und Innsbruck.

Was passiert da? Warum entscheiden sich junge Österreicherinnen und Österreicher für dieses Modell? Und was sagt das über den Zustand von Beziehungen, Geld und Erwartungen im Jahr 2026 aus? Für diesen Bericht haben wir drei Wochen lang recherchiert, mit Nutzern beider Seiten gesprochen, mit dem Gründer einer der größten europäischen Plattformen und mit einer Psychologin, die das Phänomen seit Jahren beobachtet. Die Antworten sind komplexer als die Klischees vermuten lassen – und werfen Fragen auf, die weit über das Sugar Dating hinausgehen.

Der Plattform-Gründer: "Es geht um Klarheit, nicht um das, was alle denken"

Wir treffen den CEO einer der größten Sugar-Dating-Plattformen Europas im Café Landtmann, an einem Dienstagvormittag. Er ist Anfang 40, trägt einen dunkelblauen Anzug ohne Krawatte und bestellt einen Einspänner, ohne auf die Karte zu schauen. "Ich habe zwei Jahre in Wien gelebt, bevor ich das Unternehmen gegründet habe", erklärt er. Er hat die Plattform sugardaddyplanet.com 2022 von Barcelona aus gestartet, indem er mehrere kleinere europäische Websites vereinte. Heute verbindet sie nach eigenen Angaben mehrere Millionen Nutzer in dutzenden Ländern. Parallel betreibt er den Blog sugardaddyaustria.at speziell für den österreichischen Markt.

Die unvermeidliche erste Frage: Ist das nicht Prostitution? Er lächelt, als hätte er sie tausendmal gehört. "Die kurze Antwort ist nein. Die lange Antwort ist, dass die Frage selbst ein Problem offenbart – nämlich wie wir über Beziehungen und Geld denken." Er lehnt sich zurück. "Bei uns entstehen echte Beziehungen. Manche dauern Monate, manche Jahre. Manche führen zur Heirat. Es gibt Paare, die sich auf unserer Plattform kennengelernt haben und heute zusammen Kinder großziehen. Der Unterschied zu klassischen Beziehungen? Bei uns wird von Anfang an offen über finanzielle Erwartungen gesprochen. In traditionellen Beziehungen spielt Geld genauso eine Rolle – nur redet niemand darüber."

Die Zahlen seiner Plattform zeichnen ein differenziertes Bild. Rund 70 Prozent der sogenannten Sugar Babies sind Studentinnen oder Berufsanfängerinnen. Die Sugar Daddies sind mehrheitlich zwischen 42 und 55 Jahre alt, mit Einkommen, die deutlich über dem Durchschnitt liegen. "Die meisten sind keine Superreichen mit Jachten", sagt er. "Es sind erfolgreiche Berufstätige – Ärzte, Anwälte, Unternehmer im Mittelstand. Männer, die jahrzehntelang hart gearbeitet haben, jetzt finanziell gut dastehen, aber wenig Zeit haben. Oder geschieden sind. Oder in Beziehungen feststecken, die längst tot sind."

Was suchen sie? "Gesellschaft. Jemanden, der ihnen zuhört, der sie interessant findet, der ihnen das Gefühl gibt, begehrenswert zu sein. Viele haben das seit Jahren nicht mehr erlebt. Und ja, auch Anziehung spielt eine Rolle. Aber wenn es ihnen nur um körperliche Nähe ginge, gäbe es direktere Wege. Was sie suchen, ist Verbindung – aber ohne das Drama, die unausgesprochenen Erwartungen und die Spielchen, die klassisches Dating oft mit sich bringt."

Die Psychologin: "Die Wahrheit liegt im Einzelfall"

Dr. Katharina Berger ist klinische Psychologin mit Schwerpunkt auf zeitgenössische Beziehungsformen. Sie arbeitet seit fünfzehn Jahren in Wien, hat Bücher über die Veränderung von Intimität im digitalen Zeitalter geschrieben und sowohl Sugar Babies als auch Sugar Daddies in ihrer Praxis behandelt. Ihre Perspektive ist weder verurteilend noch unkritisch – sie ist differenziert.

"Sugar Dating ist nicht per se problematisch", erklärt sie während eines Videogesprächs aus ihrer Praxis im siebten Bezirk. "Zwei Erwachsene, die klare Vereinbarungen treffen über das, was jeder gibt und bekommt – das kann in mancher Hinsicht gesünder sein als traditionelle Beziehungen, in denen Erwartungen unausgesprochen bleiben und dann zu Konflikten führen. Das Problem entsteht unter bestimmten Umständen: bei echtem Machtungleichgewicht, wenn wirtschaftliche Verzweiflung das Hauptmotiv ist, oder wenn sich einseitige Gefühle entwickeln."

Was sieht sie in ihrer Praxis? "Das gesamte Spektrum. Ich habe Frauen behandelt, die sehr positive Erfahrungen gemacht haben – Mentoring, Zugang zu beruflichen Netzwerken, finanzielle Stabilität, die ihnen ermöglicht hat, ihr Studium ohne Schulden abzuschließen. Manche beschreiben es als die lehrreichste Beziehung ihres Lebens. Aber ich habe auch Frauen behandelt, die aus echter Not eingestiegen sind und in Situationen gelandet sind, die sie emotional verletzt haben. Der Unterschied liegt meist in der Ausgangssituation: Wer aus Verzweiflung handelt, ist verletzlicher als jemand, der bewusst wählt."

Berger betont auch die psychologische Belastung durch das Doppelleben, das viele führen: "Ein großer Teil meiner Klientinnen kann mit niemandem in ihrem Umfeld über diese Beziehung sprechen. Nicht mit der Familie, nicht mit Freunden. Dieses Geheimnis wiegt schwer. Es erzeugt das Gefühl, etwas Falsches zu tun, auch wenn man es rational nicht so sieht. Und wenn die Beziehung endet, gibt es oft niemanden, mit dem man das verarbeiten kann. Diese Isolation ist psychologisch belastend."

Auch die Sugar Daddies seien nicht immun gegen emotionale Risiken, betont sie: "Viele suchen Bestätigung, die sie anderswo nicht finden. Manche entwickeln echte Gefühle, die nicht Teil der ursprünglichen Vereinbarung waren. Ich habe Männer um die 50 behandelt, die nach dem Ende einer solchen Beziehung in echte Krisen geraten sind – obwohl sie von Anfang an wussten, dass es keine klassische Beziehung ist. Geld schützt nicht vor Verletzlichkeit. Manchmal macht es sogar verletzlicher, weil man glaubt, sich Verbindung kaufen zu können."

Der österreichische Kontext: Tradition trifft auf Realität

Österreich bietet ein interessantes Spannungsfeld für dieses Phänomen. Einerseits ein Land mit traditionellen Werten, konservativer Dating-Kultur und einer Gesellschaft, in der das Kennenlernen über Familie und etablierte soziale Kreise noch immer weit verbreitet ist. Andererseits ein Land mit über 160.000 Dollar-Millionären laut aktuellem World Wealth Report – und steigenden Lebenshaltungskosten, die besonders junge Menschen in den Städten hart treffen.

Die Mieten in Wien sind in den letzten zehn Jahren um mehr als 30 Prozent gestiegen. Ein Studierendenwohnheim kostet heute durchschnittlich 350 bis 400 Euro, eine eigene kleine Wohnung schnell über 600 Euro – nur für die Miete. Ein Nebenjob, der mit dem Studium vereinbar ist, bringt selten mehr als 500 bis 600 Euro. Für manche wird das Sugar Dating zur Rechnung, die aufgeht – zumindest auf dem Papier.

Der Plattform-Gründer sieht eine ironische Parallele zur österreichischen Tradition: "Der Wiener Opernball folgt im Grunde demselben Prinzip – ältere, vermögende Herren führen junge Debütantinnen aus, finanzieren ihre Garderoben, laden sie zu exklusiven Events ein. Nur nennt es dort niemand Sugar Dating. Es ist in Tradition verpackt, und deshalb wird es akzeptiert. Wir haben nur die Verpackung entfernt."

Auch die Luxus-Skigebiete in Tirol spielen eine Rolle. Kitzbühel, St. Anton, Lech – Orte, an denen sich jeden Winter Wohlstand konzentriert. "In der Hochsaison verdreifacht sich unser Traffic aus Tirol", sagt der Gründer. Es sind natürliche Treffpunkte zwischen Generationen und sozialen Schichten – Orte, an denen Geld sichtbar ist und Kontakte geknüpft werden.

Die andere Seite: Ein Sugar Daddy erzählt

Thomas – auch das ist nicht sein richtiger Name – ist 52 Jahre alt und der Sugar Daddy von Laura. Er ist bereit, mit uns zu sprechen, aber nur telefonisch und unter der Bedingung völliger Anonymität. Er verrät nicht einmal seinen genauen Beruf, nur dass er "im Finanzbereich" arbeite und ein Team von mehreren Dutzend Mitarbeitern leite. Er ist seit vier Jahren geschieden, nach einer zwanzigjährigen Ehe.

"Nach der Scheidung habe ich die üblichen Apps probiert", erzählt er mit ruhiger Stimme. "Tinder, Bumble, die ganzen bekannten Namen. Es war frustrierend und deprimierend. Frauen in meinem Alter, die sofort etwas Ernstes wollten. Der Druck, nach zwei Abendessen die Beziehung zu definieren. Die Spielchen, wer zuerst schreibt. Ich bin 52 Jahre alt und leite ein großes Team. Ich arbeite oft sechzig Stunden die Woche. Ich habe weder Zeit noch Energie für diese Spielchen."

Warum Sugar Dating? "Weil hier von Anfang an alles klar ist. Laura weiß genau, was ich biete und was ich erwarte. Ich weiß genau, was sie bietet und was sie braucht. Es gibt keine Ambiguität, keine versteckten Erwartungen, keinen Druck, irgendetwas zu definieren. Die Beziehung geht dorthin, wo wir beide vereinbart haben, dass sie hingeht."

Auf die Frage, ob er nicht das Gefühl habe, Gesellschaft zu "kaufen", antwortet er nach kurzem Zögern: "Dieses Wort impliziert, dass sie keine Wahl hat, dass es eine einseitige Transaktion ist. Das ist es nicht. Laura hatte viele Optionen. Sie ist hochintelligent, könnte Jobs annehmen, Stipendien beantragen, Kredite aufnehmen. Sie hat sich für diesen Weg entschieden, weil er für sie passt. Und ich habe sie unter vielen Kandidatinnen ausgewählt, weil ich sie wirklich interessant finde. Es ist eine Vereinbarung zwischen zwei Erwachsenen, die beide bekommen, was sie wollen."

Gibt es Gefühle? "Natürlich gibt es Gefühle. Ich bin nicht im klassischen Sinne in Laura verliebt, und sie ist es nicht in mich. Aber es gibt echte Zuneigung, gegenseitigen Respekt, Momente echter Verbundenheit. Ist das weniger wert als eine Ehe, in der sich zwei Menschen hassen, aber wegen der Kinder zusammenbleiben? Ich glaube nicht."

Die Schattenseiten: Was schiefgehen kann

Niemand in dieser Branche behauptet, dass alles problemlos sei. Betrug existiert: gefälschte Profile mit gestohlenen Fotos, "Sugar Daddies", die Geld verlangen, um ihre Konten zu "verifizieren", Sugar Babies, die nach der ersten Zahlung verschwinden. Die Plattformen investieren in Verifizierung und Moderation, aber absolute Sicherheit gibt es nicht – wie überall im Internet.

"Wir sind keine rosa Propaganda", sagt der Plattform-Gründer. "Wer zu uns kommt und glaubt, das sei ein Märchen, hat unsere Sicherheitshinweise nicht gelesen. Wir raten: Nie Geld an jemanden senden, den man nicht persönlich getroffen hat. Erste Treffen immer an öffentlichen Orten. Standort mit jemandem teilen, dem man vertraut. Die Risiken sind real, und wir sprechen sie offen an."

Dr. Berger sieht das größte Risiko allerdings im Emotionalen: "Das häufigste Problem, das ich in meiner Praxis sehe, ist die Entwicklung einseitiger Gefühle. Man geht hinein mit dem Vorsatz, es rational zu halten, es als Geschäftsbeziehung zu betrachten. Aber nach Monaten der Nähe – nicht nur körperlich, auch emotional – beginnt das Gehirn, Bindung zu entwickeln. Wenn diese Bindung nicht erwidert wird, ist der Schmerz absolut real. Und oft sogar intensiver, weil man sich schämt, ihn einzugestehen."

Auch der Plattform-Gründer kennt das aus eigener Erfahrung – er gibt es offen zu: "Bevor ich das Unternehmen gegründet habe, war ich selbst einmal Sugar Daddy. Ich habe mich verliebt. Sie nicht. Es ist zu Ende gegangen. Es hat wehgetan." Er macht eine Pause. "Vielleicht verstehe ich deshalb unsere Nutzer so gut. Ich weiß genau, was schiefgehen kann."

Ein Blick in die Zukunft

Der Markt für Online-Dating verändert sich grundlegend. Klassische Apps wie Tinder zeigen seit einiger Zeit Ermüdungserscheinungen – sinkende Nutzerzahlen, kürzere Verweildauer, weniger zahlende Abonnenten. Die Nutzer sind müde: müde vom endlosen Swipen, von Matches, die zu nichts führen, von Gesprächen, die nach drei Nachrichten einschlafen.

Gleichzeitig wächst eine Generation heran, die pragmatischer über Beziehungen und Geld denkt. "Die Generation Z hat ihre Eltern sich wegen Geldproblemen scheiden sehen", sagt der Plattform-Gründer. "Sie sind mit Studienschulden aufgewachsen, die ihre Großeltern nie kannten. Für sie ist eine ehrliche Vereinbarung ethischer als eine Ehe, in der einer den anderen ausbeutet, aber niemand es ausspricht."

Die Demografie der Plattformen verändert sich ebenfalls. "Etwa 15 Prozent unserer Sugar Babies sind mittlerweile Männer. Es gibt Sugar Mommas – nicht viele, aber ihre Zahl wächst. Die LGBTQ+-Community ist stark vertreten. Das alte Klischee vom reichen alten Mann und der jungen Frau bildet längst nicht mehr die ganze Realität ab. Es ist jede Konstellation von zwei Erwachsenen, die sich gegenseitig unter klaren Bedingungen unterstützen."

Offene Fragen

Einige Wochen nach unserem ersten Gespräch melden wir uns noch einmal bei Laura. Sie studiert weiter, die Vereinbarung mit Thomas besteht fort. Auf die Frage, ob sie das langfristig machen wolle, antwortet sie ohne Zögern: "Nein. Das ist eine Phase. In einem Jahr bin ich fertig mit dem Studium, dann beginnt ein neues Kapitel. Dann werde ich arbeiten, eigenes Geld verdienen, vielleicht eine konventionelle Beziehung haben – falls es so etwas überhaupt gibt."

Was dann mit Thomas passiert? "Das weiß ich nicht. Vielleicht bleiben wir in Kontakt, vielleicht nicht. Vielleicht findet er jemand anderen. Vielleicht werde ich mehr vermissen, als ich jetzt glaube. Aber so ist das doch bei den meisten Beziehungen, oder? Nichts ist für immer. Wir wissen es nur von Anfang an."

Vor dem Café Landtmann geht Wien seinen gewohnten Gang: die Straßenbahnen, die Touristen vor dem Burgtheater, die Anzugträger auf dem Weg in ihre Büros am Ring. Irgendwo in dieser Stadt, in diesem Moment, scrollt eine Studentin durch eine Sugar-Dating-Plattform und fragt sich, ob das etwas für sie wäre. Und ein Mann Mitte 50 tut dasselbe und fragt sich, ob es ihn glücklicher machen würde – oder nur weniger einsam.

Die Frage, ob Sugar Dating eine legitime Beziehungsform oder eine problematische Grauzone ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Wie bei so vielem hängt es von den Menschen ab, die daran beteiligt sind, von ihren Motiven und ihrer Fähigkeit, Grenzen zu setzen und einzuhalten. Was feststeht: Das Phänomen existiert, es wächst, und es verschwindet nicht. Es fordert unsere Vorstellungen davon heraus, wie Beziehungen und Geld zusammenhängen – oder zusammenhängen sollten. Ob wir das gutheißen oder nicht, ist eine andere Frage. Eine, die jeder für sich beantworten muss.

Die Namen der interviewten Personen wurden zum Schutz ihrer Privatsphäre geändert.

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